AVALOST SPECIAL: Kreuzfahrt mit der AIDAbella, 27.9. - 1.10.2010 Westliches Mittelmeer
Foto: Roman Jasiek / AVALOST

AVALOST SPECIAL: Kreuzfahrt mit der AIDAbella, 27.9. – 1.10.2010 Westliches Mittelmeer

Es war einmal vor langer Zeit… – viele Erzählungen fangen so an. Auch die folgende. Es handelt sich hierbei um die Geschichte meiner ersten Kreuzfahrt damals 2010, die im Rahmen von AVALOST noch nicht erzählt wurde, der Vollständigkeit wegen jetzt aber noch nachgereicht werden soll. Alles hat bekanntlich einen Anfang und wer weiß, vielleicht gäbe es AVALOST heute gar nicht – oder nicht in dieser Form – wenn ich nicht in der Zeit vom 27. September bis zum 1. Oktober 2010 mit der AIDAbella durch das westliche Mittelmeer geschippert wäre. Du hast Lust auf einen Kreuzfahrtreisebericht und dafür ein bisschen Zeit mitgebracht? Prima, dann fangen wir mal an.

Anmerkung: Geschrieben wurde dieser Bericht im November 2015, fünf Jahre nach der Reise. Der chronologischen Reihenfolge wegen habe ich ihn manuell auf das ursprüngliche Reiseantrittsdatum zurückdatiert.

Prolog: 16. April 2010 – Der 1. Versuch

Nanu? War nicht eben noch die Rede von einer Reise im Herbst? Richtig. Tatsächlich handelte es sich bei der Fahrt durch das westliche Mittelmeer um den zweiten Anlauf. Die Geschichte dieser Kreuzfahrt beginnt jedoch viel früher. Zu jener Zeit arbeitete ich noch für die Buchhandelskette Thalia. Dass die wirtschaftliche Gesamtlage im Lande damals noch ein bisschen entspannter war sieht man daran, dass ein Wettbewerb gestartet wurde, dessen Hauptgewinn eine Kurzreise mit AIDA sein sollte. Nun, es ergab sich, dass meine Kollegen und ich diesen Preis gewonnen hatten. Preisverleihung mit großem Brimborium inklusive. Das war Ende 2009. Und schon im April 2010 sollte es losgehen. Dies nur vorab als Hintergrundinfo bezüglich des Wie und Warum. Wären die Dinge nicht so gekommen hätte ich vermutlich nie eine Kreuzfahrt gemacht. Bis dahin dachte ich nämlich immer, das ist vor allem eine Dauerbespaßung für gut betuchte Senioren. Wie sehr ich mit diesem Vorurteil daneben lag, sollte sich noch zeigen.

Am Morgen des 16. April sahen die Anzeigetafeln im Flughafen Münster so aus. An etlichen anderen Flughäfen dürfte es nicht wesentlich anders ausgesehen haben. Der isländische Vulkan Eyjafjallajökull hatte beschlossen, auszubrechen und mit seiner Aschewolke den kompletten Flugverkehr auszuschalten.
Am Morgen des 16. April sahen die Anzeigetafeln im Flughafen Münster so aus. An etlichen anderen Flughäfen dürfte es nicht wesentlich anders ausgesehen haben. Der isländische Vulkan Eyjafjallajökull hatte beschlossen, auszubrechen und mit seiner Aschewolke den kompletten Flugverkehr auszuschalten. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Lasst uns einen kurzen Zeitsprung in die Nacht des 16. April 2010 machen. Nahezu das komplette Siegerteam hatte ich sich am Brunnen des Schlosses in Braunschweig versammelt. Es war kurz nach Mitternacht, Shuttlebusse sollten uns nach Hannover fahren, ein Flieger von TUIfly nach Mallorca fliegen und dort würden wir dann schlussendlich mit der AIDA ins Mittelmeer aufbrechen. Soweit der Plan. Der isländische Vulkan Eyjafjallajökull hatte jedoch andere Pläne und beschloss, spontan auszubrechen und den kompletten Flugverkehr lahm zu legen. Davon wussten wir zu dem Zeitpunkt aber noch nichts. Aufgeregt und voller Vorfreude bestiegen wir die Busse und düsten zum Hannoveraner Flughafen. Dort angekommen machte sich erste Ernüchterung breit. An den Informationstafeln, die normalerweise die Flugzeiten ankündigten, stand fast durchgängig nur noch etwas von Delayed oder Cancelled. Flughafenmitarbeiter erklärten uns, dass von Hannover aus wegen der Aschewolke des Vulkans gar nichts mehr starten würde. Stattdessen entschied man, uns abermals in Busse zu stecken und zum Flughafen Münster zu fahren. Wir hatten es ungefähr 2 Uhr morgens in Deutschland. Mit einem normalen Linienbus, wie er sich sonst durch den Stadtverkehr schlängelt, von Hannover nach Münster zu gurken ist nicht eben das, was man unter Spaß versteht. Egal. Wenn wir ab Münster losfliegen konnten, dann wäre es das wert. Wir erreichten den Flughafen ungefähr gegen 5 Uhr morgens. Leider sah es dort auf den Anzeigetafeln nicht besser aus. Und eines kann ich Euch sagen: es gibt kaum etwas, das derart spooky ist wie ein großes Flughafengelände, in dem sich nichts rührt. Aufgrund der Ausfälle und Verschiebungen blieben die allermeisten Geschäfte des Flughafens geschlossen, auf den Rollfeldern standen die Flugzeuge herum, bis auf Wind, der mit den Turbinen spielte, bewegte sich nichts in der Szenerie. Es war wie in einem Stephen-King-Film. Unheimlich!

Nur eine von vielen Maschinen, die an diesem Tag am Boden bleiben mussten. In einigen Triebwerken konnte man erkennen, wie der Wind mit den Rotorblättern spielte. Die einzige Bewegung in einer ansonsten ziemlich gespenstig wirkenden Szenerie.
Nur eine von vielen Maschinen, die an diesem Tag am Boden bleiben mussten. In einigen Triebwerken konnte man erkennen, wie der Wind mit den Rotorblättern spielte. Die einzige Bewegung in einer ansonsten ziemlich gespenstig wirkenden Szenerie. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Wir richteten es uns auf den Bänken und Stühlen im Gebäude ein. Platz hatten wir ja genug. Und dann warteten wir. Und warteten. Zeit ist wirklich sehr dehnbar. Die Lage hinsichtlich der Aschewolke verschlimmerte sich. Immerhin das konnten wir in Erfahrung bringen. Es wurde viel telefoniert – unser Unternehmen mit AIDA, die sogar bereit waren, das Schiff noch länger im Hafen zu lassen, sofern denn noch eine Maschine den Flug in Richtung Mallorca antreten könnte. Das passierte aber nicht. Gegen 14 Uhr – nachdem wir also lockere 9 Stunden dort auf dem Flughafen verbracht hatten – hieß es, die Maßnahme würde abgebrochen, man würde uns zurück nach Braunschweig fahren und sich eine Entschädigung einfallen lassen. Die Enttäuschung, unverrichteter Dinge wieder aus Münster abzureisen, könnt Ihr Euch sicher vorstellen. Manchmal jedoch hat man aber Glück im Unglück. So wie wir. Relativ zeitig nach unserem missglückten ersten Versuch erhielten wir die frohe Kunde, dass man einen neuen Termin für eine AIDA-Reise gefunden habe. Im Herbst sollte es soweit sein, dann sogar mit einem Tag mehr als ursprünglich. Da konnten wir diesem ollen Vulkan ja fast dankbar sein.

