AIDAAktuelle NewsReisenAIDA: Stellungnahme zum 2016er Kreuzfahrt-Ranking des NABU

Roman Jasiek14. September 2016449 minFoto: Roman Jasiek / AVALOST

Kaum hat man mal ein paar Tage Urlaub, schon veröffentlicht der NABU sein jährliches Kreuzfahrtranking. So geschehen am 29. August dieses Jahres. Nachlesen könnt Ihr Details zu diesem Ranking hier*. Zwar ist die Meldung heute nicht mehr gaaaanz so neu, da es aber stets aktuell ist und bleibt, greife ich es der Vollständigkeit wegen hier noch mal auf. Wie fast schon zu erwarten war, gerieten die Reedereien in besagtem Ranking ganz schön ins Kreuzfeuer. Selbstverständlich ist die Kritik in vielen Punkten berechtigt; noch immer holen Reedereien sicher nicht das Maximum in Sachen Umweltschutz und ökologischer Verantwortung aus dem heraus, was schon heute machbar wäre. Und wenn man sich anschaut, dass noch immer Schiffe gebaut bzw. in Auftrag gegeben werden, die nicht auf die umweltfreundlicheren LNG-Antriebe setzen, kommt man nicht umhin, dem Naturschutzbund Deutschland beizupflichten. Allerdings wird da im Eifer des Gefechts mitunter auch schon mal mit Kanonen auf Spatzen geballert. In der Kritik stand auch AIDA CRUISES, die sich unmittelbar nach der Veröffentlichung, quasi noch am gleichen Tage, zu einer Stellungnahme genötigt fühlten. Die könnt Ihr nun nachfolgend lesen:

Rostock, 29. August 2016
Am 29. August 2016 veröffentlichte der NABU sein jährliches Kreuzfahrtranking. AIDA Cruises führt dieses Ranking mit seinem jüngsten Flottenmitglied AIDAprima erneut an.

Die Kritik des NABU am Umweltengagement von AIDA Cruises sowie die Vorwürfe des Greenwashings und des Schwindels weist AIDA Cruises zurück.

Wir informieren die Öffentlichkeit transparent zum aktuellen Status unserer Umweltschutzmaßnahmen. Mit dem NABU sind wir in regelmäßigem Kontakt. An Bord von AIDAprima haben sich Vertreter des NABU persönlich über den Stand der Umsetzung der Umweltinitiativen informiert.

Zur Pressemeldung des NABU vom 29. August 2016 nimmt AIDA Cruises wie folgt Stellung.

Korrekt ist:

– AIDA Cruises ist als einzige Kreuzfahrtreederei schon heute auf die derzeit verfügbaren Optionen zur emissionsarmen Energieerzeugung vorbereitet und nutzt diese bereits in der Praxis.

– AIDAprima wird als erstes Kreuzfahrtschiff weltweit in vier europäischen Häfen nahezu emissionsfrei mit LNG betrieben. AIDAprima stößt somit während der Hafenliegezeiten keine Rußpartikel und keine Schwefeloxide aus. Die Emissionen von Stickoxiden verringern sich damit um 80 Prozent und die von CO2 um 20 Prozent. Das ist ein maßgeblicher Beitrag zur Senkung der Emissionen im Hafenbetrieb, der 40 Prozent der Gesamtbetriebszeit ausmacht.

– Zudem verfügt AIDAprima über zwei Landstromanschlüsse, ein umfassendes System zur Abgasnachbehandlung, das derzeit im Zulassungsprozess ist, sowie die innovative MALS Technologie, mit der das Schiff reibungsarm auf einem Luftblasenteppich gleitet.

– In Hamburg unterstützt AIDA Cruises als einzige Reederei mit der LNG Hybrid Barge von Becker Marine Systems und der Landstromanlage zwei innovative Pilotprojekte zur Emissionsminderung.

– AIDAprima wird ausschließlich mit schwefelarmem Marinediesel sowie im Hafen mit LNG betrieben.

– Vier Schiffe der bestehenden AIDA Flotte verfügen bereits über erste Installationen des umfassenden Systems zur Abgasnachbehandlung, welche die Schwefeloxide und einen Teil des Feinstaubs herausfiltern.

– In Nord- und Ostsee sowie vor den Küsten Nordamerikas verwendet AIDA Cruises ausschließlich schwefelarmen Treibstoff mit maximal 0,1 Prozent Schwefelanteil. Auch in allen europäischen Häfen verarbeiten die Motoren bereits seit 2010 ausschließlich Diesel mit einem Anteil von nur noch maximal 0,1 Prozent Schwefel. Im Hamburger Hafen tut AIDA dies freiwillig bereits seit 2007.

Zu den NABU Messungen:

– Hamburg verfügt über ein umfangreiches System zur Messung der Luftqualität. Die Messung wird durch das in Hamburg ansässige Institut für Hygiene und Umwelt durchgeführt. Die Auswertung der öffentlichen Messdaten zeigt jedoch keinen Anstieg der Feinstaubbelastung.

– Die amtlichen Messergebnisse aus dem Hamburger Hafen decken sich bei den Anläufen von AIDAprima mit den Werten der vom Umweltbundesamt in Brunsbüttel durchgeführten Feinstaubmessung. Das Umweltbundesamt misst am Standort Brunsbüttel fortlaufend die Belastung durch Feinstaub. Die Daten sind öffentlich zugängig.

– Angesichts der Messergebnisse der amtlichen Messstationen, welche die vom NABU erwähnten Belastungen gerade nicht aufgezeichnet haben, wirft dies u. a. Fragen zur angewandten Messmethode, dem verwendeten Messgerät, dessen Eichung etc. auf.

Insofern sind wir die falschen Adressaten für die Vorwürfe des NABU.

Liest sich der letzte Satz der Stellungnahme für Euch auch irgendwie schnippisch? Wirft man einen Blick auf das Ranking des NABU, dann ist dort tatsächlich nur die AIDAprima relativ gut weg gekommen. Alle anderen Kreuzer der Flotte sind nach wie vor tiefrot. Die Methoden des NABU können sicherlich hinterfragt werden, Luft für Verbesserungen gibt es bei AIDA aber dennoch. Zu sagen, die anderen sind aber auch nicht besser, würde übrigens niemandem helfen, der Umwelt am wenigsten. Und der NABU hingegen wäre umgekehrt vielleicht ganz gut beraten, ein bisschen weniger hysterisch an die Sache heranzugehen. Eventuell treten der NABU und AIDA ja auch einfach mal in einen Dialog miteinander, anstatt sich mit Pressemeldungen gegenseitig eins auf den Deckel zu geben. Also mal so richtig, mit Hinhören und Verstehen. Scheint ja bisher noch nicht so gut geklappt zu haben.


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Roman Jasiek

Roman Jasiek ist der Gründer und Herausgeber der AVALOST | Times. Außerdem hochgradig süchtig nach Musik, egal ob Szene-Mucke oder auch mal über den Tellerrand hinaus. Am liebsten allerdings elektronische Musik. Er reist gerne, bevorzugt mit großen Schiffen, und schreibt seit Ende der 90er mal hier, mal dort über alle möglichen Dinge. Anfangs über Comics, später über Videospiele und nun... na, Ihr seht es ja. Und wenn er nicht hier ist, dann steckt er wohl auf einem Sonnendeck.