KURZ NOTIERT: Stefan Üblackers Lesungs von „Das Buch Ä“

von

„Soll ich jetzt den Knaller zünden?“
– „Zünd‘ den Knaller!“

Wenn der ganze Saal unisono diesen einen Satz heraus brüllt, dann kann das eigentlich nur eines bedeuten: Ich befinde mich in einem Raum voller Gleichgesinnter, voller Liebhaber der morbiden Komik, Freunde des Absurden, Fans der „besten Band der Welt“.
Obwohl sich die neue Ärzte-Biografie „Das Buch Ä“ schon seit Erscheinen Ende 2016 in meinem Besitz befindet, habe ich es bedauerlicherweise noch nicht geschafft, mir alle 767 Seiten einzuverleiben.
Doch im Rahmen des Open Flair Festivals trat auch Stefan Üblacker, Autor dieses wunderbaren Machwerkes, auf. Begleitet wurde er dabei von der Band „Reis Against The Spülmaschine“, die uns ein paar der besten, witzigsten und verbotensten Songs der besten Band der Welt vorspielten.
Die Stimmung im Kleinkunstzelt war wirklich atemberaubend, der komplette Zuschauerraum konnte die Songs in- und auswendig und immer wieder entstanden spontane Polonäsen, die durch den kleinen Raum tanzten.
Die Mischung aus unvergesslichen Liedern, Anekdoten, Radiomitschnitten (die Interviews mit den Ärzten waren legendär und haben so manch einen Musikredakteur zur Verzweiflung gebracht) und gelegentlichen Bildern, war einzigartig und genial und ist ein unbedingtes Muss für jeden Fan der „besten Band der Welt“.
 Und so kann ich Stefan Üblacker eigentlich nur Zustimmen, wenn er mit den Worten schließt:
„Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehn!

Stefan Üblacker liest noch am 22.9. in Braunschweig im Nexus sowie am 23.9. in Dresden in der Groove Station.
Mehr Infos unter www.ueblacker.de

„Music was my first love“ von John Miles trällerte laut durch die Lautsprecherboxen der Turnhalle des Gymnasiums während die Autorin – ein Schwungband hinter ihr herschleifend - verzweifelt versuchte mit halbwegs ästhetisch aussehenden Bewegungen ihre Sportlehrerin zu verwirren. Es reichte für eine 4 und eine Bemerkung über nichtvorhandenes Rhythmus- und Taktgefühl. Ihre Karriere als Profitänzerin endete somit als Heranwachsende auf einem kalten Linoleumboden. Nur gut, dass Die Ärzte ihr im zarten Alter von 14 Jahren das Leben retteten. Rockmusik, teils vulgär, teils absurd, manchmal sogar zynisch aber irgendwie doch mit diesem „Du bist cool, so wie du bist!“ ausgestattet – das war ihr Ding! Über weite Strecke hatte sie doch tatsächlich nichts besseres zu tun, als die Ärzte zu hören, rauf und runter; unlängst gehören aber auch Bands wie Broilers, Madsen, Alligatoah und Olli Schulz zu ihrem Repertoire. Und – da Einseitigkeit bekanntlich zu Mangelernährung führt – scheut sie auch nicht den Blick über den musikalischen Tellerrand und entdeckt gerne mal ganz neue Musik.

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