Da eh kein Flieger abheben konnte, blieben die allermeisten Geschäfte einfach geschlossen. Ein paar wenige Reisende, die wie wir die Hoffnung hatten, irgendwie weiterzukommen, irrten durch die Hallen des Flughafenterminals. Minuten fühlten sich wie Stunden an.
Da eh kein Flieger abheben konnte, blieben die allermeisten Geschäfte einfach geschlossen. Ein paar wenige Reisende, die wie wir die Hoffnung hatten, irgendwie weiterzukommen, irrten durch die Hallen des Flughafenterminals. Minuten fühlten sich wie Stunden an. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Tag 1: 27. September 2010 – Palma de Mallorca

Tatsache! Dieses Mal kam uns kein Vulkan dazwischen. Am Morgen des 27. September machten wir uns mit der Bahn auf in Richtung Hannover, von wo aus gegen Mittag unser Flug nach Mallorca starten sollte. Wie sich das gehört, begleitete uns herrlichstes Dreckwetter. Es regnete quasi Katzen und junge Hunde. Uns war das egal. Wir waren guter Dinge, dieses Mal würde unsere Reise stattfinden! Die Zeit auf dem Flughafen vertrödelten wir ganz entspannt. Ist gleich viel weniger unheimlich, wenn der dort übliche Trubel herrscht. Boarding, Abflug, der Flug selbst – alles ganz entspannt.

Auf dem Weg zum Bahnhof zeigte sich das Wetter in Deutschland einmal mehr von seiner schönsten Seite. Nicht. Aber egal. Sonne, Schiff und Meer waren endlich in greifbare Nähe gerückt. Da kann es in Deutschland ruhig schütten wie aus Eimern.
Auf dem Weg zum Bahnhof zeigte sich das Wetter in Deutschland einmal mehr von seiner schönsten Seite. Nicht. Aber egal. Sonne, Schiff und Meer waren endlich in greifbare Nähe gerückt. Da kann es in Deutschland ruhig schütten wie aus Eimern. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Ungefähr um 15 Uhr Ortszeit hatten wir Mallorca tatsächlich endlich erreicht. Durch das Schmuddelwedder in Deutschland naturlich viel zu warm eingepackt, war das schöne, sonnige und auch Ende September noch herrlich warme Wetter auf Mallorca ein ziemlicher Uff-Moment. Wir brauchten uns gar nicht großartig orientieren. Eine Mitarbeiterin von AIDA sammelte uns ein, kaum dass wir unseren Koffer vom Gepäckband gesammelt hatten, und führte uns zu dem Bus, mit dem wir zum Hafen gebracht werden sollten. Ein eigener Bus, ganz für uns paar wenige Figuren alleine! Man fühlt sich schon ein bisschen besonders, das kann ich Euch sagen. Die Busfahrt dauerte ca. 25 Minuten. In dieser Zeit erklärte man uns ein paar grundlegende Dinge zum nachfolgenden Ablauf. Schließlich sollten wir ja auch nicht vergessen, dass es sich um eine Art Betriebsausflug handelte und es zumindest für den heutigen Tag noch ein paar organisatorische Dinge zu klären gab.

Ein ganzer Reisebus nur für uns allein! Auf Mallorca war es noch angenehm warm und wir ein bisschen overdressed, als wir aus dem Flieger gestiegen kamen.
Ein ganzer Reisebus nur für uns allein! Auf Mallorca war es noch angenehm warm und wir ein bisschen overdressed, als wir aus dem Flieger gestiegen kamen. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Und wie sich der Bus so durch Mallorcas Straßen schlängelte, konnten wir gar nicht so viel Fotografieren und Staunen wie wir wollten. So mancher Teilnehmer unserer Reisegruppe hatte Deutschland bis dato noch nie verlassen. Als wir schlussendlich den Hafen erreichten und unser Schiff, die AIDAbella schon in der Ferne sehen konnten, erfüllte für eine Weile ehrfürchtiges Schweigen die Fahrgastkabine. Klar, Kreuzfahrtschiffe hatten wir alle schon mal gesehen. Im Internet oder in Prospekten oder so. Aber noch nie in echt. Und wenn man das erste Mal einem dieser Ozeangiganten begegnet, dann ist man von den Dimensionen eines solchen Schiffes schon irgendwie erschlagen. Dabei ist die AIDAbella nun wahrlich nicht das größte Kreuzfahrtschiff. Und doch waren wir ganz verzaubert von der weißen Schönheit, die in der Sonne glänzend im Hafen lag, den markanten Kussmund in Richtung Meer, in Richtung grenzenloser Freiheit gerichtet.

"Guck mal, da!" - "Was? Wo?" - "Na da! Da hinten, hinter diesem Ding. Da liegt sie schon, das ist unser Schiff!" Dieser Moment, wenn man die Silhouette des Schiffes das erste Mal irgendwo erspähen kann und sich die Aufregung ins Unermessliche steigert.
„Guck mal, da!“ – „Was? Wo?“ – „Na da! Da hinten, hinter diesem Ding. Da liegt sie schon, das ist unser Schiff!“
Dieser Moment, wenn man die Silhouette des Schiffes das erste Mal irgendwo erspähen kann und sich die Aufregung ins Unermessliche steigert. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Bevor wir jedoch das Schiff betreten konnten, galt es, die Check-In-Prozedur durchzuführen. Das wird bei AIDA ähnlich sein wie überall: ein oder eine MitarbeiterIn von AIDA macht mittels Webcam ein Foto von den Gästen, liest wahlweise EC- oder Kreditkarte ein, die für Zahlungen von Extra-Leistungen an Bord belastet werden, man bekommt seine Bordkarte ausgehändigt, die gleichzeitig auch Schlüsselkarte für die Kabine ist und los gehts. Ab durch das Hafenterminal, wieder hinaus in die gleißende Sonne und dann… steht man wirklich, endlich, nach dem ganzen Hin und Her vor diesem riesigen schwimmenden Hotel und ist einmal mehr sprachlos. Und während wir noch beäugen, wie Besatzungsmitglieder die blaunen Streifen am Rumpf des Schiffes neu aufpinseln und das Salz abspülen, schwirren schon ganz schnell die ersten Bordfotografen um uns herum, machen Fotos von uns mitsamt Rettungsring und dann können wir das Schiff endlich (!) betreten.

AVALOST SPECIAL: Kreuzfahrt mit der AIDAbella, 27.9. - 1.10.2010 Westliches Mittelmeer
Seit dem 24. April 2008 ist die AIDAbella im Dienst und kreuzt über die Meere dieser Welt. Bei einer Länge von ca. 252 Metern, einer Breite von ca. 32 Metern und einer Vermessung von etwa 69tausend BRZ verfügt sie über insgesamt 14 Decks und beinhaltet 1025 Passagierkabinen. Heute gehört die AIDAbella schon fast zu den kleineren Schiffen ihrer Art. Ein beachtliches, schwimmendes Monument, bei dem man kurz innehält, wenn man davor steht, ist sie aber auch heute noch. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Im Bauch des Schiffes angekommen staunen wir nicht schlecht über die bunte Einrichtung, die mehr an ein Hotel als ein Schiff erinnert. Tatsächlich kann man an Bord eines Kreuzfahrtschiffes mitunter ziemlich schnell den Umstand vergessen, im Bauch eines schwimmenden Giganten aus Stahl zu sein. Am Hafen und in Landnähe sowieso, aber auch bei wenig Seegang liegt so ein Schiff ja ziemlich ruhig im Wasser. Es muss schon ganz schön Seegang herrschen, damit sich dieser Eindruck revidiert. Erfreulicherweise hatte man uns Gewinnern Balkonkabinen spendiert. Nachdem wir uns kurz orientiert hatten, beschlossen wir, zunächst mal unsere Kabinen aufzusuchen, ein bisschen frisch zu machen, ja einfach erst einmal anzukommen. Durch die Verschiebung der Reise hatte ich doppeltes Glück. Mein Kollege, mit dem ich mir unter anderen Umständen die Balkonkabine geteilt hätte, ist relativ kurz vor der Reise Vater geworden und hatte es daher aus naheliegenden Gründen vorgezogen, bei seiner kleinen Familie zu bleiben. Die allererste Kreuzfahrt ever, und dann auch noch eine Balkonkabine ganz für mich alleine! Ernsthaft, viel besser geht es doch kaum, oder?

