Foto: Telltale / DC Comics / Warner Bros. Entertainment

BATMAN – THE TELLTALE SERIES: NEW WORLD ORDER

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Es dauert nicht mehr lange und Telltale Games veröffentlicht die nächste Episode von BATMAN – THE TELLTALE SERIES. Bedingt durch den Urlaub, den wir kurzerhand eingeschoben haben, gibt es die Vorstellung der dritten Episode daher erst heute. „New World Order“ heißt sie und markiert tatsächlich den bisherigen Höhepunkt der Serie.

Anmerkung: Wie schon bei der vorherigen Review als auch bei den folgenden gehen wir davon aus, dass Ihr den aktuellen Stand der Dinge bis zur besprochenen Episode bereits kennt. Wir versuchen Spoiler zu vermeiden, so ganz ist das aber nicht möglich.

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Foto: Telltale / DC Comics / Warner Bros. Entertainment

Ach es sieht nicht gut aus für Bruce Wayne. Da ist diese Sache mit seinen Eltern. Bekanntlich wird Thomas und Martha Wayne vorgeworfen, mit dem organisierten Verbrechen im Bunde gewesen zu sein. Darüber hinaus soll sein Herr Papa unbescholtene Bürger in die Anstalt Arkham Ayslum überweisen haben – ganz gleich, ob sie tatsächlich entsprechende „Hilfe“ benötigten oder nicht. So ließ sich doch ganz bequem der ein oder andere unliebsame Mitmensch aus dem Weg schaffen. Die Mutter von Oswald Cobblepot beispielsweise gehörte zu jenen, die nach Arkham gingen – und die Mauern der Anstalt nie wieder von außen sahen. Aber als wäre das noch nicht genug, so hat Waynes nächtliches Alter Ego Batman mit den Kindern Arkhams alle Hände voll zu tun. Die nämlich planen in klassischer Terroristen-Manier einen Anschlag auf die Stadt Gotham und deren Einwohner. Waynes bester Freund Harvey Dent wurde kurz vor der Wahl zum neuen Bürgermeister bei einem Angriff des Pinguins entsetzlich entstellt und neigt seitdem zu Anflügen gespaltener Persönlichkeit. Selina Kyle als Catwoman macht auch noch immer nicht so richtig deutlich, auf welcher Seite sie eigentlich steht – außer ihrer eigenen, wohlgemerkt – und dann ist abschließend ja auch noch der Vorstand von Wayne Enterprises, der durch die ganzen Geschehnisse die Zukunft des Unternehmens gefährdet sieht und entsprechende, wenn auch fragwürdige Entscheidungen trifft.

Foto: Telltale / DC Comics / Warner Bros. Entertainment
Foto: Telltale / DC Comics / Warner Bros. Entertainment

Wie gesagt: Für Bruce Wayne läuft es gerade nicht so. Für den Spieler (ok, von mir aus auch: Zuschauer) dafür umso mehr. Alles das, was in der ersten Episode Spaß machte, wurde von Telltale wieder aufgegriffen und in „New World Order“ ein bisschen weiter auf die Spitze getrieben. Über weite Strecken ist man hier wieder als Bruce Wayne unterwegs, der immer weiter in die Intrige verwickelt wird, die sich die Kinder Arkhams für ihn seine Stadt ausgedacht haben. Großartig ist zum Beispiel die Szene in der Firmenzentrale von Wayne Enterprises, die mich sehr daran erinnerte, wie Steve Jobs dereinst bei Apple seinen Posten räumen musste. Darüber hinaus darf man im Fledermauskostüm auch wieder Detektiv spielen und nicht nur stumpf in irgendwelchen Quick-Time-Events ein paar Knöpfchen drücken. So richtig gut ist den Autoren aber das Spiel mit den Erwartungen bezüglich der bekannten Figuren gelungen. Für ihre Interpretation von Batman ließen die Damen und Herren Telltale die Figuren nun in ihre gewohnten Rollen schlüpfen – und gleichzeitig eben doch nicht. An Überraschungen und Oha-Momenten mangelt es dieser dritten Episode jedenfalls nicht. Ärgerlich ist nur, dass Telltale die eigene Technik auf der PS4 nicht im Griff hat. Immer wieder kommt es zu Rucklern und Slowdowns. Immerhin sind sie bei zeitkritischen Entscheidungen nicht hinderlich.


Fazit: Wie eingangs schon erwähnt: „New World Order“ ist die bisher gelungenste Episode von Telltales Batman-Serie. Spannend, voller überraschender Wendungen und spielerisch wieder gehaltvoller als noch „Children Of Arkham“ – was bei einem Telltale-Titel schon eine Menge heißen soll! Manche Richtung, in die sich die Ereignisse entwickeln werden, wird so langsam klar – genügend Fragezeichen stehen aber immer noch im Raum herum, um die Spannung und die Erwartung an die noch kommenden letzten beiden Episoden auf einem verdammt hohen Niveau zu halten.

Roman Jasiek ist der Gründer und Herausgeber der AVALOST | Times. Außerdem hochgradig süchtig nach Musik, egal ob Szene-Mucke oder auch mal über den Tellerrand hinaus. Am liebsten allerdings elektronische Musik. Er reist gerne, bevorzugt mit großen Schiffen, und schreibt seit Ende der 90er mal hier, mal dort über alle möglichen Dinge. Anfangs über Comics, später über Videospiele und nun... na, Ihr seht es ja. Und wenn er nicht hier ist, dann steckt er wohl auf einem Sonnendeck.

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