KONZERTBERICHT: Just Pink, 13.04.2013 Meier Music Hall Braunschweig

KONZERTBERICHT: Just Pink, 13.04.2013 Meier Music Hall Braunschweig

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Nach den guten Erfahrungen mit Still Collins, der Phil Collins Coverband, die wir uns neulich erst in der Meier Music Hall in Braunschweig angeschaut haben, war es gar nicht schwer, sich abermals für ein Konzert einer Tribute-Band zu entscheiden. Am Samstag, den 13.4.2013 waren JUST PINK in unserer Wohnzimmerverlängerung zu Gast. Es wird wohl nicht schwierig zu erraten gewesen sein, dass es sich hierbei um eine Pink Coverband handelte. Zwei Stunden Powerfrauenbeschallung? Och, warum eigentlich nicht?

 

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Just Pink – Foto: Nicole Bringer Photography

Es ist nicht das erste Mal, dass Braunschweiger Konzertgänger Just Pink in der Löwenstadt erleben konnten. Bereits im Vorjahr traten Just Pink auf dem Magnifest auf. Wir waren seinerzeit nicht zugegen, aber die Show damals muss wohl so gut gewesen sein, dass es an Lobhudeleien durch die Presse nur so hagelte. Da ist es nur konsequent, die Band um die „SSDSGPS“ (Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star) – Finalistin Vanessa Henning erneut nach Braunschweig zu holen. Und was, bitte schön, liegt denn da näher als das Wohnzimmer? Eben.

Natürlich ist Just Pink dem Bandnamen entsprechend ausschließlich auf das Tun der amerikanischen Grammy – Gewinnerin ausgerichtet. Allerdings handelt es sich hierbei nicht nur um ein paar Musiker, die sich eingefunden haben, um Songs ihres Idols nachzuspielen. Inzwischen gelten Just Pink als Europas erfolgreichste Band in ihrem Gebiet. Mit der Folge, dass die echte Pink schon mal Bühnendeko ihrer Tour verleiht oder Bühnenmusiker zu Just Pink Shows abkommandiert. Die reinste Win-/Win-Situation: Fans können sich so einer noch überzeugenderen Illusion hingeben, Pink selbst muss selbst nicht viel dazu beitragen, dass sie im Gespräch bleibt. ;)

 

Just Pink - Foto: Nicole Bringer Photography
Just Pink – Foto: Nicole Bringer Photography

Unmittelbar nach dem Konzertanpfiff gegen 20 Uhr war schnell klar, dass es sich hierbei um eine Reihe talentierter Musiker handelte, die ihr Handwerk verstehen. So stand Bassistin Cindia Krüger beispielsweise bereits mit dem Farin Urlaub Racing Team auf der Bühne, Background Sängerin Claudine Abusu stellte ihre Stimme schon in die Dienste von Größen wie Toto. [highlight highlight-color=“eg. #F96E5B“ font-color=“eg. #f8f8f8″]Und während die sieben auf der Bühne versammelten Musiker einen Pink Hit nach dem anderen brachten, so u.a. „Are We All We Are“, „The Truth About Love“, „Just Like A Pill“, „Ave Mary A“ und natürlich „Get The Party Started“, hatten sie das bunt gemischte Publikum für Braunschweiger Verhältnisse ziemlich schnell auf ihrer Seite. Es ließen sich diverse Pink Look-alikes beobachten, die sich in der Musik verloren hatten, andere bewiesen erstaunliche Textsicherheit und wieder andere ließen sich sogar zum Headbangen verleiten. Eigentlich fehlten nur noch Wunderkerzen und/oder Feuerzeuge während der überzeugenden Akustikeinlage.[/highlight] Übrigens soll an dieser Stelle angemerkt werden, dass die Tontechniker dieses Abends – wie so oft in letzter Zeit – einen guten Job gemacht haben. Klarer Sound, dennoch anständig druckvoll, laut, aber nicht ohrenbetäubend. So macht das Spaß.

Wenn man keine Vergleiche kennt, gibt es an der Darbietung von Just Pink an diesem Abend in Braunschweig nichts auszusetzen. Aber im Vergleich zu früheren Shows (von denen man sich mittels des hier verlinkten Trailers einen Eindruck verschaffen kann), blieben Just Pink gestern hinter ihren Möglichkeiten. Kein Bühnenbild, keine Tänzerinnen, keine Überraschungen in der Performance, sieht man von gelegentlichem Auf-den-Knien-Herumrutschen von Sängerin Vanessa Henning sowie gelegentliche Koketterie der Backgroundsängerinnen mit dem Gitarristen Dirk Schönfeld bzw. mit Bassistin Cindia Krüger. Da geht mehr. So lässt sich nun auch abschließend nicht beantworten, ob die teilweise sehr ausgelassen feiernden Gäste so abgingen, weil die Band dort auf der Bühne sich ins Zeug legte – oder ob es eben an den Songs von Pink lag, die scheinbar in jeder Darreichungsform funktionieren. Womöglich ist das aber auch egal, denn sowohl die Gäste als auch die Band schienen eine Menge Spaß gehabt zu haben – und letztendlich ist es ja auch nur das, was zählt.

 

Just Pink - Foto: Nicole Bringer Photography
Just Pink – Foto: Nicole Bringer Photography

Wer sich für Pink erwärmen kann oder generell Lust auf gute Live-Konzerte hat, macht nüscht falsch damit, sich die Hagener bei Gelegenheit live anzugucken. Ganz im Gegenteil. Ich persönlich bin gespannt, ob sich Just Pink irgendwann zu einer Band mit eigenem Material entwickeln werden. Die Anlagen dafür sind jedenfalls da.

Um eine spannende Erfahrung und ein Konzerterlebnis reicher geht mein Dank an dieser Stelle wie immer an Thorsten von Advanced Music und das Team der Meier Music Hall für den stets unermüdlichen Einsatz für das Braunschweiger Nachtleben. Und einmal mehr an Nicole Bringer für die Fotos.


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Roman Jasiek ist der Gründer und Herausgeber der AVALOST | Times. Außerdem hochgradig süchtig nach Musik, egal ob Szene-Mucke oder auch mal über den Tellerrand hinaus. Am liebsten allerdings elektronische Musik. Er reist gerne, bevorzugt mit großen Schiffen, und schreibt seit Ende der 90er mal hier, mal dort über alle möglichen Dinge. Anfangs über Comics, später über Videospiele und nun... na, Ihr seht es ja. Und wenn er nicht hier ist, dann steckt er wohl auf einem Sonnendeck.