AIDAbella, die Kussmundschönheit, soll jederzeit eine gute Figur machen. Zumal: kurz unserer Abreise wurde das Schiff ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. Sie wurde als das Kreuzfahrtschiff vermerkt, das am längsten einen Wasserski-Fahrer hinter sich her ziehen konnte. Reporter Jan Schwiderek hielt sich sechs Minuten bzw. etwa 250 Meter auf den Skiern - bei einer Geschwindigkeit von 14 Knoten, mit der die AIDAbella durch die Bucht Alicantes gefahren ist. Das ist sicher ein bemerkenswertes Schauspiel gewesen. Logisch, dass das Schiff dafür glänzen sollte.
AIDAbella, die Kussmundschönheit, soll jederzeit eine gute Figur machen. Zumal: kurz nach unserer Abreise wurde das Schiff ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. Sie wurde als das Kreuzfahrtschiff vermerkt, welches am längsten einen Wasserski-Fahrer hinter sich her ziehen konnte. Reporter Jan Schwiderek hielt sich sechs Minuten bzw. etwa 250 Meter auf den Skiern – bei einer Geschwindigkeit von 14 Knoten, mit der die AIDAbella durch die Bucht Alicantes gefahren ist. Das ist sicher ein bemerkenswertes Schauspiel gewesen. Logisch, dass das Schiff dafür glänzen sollte. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Um 17 Uhr stand der nächste Programmpunkt auf dem Zettel. Wir sollten uns in der Anytime-Bar einfinden, wo wir von einer Mitarbeiterin des Douglas-Konzerns (Thalia gehörte damals noch zu Douglas) begrüßt und beglückwünscht wurden, anschließend ergriff die Hoteldirektorin das Wort und führte uns mit einigen Erklärungen in das Bordleben ein. Zum Beispiel erfuhren wir, dass für den kommenden Morgen, 10 Uhr 20, die obligatorische Seenotrettungsübung stattfinden würde, die für jeden Reisenden verpflichtend ist. Zu der Zeit damals wurden die Seenotrettungsübungen noch am ersten Seetag durchgeführt. Nach dem Unglück der Costa Concordia änderte man dieses Vorgehen. Inzwischen macht man das, noch bevor das Schiff den Hafen verlässt. Was auch irgendwie sinnvoller ist, woll?

Ein Blick in eine Balkonkabine auf Deck 9. Nicht übermäßig geräumig, dafür recht gemütlich und einem (für die Verhältnisse) angenehm großen Badezimmer. Der Knüller waren die Matratzen. Nie wieder so gut gelegen wie dort!
Ein Blick in eine Balkonkabine auf Deck 9. Nicht übermäßig geräumig, dafür recht gemütlich und einem (für die Verhältnisse) angenehm großen Badezimmer. Der Knüller waren die Matratzen. Nie wieder so gut gelegen wie dort!

Nach diesen Begrüßungsreden hatten wir ein bisschen Zeit, bei leckeren Cocktails und milden Temperaturen die Aussicht auf den Hafen Mallorcas in der Abendsonne zu genießen. Diese Eindrücke, die jetzt und bis hierhin auf einen einprasseln, noch dazu wenn es sich um die erste Kreuzfahrt handelt, sie sind schon gewaltig! Und doch schleicht sich trotz aller Aufregung Hunger ein. Irgendwann um 19 Uhr herum machten wir uns auf den Weg nach Deck 9 ins Marktrestaurant. Es erwartete uns ein im Prinzip klassisches Büffet, aber in einer solchen Fülle und so lecker angerichtet, dass man am liebsten das nächste Mal ehrfürchtig Staunen möchte. Staunen macht den Bauch aber nicht voll. Also Teller geschnappt und einmal diverse Köstlichkeiten probiet. Dazu wahlweise Bier zapfen oder roten bzw. weißen Tischwein. Ok, weder Bier noch Wein waren die edelsten Tropfen, die man sich vorstellen kann. Andererseits wären sie sonst wohl auch nicht zu den Mahlzeiten bei AIDA im Preis mit drin. Mangels eines All-Inclusive-Konzepts, wie es der Hamburger Mitbewerber TUI Cruises beispielsweise praktiziert, muss man bei AIDA Sonderwünsche extra bezahlen. Ein, zwei Gläser Bier oder Wein zum Abendessen, dafür musste es für uns nicht irgendeine Premiumsorte sein.

Zur Begrüßung und zur Einstimmung gab es zunächst mal einen leckeren Cocktail (wahlweise mit oder ohne Alkohol) und ein paar Häppchen. Normalerweise sind bei AIDA Getränke wie Cocktails aufpreispflichtig. Die Preise bewegen sich jedoch in normalen Rahmen. Wer sicher gehen möchte, dass das Bordkonto wegen ausschweifender Genusssüchte nicht zu sehr belastet wird, bucht im Vorfeld eines der angebotenen Getränkepakete hinzu.
Zur Begrüßung und zur Einstimmung gab es zunächst mal einen leckeren Cocktail (wahlweise mit oder ohne Alkohol) und ein paar Häppchen nahe der Anytime-Bar. Normalerweise sind bei AIDA Getränke wie Cocktails aufpreispflichtig. Die Preise bewegen sich jedoch in normalen Rahmen. Wer sicher gehen möchte, dass das Bordkonto wegen ausschweifender Genusssüchte nicht zu sehr belastet wird, bucht im Vorfeld eines der angebotenen Getränkepakete hinzu. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Nach dem gemeinsamen Abendessen wackelten wir zurück auf Deck. Inzwischen war es schon dunkel geworden, Mallorcas Lichter strahlten in die angebrochene Nacht hinein und bis zum Auslaufen konnte es nun nicht mehr lange dauern. Ein Blick auf die Uhr zeigte, dass es bereits kurz nach 21 Uhr war. Doch länger im Restaurant gesessen, gegessen und geschnackt, als angenommen. Das Auslaufen war für 22 Uhr vorgesehen. Wie wir von der Hoteldirektorin erfahren hatten, würde um 21.30 Uhr auf dem Pooldeck die große Auslaufparty starten. Logisch, dass wir das nicht verpassen wollten. Auf dem Pooldeck gibt es eine Bar, konsequenterweise Poolbar genannt. Dort konnte man sich beispielsweise für 6 Euro einen Cuba Libre bestellen. Oh Junge! Ich habe nie vorher (und auch nie wieder danach) Barleute so schnell rotieren sehen wie das Personal der Poolbar an jenem Abend. Bei dem Andrang, der dort herrschte, auch kein Wunder. Der Cuba Libre, den ich erhielt, würde ich als anständige Männermischung bezeichnen wollen. Im Prinzip war gerade mal so viel Cola drin, damit das Getränk auch braun wurde. Da ist es dann auch reichlich egal, dass es „nur“ dreijähriger Havanna Club war, der dort serviert wurde. Das Verhältnis von Preis und Leistung empfand ich angemessen. Jedenfalls dann, wenn man mit relativ geringem finanziellen Aufwand leicht beschwippst durch den Abend kommen wollte. Mehr als zwei dieser Cocktails brauchte es dafür nämlich nicht.

Kurz vor Anpfiff der Auslaufparty auf dem Pooldeck war schon ordentlich was los. Vergnügungssüchtige, die auf einem Schiff ordentlich Party machen wollen, sind bei AIDA tendenziell besser aufgehoben als bei der anderen, großen, deutschen Reederei aus Hamburg. Auch wenn AIDA den Zusatz "Das Clubschiff" seit geraumer Zeit nicht mehr verwendet - die Rostocker sprechen doch eher ein jüngeres Publikum an. Nicht zuletzt der relativ günstigen Reisepreise wegen.
Kurz vor Anpfiff der Auslaufparty auf dem Pooldeck war schon ordentlich was los. Vergnügungssüchtige, die auf einem Schiff ordentlich Party machen wollen, sind bei AIDA tendenziell besser aufgehoben als bei der anderen, großen, deutschen Reederei aus Hamburg. Auch wenn AIDA den Zusatz „Das Clubschiff“ seit geraumer Zeit nicht mehr verwendet – die Rostocker sprechen doch eher ein jüngeres Publikum an. Nicht zuletzt der relativ günstigen Reisepreise wegen. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Gegen 21.30 Uhr wurde wie angekündigt die Poolparty gestartet. Zu der dramatischen Musik von „Fluch der Karibik“ betraten der Entertainment-Manager und der Kreuzfahrtdirektor die Bühne, begrüßten alte wie neue Kreuzfahrer, erhoben ein Sektglas und prosteten den Gästen mit den Worten zu: Sie haben Urlaub! Jawoll! Es wurde geklatscht und gejubelt. Anschließend eroberten Sänger und Tänzer die Bühne und lieferten eine dieser auf Kreuzfahrtschiffen obligatorischen Tanz- und Musikshows. Ob die Jungens und Mädels tatsächlich so viel Freude an ihrem Tun hatten oder ob es nur ein eingeübtes Lächeln war, konnte ich nicht beurteilen, der Unterhaltungswert jedoch war schon gut. Keine Musicalqualitäten, aber das hatten wir auch nicht erwartet. Und dann, 22 Uhr, war es soweit. Der Schiffstyphon ertönte und begleitet von einer Lasershow, die das Schiff sowie die AIDA Schriftzug auf die Bühne projezierten, legte AIDAbella ab. Erstfahrer, wie wir es damals waren, werden ganz erstaunt sein, dass das völlig geräusch- oder erschütterungslos passiert. Wer zum Beispiel gerade in seiner Kabine hockt und ein Buch liest, der bemerkt erst, dass der Hafen längst nicht mehr da ist, wenn er das Buch aus der Hand legt. Sensationell!

Kurz vor dem Auslaufen begrüßen hier der Kreuzfahrtdirektor und der Entertainmentmanager alte und neue AIDA Gäste mit den Worten: "Sie haben Urlaub!" Wer dieses Spielchen noch nicht kennt, bekommt hier natürlich eine wunderbare Gänsehaut.
Kurz vor dem Auslaufen begrüßen hier der Kreuzfahrtdirektor und der Entertainmentmanager alte und neue AIDA Gäste mit den Worten: „Sie haben Urlaub!“ Wer dieses Spielchen noch nicht kennt, bekommt hier natürlich eine wunderbare Gänsehaut. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Auf dem Pooldeck ging die Party noch ein bisschen weiter, meine Reisegruppe zerstreute sich nach diesem langen und aufregenden Tag aber schon kurz nach dem Ablegen in alle Richtungen. Bedeutet: die meisten sind einfach ins Bett gegangen. Ich hatte mir jedoch vorgenommen, jede Stunde an Bord des Schiffes so gut es eben geht zu nutzen und machte noch einen Abstecher in die Anytime-Bar. Die Disko des Schiffes. An Bord der AIDAbella und ihren baugleichen Schwestern ist das ganz hübsch, da man direkt aus der Disko an Deck, sich kurz mal die lauwarme Meeresluft ins Gesicht pusten und dann zurück ins Getümmel stürzen kann. Dass Mitarbeiter von AIDA stets die ersten waren, die auf der Tanzfläche für Bambule sorgten, störte mich nicht weiter. In jeder Disko braucht es Mutige/Freiwillige, die den Anfang machen. Und wenn es AIDA-Leute in zivil sind, die das Eis auf der Tanzfläche brechen – auch gut. Ich weiß es nicht mehr ganz genau, aber es wird wohl 2 oder 3 Uhr morgens gewesen sein, als ich den Weg zurück in meine Kabine unternahm. Kurz noch mal auf den Balkon, die Aussicht genießen, den Mond, der sich in den Wellen spiegelt, und dann ab in die Koje.

Wie auf so vielen anderen modernen Kreuzfahrtschiffen kann man auch an Bord der AIDAbella jeden Abend in den Genuss einer Gesang- und Tanzvorführung kommen. Mal mehr, mal weniger gut, aber stets recht unterhaltsam. Selbst ein eigenes Musical wurde geboten, das aber weder in Umfang noch in Qualität mit klassischen Broadway-Produktionen mithalten konnte. Wer auf diese Bespaßung jedoch keinen Bock hat, findet an Bord genügend Rückzugsmöglichkeiten, um diesem Trubel zu entgehen. Auch bei AIDA gilt: alles kann, nichts muss.
Wie auf so vielen anderen modernen Kreuzfahrtschiffen kann man auch an Bord der AIDAbella jeden Abend in den Genuss einer Gesang- und Tanzvorführung kommen. Mal mehr, mal weniger gut, aber stets recht unterhaltsam. Selbst ein eigenes Musical wurde geboten, das aber weder in Umfang noch in Qualität mit klassischen Broadway-Produktionen mithalten konnte. Wer auf diese Bespaßung jedoch keinen Bock hat, findet an Bord genügend Rückzugsmöglichkeiten, um diesem Trubel zu entgehen. Auch bei AIDA gilt: alles kann, nichts muss. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Tag 2: 28.10.2010 – Seetag

Es war eine kurze Nacht. Ich weiß nicht mehr, wer von meinen Begleitern auf die sensationelle Idee kam, dass wir uns bereits um 8 Uhr zum Frühstück treffen wollen, aber um sieben Uhr war meine Nacht zuende. Na egal, ich hatte ja den Plan gefasst, das Schiff zu erleben und nicht schlafend in der Kabine zu liegen. Das Frühstück nahmen wir im Weite Welt Restaurant auf Deck 10 zu uns. Wie schon am Vorabend staunte ich nicht schlecht über die enorme Auswahl dessen, was man alleine morgens an vielfältigen, verschiedenen Speisen aufgefahren hatte. Verhungern muss an Bord eines Kreuzfahrtschiffes jedenfalls niemand. Inwiefern AIDA vegetarische/vegane Lebensweisen bzw. Lebensmittelunverträglichkeiten abgedeckt hat, vermochte ich nicht zu sagen. Damals war mir das ehrlich gesagt ziemlich egal und ich habe da nicht weiter drauf geachtet. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass damals wie heute entsprechende Ernährungsgewohnheiten im Speiseplan von AIDA berücksichtigt werden – und sei es, dass man wie bei den Mitbewerbern entsprechende Formulare ausfüllt, um die Küche zu informieren.

Wenn man morgens aufsteht, auf den Balkon hinausgeht und einem eine solche Aussicht geboten wird, dann ist das einer dieser Momente, in denen es das Leben gerade ganz schön gut mit einem meint.
Wenn man morgens aufsteht, auf den Balkon hinausgeht und einem eine solche Aussicht geboten wird, dann ist das einer dieser Momente, in denen es das Leben gerade ganz schön gut mit einem meint. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Nach dem Frühstück kehrte ich zurück in meine Kabine, um auf dem Balkon bis zum Anpfiff der Seenotrettungsübung zu chillen. An der Kabinentür war eingezeichnet, wo ich mich im Falle eines Falles einzufinden hätte. Aus Langeweile probierte ich schon mal die Rettungsweste an. Mit dieser am Leibe sollte sich eh jeder Gast an der ihm zugewiesenen Musterstation einfinden. Und um 10 Uhr 20 ertönte dann das Notfallsignal, das als Startschuss für die Übung diente. Ob das ähnlich wie bei TUI Cruises damals einmal lang und sieben Mal kurzes Piepen war, kann ich heute nicht mehr sagen. Überhören kann man die Alarmtröte jedenfalls nicht. Kaum war das Signal erklungen, schnappte ich mir meine Bordkarte und machte mich entspannten Schrittes zu meiner Musterstation. Die Besatzungsmitglieder empfingen die Reisenden fröhlich und herzlich, beinahe schien es, als wollten sie eher ein Event daraus machen als eine Übung, die eventuell Leben retten kann. Fehlte nur noch, dass sie uns mit einem High Five abklatschten. Ein Crewmitglied hakte die Gäste bei Ankunft ab. Und wie immer gab es auch hier Reisende, die es nicht pünktlich zur Übung schafften. Diese wurden dann über die Bordsprechanlage ausgerufen. Ein bisschen peinlich wäre mir das ja schon gewesen. Nachdem aber alle Reisenden komplett und in kleinen Grüppchen in ihrer jeweiligen Musterstation in unmittelbarer Nähe der Rettungsbote versammelt waren, ertönte eine Durchsage, die das Verhalten im Notfall erklärte. Die ganze Aktion dauerte alles in allem keine 20 Minuten, danach waren wir entlassen. Prima. Es war noch nicht einmal elf Uhr morgens, wir hatten einen entspannten Seetag vor uns und somit jede Menge Zeit und Gelegenheit, das Schiff bis in den letzten Winkel zu erkunden. Ich verabredete mich mit einem Kollegen, um ganz genau das auch zu machen.

Ca. halb 12 starteten wir unsere Rundreise durch das Schiff, ein ums andere mal staunend, wie viel größer diese AIDA innen doch tatsächlich ist, als sie von außen wirkt. Wir arbeiteten uns von Deck 5 an nach oben. Vorbei an der Rezeption und den Internet-Terminals. Ich hatte kurz mit dem Gedanken gespielt, mich dort mal einzuloggen und vielleicht eine eMail in die Heimat zu schicken. Ich kann mich an die Preise nicht mehr erinnern, weiß aber noch ganz genau, nach dem Blick aufs Preisschild dankend abgelehnt zu haben. Die Decks 6, 7 und 8 übersprangen wir. Auf Deck 6 befinden sich Konferenzräume, auf Deck 7 ein Waschsalon und ansonsten immer nur Kabinen. Nicht so spannend also. Auf Deck 9 wurde es dann schon wieder interessanter. Wir erkundeten das Theatrium, dieses Quasi-Theater, das der Bella und ihren Schwestern diesen markanten, gläsernen „Bauch“ an der Schiffseite beschert. Hier fanden gerade Proben zu den nächsten Shows statt. Es sollte sich ergeben, dass wir jeden Abend im Theatrium verbrachten. Entweder war das der Naivität und der Neugier von uns Kreuzfahrtneulingen geschuldet – oder aber die Herrschaften machten tatsächlich einen guten, wenigstens aber unterhaltsamen Job. Wir schlenderten durch die Kunstgalerie und fragten uns, warum wir ausgerechnet an Bord eines Schiffes Gemälde für einige hundert oder gar tausend Euro kaufen sollten, deckten uns dafür im AIDA Shop mit ein paar Devotionalien für die Daheimgebliebenen ein und tranken an der Bella Bar gemütlich einen Kaffee. Gegen Aufpreis, versteht sich. Zwar hatte die Firma uns die Reise geschenkt, Dinge die wir aber außerhalb der mit dem Reisepreis abgegoltenen Leistungen in Anspruch nahmen, zahlten wir aus eigener Tasche. Ich frage mich heute noch wie ich es damals geschafft habe, am Ende eine Bordrechnung von über 300 Euro zu produzieren. Bei einer viertägigen Reise! Na ok, der Abstecher in den Fotoshop sowie der Erwerb diverser Fotos und der Reise-DVD werden daran wohl nicht ganz unbeteiligt gewesen sein.

Das Wetter war super - allerdings auch ganz schön frisch und windig. Derart windig sogar, dass das Schiff so ein bisschen ins Schaukeln geriert. Nicht weiter dramatisch, jedoch stark genug, dass in den Gängen vorsichtshalber die ein oder andere Brechtüte aufgehängt wurde. Der Kapitän bestätigte bei der Offiziersvorstellung im Theatrium am Abend auch, der "Löwe" hätte ein bisschen gebrüllt heute. Wenn auch nicht so, wie er gewiss gekonnt hätte.
Das Wetter war super – allerdings auch ganz schön frisch und windig. Derart windig sogar, dass das Schiff so ein bisschen ins Schaukeln geriert. Nicht weiter dramatisch, jedoch stark genug, dass in den Gängen vorsichtshalber die ein oder andere Brechtüte aufgehängt wurde. Der Kapitän bestätigte bei der Offiziersvorstellung im Theatrium am Abend auch, der „Löwe“ hätte ein bisschen gebrüllt heute. Wenn auch nicht so, wie er gewiss gekonnt hätte. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Auf Deck 10 führte uns unsere Erkundungstour durch die Bibliothek, vorbei an der AIDA Bar, der Fotogalerie (wo man die zahlreichen Fotos, die von den Gästen während der Reise geschossen wurden, betrachten und kaufen konnte), der Vinothek, dem Ausflug Counter und dem Buffalo Steak House. Wie riesig ist so ein Schiff bitte? Auf Deck 11 entdeckten wir den Body & Soul Sportbereich, die Zen Lounge (geschmackvoll eingerichtet!), das Blütenmeer (Jepp, es gibt auch einen Blumenladen an Bord. Für den Fall, dass man während einer Reise heiratet, Geburtstag hat oder ein anderer, blumenwürdiger Tag im Kalender aufploppt.) und das Rossini, eines der aufpreispflichtigen À-la-carte-Restaurants, wo wir von der Firma an diesem Tag zum Essen geladen war. Solltet Ihr Euch mal an Bord der AIDAbella befinden – das Extrageld in das Essen des Rossinis zu stecken, lohnt sich. Wir hätten uns hineinlegen können, so lecker war das!

Wir beendeten unsere Rundreise in der Anytime-Bar auf Deck 12. Zeit für den nächsten Kaffee. Zwar hatten wir strahlendsten Sonnenschein, während sich die Bella über die Wellen in Richtung Cannes schaukelte. Es war jedoch ziemlich windig, deshalb ist die Verwendung des Begriffs „Schaukelei“ gar nicht mal so weit hergeholt. War sicher kein Zufall, dass überall in den Gängen Brechtüten aufgehängt waren. Ich habe aber nicht mitbekommen, dass die jemand hätte in Anspruch nehmen müssen. So starker Seegang war dann wohl doch nicht. Nach Abschluss der Schiffsrundreise kehrte ich in meine Kabine zurück, um den Rest des Nachmittags auf dem Balkon mit Musik in den Ohren zu chillen. Ich kann Euch sagen, es gibt nur wenig Dinge, die entspannender sind als die Gedanken abdriften zu lassen, während rings um einen herum nichts ist als die endlose Weite des Meeres. Ein Traum!

Der Kapitän und seine Offiziere am Abend des Seetages bei der Offiziersvorstellung im Theatrium. Es beruhigt ungemein, wenn man die Leute, die den Kahn steuern, auch mal zu Gesicht bekommt.
Der Kapitän und seine Offiziere am Abend des Seetages bei der Offiziersvorstellung im Theatrium. Es beruhigt ungemein, wenn man die Leute, die den Kahn steuern, auch mal zu Gesicht bekommt. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Der Rest des Tages ist schnell erzählt. Zunächst ging es für uns also zu besagtem Abendessen ins Rossini, in dem wir gar fürstlich speisten und tranken. Danach wohnten wir der Offiziersvorstellung bei, wo sich die Leute, die den Kahn lenkten, der Reihe nach vorstellten. Auch der Kapitän war der Ansicht, dass die See heute durchaus etwas rauer war, sich in den Abendstunden aber beruhigt hätte. Anschließend zog es uns zu einer Beatles-Show. Ich bin nun leider kein Beatles-Fan, daher fällt mir zu dieser Darbietung nicht mehr ein als: war nett. Zum Tagesabschluss ging es für mich abermals weiter in die Anytime-Bar. Ihr habt das bereits geahnt, richtig? Wieder einmal weiß ich nicht mehr, wann ich dort abgehauen bin, aber es war auf jeden Fall noch finstere Nacht auf dem Meer. Vielleicht war es ja gar nicht so spät.

Tag 3: 29. September 2010 – Cannes

Gefühlt war die Nacht noch kürzer. Schon um halb sieben bin ich von der Matratze runter, die ich am liebsten mitgenommen hätte. Meine Güte, sind die bequem! Schon toll, wenn man nach dem Augenaufklappen hinaus auf den Balkon und dem Tag beim Anbrechen zugucken kann. Das heutige, zeitige Aufstehen hatte einen Grund und der war nicht etwa pre-senile Bettflucht. In den frühen Morgenstunden erreichte die AIDAbella Cannes an der französischen Küste. Ihr wisst schon, jenes Städtchen, wo sich die Reichen und Schönen jährlich im Rahmen der Filmfestspiele versammeln. Ob die AIDA zu groß für den Hafen war oder es schlicht kein „Parkplatz“ mehr für das Schiff gab – keine Ahnung. Wir sind jedenfalls mit Tenderbooten rübergesetzt. Schon spannend, das Schiff auch mal aus dieser Perspektive zu sehen. Unser Programm heute: mit einem von der Firma gebuchten Reiseführer auf den Spuren der Stars und Sternchen zu wandeln und dabei einen Eindruck von Cannes zu bekommen. Und das taten wir auch. Unser Reiseführer zog mit uns durch charmante Straßen und enge Gassen, wie man sie häufig in diesem Teil des Mittelmeerraumes findet, und führte uns letztendlich auch zum Palais des Festivals et des Congrès, wo jährlich die Internationalen Filmfestspiele von Cannes stattfinden. Ein bisschen ernüchternd war das schon, da von dem ganzen Glamour nicht sonderlich viel zu sehen ist, wenn man quasi außerhalb der Saison dort entlang wandert. Nix mit rotem Teppich und Blitzlichtgewitter und ähnlichem Firlefanz.

Aus unerfindlichem Grunde geht mir gerade so ein dämlicher Spruch aus der Serie "Die 2" durch den Kopf: Cannes kalt sein, Cannes warm sein, Hauptsache man Cannes, in Cannes. Öh, ja... Jedenfalls: Cannes in der Morgendämmerung vom Balkon eines Schiffes aus ist schon ein sehenswerter Anblick.
Aus unerfindlichem Grunde geht mir gerade so ein dämlicher Spruch aus der Serie „Die 2“ durch den Kopf: Cannes kalt sein, Cannes warm sein, Hauptsache man Cannes, in Cannes. Öh, ja… Jedenfalls: Cannes in der Morgendämmerung vom Balkon eines Schiffes aus besehen ist schon ein sehenswerter Anblick. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Anschließend ging es für uns weiter in das Majestic Barrière, das wahrscheinlich teuerste und exklusivste Hotel entlang der Croisette. Dort hatte man uns zum Champagnerempfang geladen. Das war ungelogen das erste und einzige Mal bis dato, dass ich dieses überbewertete Sprudelwasser getrunken habe. Ein bisschen deplatziert fühlt man sich schon, wenn man sich nur innerhalb fest definierter Bereiche bewegen kann/darf, vorsichtig an halbvollen Champagnergläsern nippt und gleichzeitig durch die zugegezogenen Vorhänge von Hotelgästen argwöhnisch beäugt wird. So richtig verstanden habe ich diesen Abstecher in das Majestic Barrière nicht. Wenn Sinn und Zweck der Übung war, einmal kurz die Luft der Superreichen zu schnuppern, dann kann ich heute wie damals nur sagen: ja, nö – meine Baustelle ist das nicht. Nuckelt ihr mal ruhig weiter euer Blubberwasser in eurem elitären Gefängnis, ich erkunde weiter die Welt und trinke Bier. Aber immerhin: in der Hitze des Mittags auf nüchternen Magen ballert auch so ein Glas Champagner ziemlich gut.

Mit einem der Rettungsboote zwischen Schiff und Hafen tendern. Aus der Perspektive bekommt man die AIDAbella auch nicht alle Tage zu sehen. Festzuhalten bleibt: Gegenüber dem Geschaukel in solchen Rettungsbooten bewegt sich so ein Kreuzfahrtschiff quasi gefühlt gar nicht.
Mit einem der Rettungsboote zwischen Schiff und Hafen tendern: Aus der Perspektive bekommt man die AIDAbella auch nicht alle Tage zu sehen. Festzuhalten bleibt: Gegenüber dem Geschaukel in solchen Rettungsbooten bewegt sich so ein Kreuzfahrtschiff quasi gefühlt gar nicht. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Nun ja. Nachdem wir nun also die Prachtmeile, die Croisette, einmal auf und einmal ab gelatscht waren, trennten sich unsere Wege von denen des Reiseführers. In einer kleinen Gruppe beschlossen einige Kollegen und ich, Cannes jenseits der üblichen Touristen-Hotspots zu entdecken. Und siehe da: Cannes wurde gleich viel spannender, viel attraktiver! Wir genossen einen Kaffee in einem wunderbar schmucklosen Straßencafé an der Côte d’Azur und entdeckten Ecken, die auf Hochglanz gepimpte Kataloge sicher totschweigen würden, die aber mit einem ganz besonderen Charme versehen waren. Zur fortgeschrittenen Nachmittagsstunde kehrten wir zurück aufs Schiff, um dort den Rest des Tages zu verbringen. Ich stolperte zwischendurch in eine Art Comedyshow, die alles war, vor allem aber nicht lustig, und später wieder zu einer Tanzvorführung ins Theatrium und noch später ganz überraschend in die Anytime-Bar, wo eine 80er Party angesetzt war. Logo, dass ich dort hin musste, oder?

Cannes hat schon echt schöne Ecken zu bieten. Wenn man die Croisette, die Prachtmeile der Reichen und Schönen, hinter sich gelassen hat, entwickelt Cannes auch einen ganz besonderen Charme.
Cannes hat schon echt schöne Ecken zu bieten. Wenn man die Croisette, die Prachtmeile der Reichen und Schönen, hinter sich gelassen hat, entwickelt Cannes auch einen ganz besonderen Charme. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

 

An der Côte d’Azur gelegen ist Cannes weltbekannt für die Filmfestspiele, die dort jährlich abgehalten werden. Diese Hausfassade zollt ihnen Tribut.
An der Côte d’Azur gelegen ist Cannes weltbekannt für die Filmfestspiele, die dort jährlich abgehalten werden. Diese Hausfassade zollt ihnen Tribut. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

 

Immer wieder lassen sich in Cannes Dinge entdecken, bei denen man sich denkt: Ach, schau mal wie schön!
Immer wieder lassen sich in Cannes Dinge entdecken, bei denen man sich denkt: Ach, schau mal wie schön! / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

 

Schon interessant zu sehen, wer sich auf der Croisette alles so verewigt hat... ;)
Schon interessant zu sehen, wer sich auf der Croisette alles so verewigt hat… / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

 

Auch fünf Jahre später weiß ich immer noch nicht so richtig, was mit dieser Aktion bezweckt werden sollte. Naja, immerhin kann ich jetzt behaupten, schon mal im Majestic Barrière Schampus geschlürft zu haben. Yay! Oder so.
Auch fünf Jahre später weiß ich immer noch nicht so richtig, was mit dieser Aktion bezweckt werden sollte. Naja, immerhin kann ich jetzt behaupten, schon mal im Majestic Barrière Schampus geschlürft zu haben. Yay! Oder so. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

 

Wenn man entlang der Croisette schon exorbitant teure Luxushotels hat, Modeläden mit den teuersten Marken der Welt und man überdies dort vergoldete Handys erstehen kann zum schmalen Preis von etwa 8tausend Euro, dann muss es natürlich auch einen solchen Laden geben, oder?
Wenn man entlang der Promenade de la Croisette schon exorbitant teure Luxushotels hat, Modeläden mit den teuersten Marken der Welt und überdies dort vergoldete Handys erstehen kann zum schmalen Preis von etwa 8tausend Euro pro Stück, dann muss es natürlich auch einen solchen Laden geben, oder? / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

 

Von einer Erhebung aus betrachtet sieht Cannes aus wie Nizza, Monaco oder eine der der anderen Städte an der azurblauen Küste. Kann man auf jeden Fall mal gesehen, im Vergleich zu anderen Destinationen im Mittelmeer reichen mir persönlich 8 Stunden Landgang in Cannes völlig hin.
Von einer Erhebung aus betrachtet sieht Cannes aus wie Nizza, Monaco oder eine der der anderen Städte an der azurblauen Küste. Kann man auf jeden Fall mal gesehen haben, im Vergleich zu anderen Destinationen im Mittelmeer reichen mir persönlich 8 Stunden Landgang in Cannes aber völlig hin. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Tag 4: 30. September 2010 – Barcelona

Die nächste Station unserer Reise war Barcelona. Vermutlich eine der schönsten Städte dieser Welt. Wenn nicht sogar überhaupt. Es ist echt nicht schwer, an Barcelona sein Herz zu verlieren. Wer einmal vor Ort war, wird dies sicher bestätigen können. Alleine die Einfahrt in den Hafen war der reinste Traum. Die vielen Transportschiffe, die bei Tagesanbruch aus dem Dunst auftauchten und vor Barcelona lagen, wartend darauf in den Hafen zu fahren. Sensationeller Anblick, definitiv!

Wenn man morgens mit dem Schiff im Hafen Barcelonas einläuft, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass einem ein solcher Anblick beschert wird. Das Foto vermittelt es leider nur bedingt, aber lasst Euch versichern, dass es schon ziemlich eindrucksvoll war, wie so nach und nach ein Schiff nach dem anderen aus dem Dunst auftauchte. Irgendwie fast schon unwirklich.
Wenn man morgens mit dem Schiff im Hafen Barcelonas einläuft, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass einem ein solcher Anblick beschert wird. Das Foto vermittelt es leider nur bedingt, aber lasst Euch versichern, dass es schon ziemlich eindrucksvoll war, wie so nach und nach ein Schiff nach dem anderen aus dem Dunst auftauchte. Irgendwie fast schon unwirklich. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Unser Plan für den heutigen Tag sah vor, auf eigene Faust die Stadt zu erkunden. Die Rambla, die bekannte Flaniermeile Barcelonas, stand dabei genauso auf unserem Tourenplan wie das gotische Viertel und natürlich die weltberühmte, von Antoni Gaudí entworfene Sagrada Família, jene Basilika, deren Bau 1882 begonnen wurde und der noch immer nicht vollständig abgeschlossen ist.

Wanderer, kommst du dereinst nach Barcelona, dann mach dich darauf gefasst, dass du von unglaublich vielfältigen Eindrücken förmlich überrumpelt wirst. Ob das nun diese sagenhaften Märkte sind, an denen es Obst, Gemüse, Fleisch und Wurst und Käse und überhaupt alles Essbare in solcher Hülle und Fülle gibt das man glatt glauben könnte, gerade die Ausfahrt zum Schlaraffenland genommen zu haben. Vielleicht sind es aber auch die zahlreichen Schausteller und Pantomimen, die entlang der Rambla in wunderschönen, fantasievollen Kostümen ihrem Handwerk nachgehen. Bei manchen Darstellern, deren Job es war, regungslos in der Gegend zu sitzen, bin ich mir heute noch nicht sicher, ob das Menschen oder Puppen waren. Abzüge bekommt das Erlebnis Rambla für die diversen Händler, die lebende Tiere (Kanarienvögel, Wellensittiche und so was) zum Verkauf angeboten hatten. Ob das heute noch so ist, weiß ich nicht, war längere Zeit nicht in Barcelona. Das trübte den Gesamteindruck aber schon ein bisschen.

Wenn man einmal einen der Märkte in Barcelona gesehen hat, dann kommen einem heimische Supermärkte irgendwie nur noch armselig vor.
Wenn man einmal so einen Markt in Barcelona gesehen hat, dann kommen einem heimische Supermärkte irgendwie nur noch armselig vor. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Obwohl es an allen Ecken und Enden Dinge zu entdecken gab, die uns hätten ablenken können, erreichten wir die Sagrada Família zur Mittagszeit. Dort trennte sich unsere Reisegruppe einmal mehr. Einige wollten unbedingt zur Spitze hinauf und nahmen die Stunde Wartezeit in Kauf. Andere nicht. Ich gehörte zu Gruppe zwei und zog es vor, mich angesichts des knappen Zeitfensters zunächst mit einer Pizza zu stärken. Ein kleines Restaurant in der Nähe der Sagrada Família mit Blick auf selbige war es, wo ich die wahrscheinlich schlechteste Pizza meines Lebens gegessen hatte. Oder war mein Gaumen von dem Essen auf dem Schiff nach der kurzen Zeit schon so verwöhnt? Man weiß es nicht. Gesättigt bestiegen wir eine U-Bahn, um den Weg in das gotische Viertel abzukürzen. Ein Zeitfenster von ca. 8 bis 10 Stunden, die bei einer Kreuzfahrt im Rahmen eines Aufenthalts in einer Destination immer zur Verfügung stehen, sind halt eine eher knappe Geschichte. Das Barri Gòtic ist in jedem Fall, und sei die Zeit noch so knapp bemessen, eine Reise wert. Weltenbummler mit Interesse an Kunst, Kultur und Geschichte können sich hier vermutlich nicht sattsehen. Gefühlt jagt hier ein sehenswertes Denkmal oder Bauwerk das nächste, realistisch ist das tatsächlich so. Alleine dafür lohnt es sich, bei der nächsten Kreuzfahrtbuchung eine Reise zu wählen, die Barcelona in der Route hat!

Am späten Nachmittag hieß es für uns, Abschied nehmen von dieser wahnsinnig tollen Stadt, die selbst in der Kürze der Zeit einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Den Abend an Bord verbrachten wir einmal mehr zunächst im Theatrium, wo wir einer weiteren Musik- und Tanzvorstellung beiwohnten. Thema war an diesem Abend Rocksongs und die Show war richtig, richtig gut. Es war leider ja schon unser letzter Abend an Bord und es schien, als wollte das Ensemble auf der Bühne deshalb mit positiven Eindrücken in Erinnerung bleiben. Nun, das ist geglückt. Anschließend versammelten wir uns alle ein letztes Mal gemeinsam in der Anytime-Bar, um bei der angesetzten Beach-Party die Nacht zum Tage zu machen und noch einmal so richtig zu feiern. Schließlich würde das Abenteuer AIDA ja morgen schon zum Ende kommen.

Tag 5: 1. Oktober 2010 – Palma de Mallorca

Alles hat bekanntlich mal ein Ende, so auch unsere Kreuzfahrt. Bereits um 9 Uhr müssen Gäste, die von Bord gehen, die Kabine verlassen haben. Das Gepäck hat für den Transport zum Hafen schon am Vorabend an der Kabinentür zu stehen. Unser Rückflug nach Deutschland ging zwar erst am Abend und wir hätten noch bis zum Transfer zum Flughafen an Bord bleiben und die öffentlichen Einrichtungen nutzen können, entschieden uns aber dafür, stattdessen Mallorca noch ein bisschen zu erkunden.

Unser Primärziel war La Seu, die gotische Kathedrale im Süden der Altstadt Palmas. Wir wollten es unbedingt schaffen, die Kathedrale zur Mittagsstunde zu erreichen. Wenn die Sonne richtig steht, scheint sie durch die beeindruckenden Buntglasfenster und zeichnet somit wunderschöne Farbmuster auf den Boden, die Wände und Säulen der Kathedrale. Wir haben es geschafft. Und was soll ich sagen – der Anblick ist wirklich prächtig. Solltet Ihr das auch einmal versuchen wollen – Anfang Oktober beispielsweise müsstet Ihr Euch zwischen 11:10 Uhr und 11:20 in La Seu einfinden, um diesem Schauspiel beiwohnen zu können. Es lohnt sich.

Dieses eindrucksvolle Schauspiel aus Licht und Farben bekommt geboten, wer sich zur richtigen Zeit in La Seu, der Kathedrale von Palma, einfindet.
Dieses eindrucksvolle Schauspiel aus Licht und Farben bekommt geboten, wer sich zur richtigen Zeit in La Seu, der Kathedrale von Palma, einfindet / Foto: Roman Jasiek / AVALOST.

Nach dieser … nun ja… Erleuchtung hatten wir immer noch jede Menge zum Vertrödeln. Was macht man also, wenn man die eigentliche, zugegeben sehr kurze To-Do-Liste bereits gegen Mittag abgearbeitet, aber noch einen ganzen Nachmittag Zeit hat? Keine Ahnung, was Ihr in so einem Fall macht – wir haben uns für eine Stadtrundfahrt entschieden. An Bussen, die eine solche Tour rund um Palma anbieten, mangelt es dort nun wirklich nicht. Und so wählten wir planlos irgendeinen dieser Busse, entrichteten die Gebühr und ließen uns angenehme zweieinhalb Stunden über die Insel kutschieren. Eventuell hätten wir auch noch gezielt nach anzuschauenden Sehenswürdigkeiten suchen können. Aber nach diesem komprimierten Input von so unendlichen vielen neuen Eindrücken in den letzten Tagen kam uns diese Rundfahrt gerade recht.

Und noch mal: direkt im Inneren von La Seu. Gehört definitiv auch zu den Dingen, die man Zeit seines Lebens nicht vergisst.
Und noch mal: direkt im Inneren von La Seu. Gehört definitiv auch zu den Dingen, die man Zeit seines Lebens nicht vergisst. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Am späten Nachmittag hieß es dann endgültig Abschied nehmen von Palma und vor allem von der AIDAbella. Mit einer Träne im Knopfloch traten wir die Heimreise an. Mächtig beeindruckt von den Ereignissen der letzten knapp vier Tage. Ganz gleich ob nun das Schiff selbst, das durchweg freundliche Personal, das hervorragende Essen, der mögliche Partyfaktor (sofern man dies denn möchte) – AIDAbella nebst Besatzung hat Eindruck hinterlassen. Offensichtlich so sehr, dass auch fünf Jahre später noch ein Reisebericht dazu geschrieben werden kann. Unmittelbar nach unserer Rückkehr wollten wir alle am liebsten sofort zurück auf das Schiff. Wie bei so vielen Erst-Kreuzfahrern hat es AIDA hervorragend verstanden, bei uns die Sehnsucht nach Meer zu wecken. Eine Sehnsucht, die unstillbar ist…

Dies war die Geschichte einer Kreuzfahrt mit anfänglichen Startschwierigkeiten, die jedoch nichts mit der Kreuzfahrerei selbst zu hatten. Wie Ihr an AVALOST unschwer erkennen könnt, hat diese erste Fahrt die Saat gesät. Das Feuer, die Begeisterung entfacht für diese spannende Art, die Welt zu erkunden. Wie anfangs geschrieben: vielleicht hätte ich so eine Kreuzfahrt selbst niemals ausprobiert, wenn ich sie damals nicht gewonnen hätte. Heute kommt für mich keine andere Form des Reisens mehr in Frage, dafür lockt mich die Weite des Meeres zu sehr und die Möglichkeit, auf bequeme Weise viel von der Welt in kurzer Zeit zu sehen. Am Ende ist es mit Kreuzfahrten aber wie mit der Matrix: so richtig beschreiben kann man das Gefühl nicht, jeder muss es selbst erleben um es wirklich beurteilen zu können. Daher empfehle ich jedem potenziell Interessierten: probiert es aus! Zum Einstieg vielleicht tatsächlich mit so einer Kurzreise, wie sie hier geschildert wurde. Ich für meinen Teil kann den nächsten Ausflug aufs Meer schon gar nicht mehr abwarten.


Hinweis: Die Teilnahme an dieser Reise erfolgte aufgrund eines firmeninternen Gewinnspiels, das von der Thalia Bücher GmbH (ehemals Thalia Holding GmbH) veranstaltet wurde.


Roman Jasiek ist der Gründer und Herausgeber der AVALOST | Times. Außerdem hochgradig süchtig nach Musik, egal ob Szene-Mucke oder auch mal über den Tellerrand hinaus. Am liebsten allerdings elektronische Musik. Er reist gerne, bevorzugt mit großen Schiffen, und schreibt seit Ende der 90er mal hier, mal dort über alle möglichen Dinge. Anfangs über Comics, später über Videospiele und nun... na, Ihr seht es ja. Und wenn er nicht hier ist, dann steckt er wohl auf einem Sonnendeck.