BURNING WITCHES - Burning Witches
Foto: Burning Witches / Nuclear Blast

BURNING WITCHES – Burning Witches

Für mehr Frauenpower im Metal bin ich ja immer zu haben, weshalb ich mich jüngst dem gleichnamigen Debutalbum der BURNING WITCHES aus der Schweiz gewidmet habe. Im Handel seit dem 29.05.2017 zu haben.

Die Band formierte sich im Jahr 2015 in Brügge/Schweiz angestoßen von Romana Kuhl (Gitarre), deren größter Traum es war, eine rein weibliche Metalband zu gründen; dieser Traum sollte mit den Burning Witches endlich in Erfüllung gehen.
Der Pressetext verrät schon einmal, dass die Mädels sich mit melodischen Gitarrenriffs auch an Elementen des Power und Speed Metals bedienen, aber auch Einflüsse des Traditional zu hören sein werden. Man darf also gespannt sein, zumal die erste Single bereits vom Rock Hard Magazin als auch vom Metal Hammer im Vorfeld als „Demo of the Month“ ausgezeichnet wurde.

Mein erster Blick fiel aufs Cover – Holy …. Hier wird schon mächtig mit szenetypischer Klischeesymbolik gespielt. Pentagramme, Lederkorsetts… Geschmackssache. Erinnert mich von er Aufmachung her stark an die frühen Werke von Manowar oder Mötley Crue. Dieses Mal aber eben in rein weiblicher Besetzung. Gespannung lag in der Luft, also Mediaplayer angeschmissen und los ging es. Und es ging los – schon die ersten vier Takte verraten, 80er Glamrock oder gar Melodic Metal a la Nightwish haben hier nichts zu melden. Mit ordentlich Druck dahinter beweisen die Hexen, dass sie ihr Handwerk verstehen. Der Gesang ist ausdrucksstark, melodisch, kraftvoll. Das growlen allerdings üben wir nochmal, Schätzeleins. Das klingt bisweilen doch etwas zu angestrengt. Gitarre, Bass, Schlagzeug – hier stimmt alles und mit einer mächtigen Ladung drückt es den geneigten Hörer erst einmal in den Sitz.

Bei „The Dark Companion“ hat es mich endgültig von der Bank gefegt. Doublebass, das (verbesserungswürdiges) Growlen gepaart mit dem melodisch-kraftvollen Gesang von Seraina. Wer noch keinen Frühjahrputz gemacht hat, spart sich an dieser Stelle das abstauben seiner Musikanlage. So stark wie das Album beginnt, so geht weiter, die Witches gönnen einem keine Pause. Zeitweilen erinnert mich das Gesamtpaket stilistisch doch etwas an das eine oder andere Werk von Iron Maiden – aber was ist schon schlecht daran, sich an den etablierten Größen zu orientieren, hm? Genau.

Kurz durchatmen darf der Hörer dann bei „ Save me“, Song Nummer 6. Von Ballade kann hier allerdings keine Rede sein, jedoch beweist Seraina an dieser Stelle Stimmvolumen, dass es einem die Falten aus dem Sack haut. Was für eine Frau! Die restlichen Songs vervollständigen den Gesamteindruck – hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt!

Ich bin echt ein verliebt in dieses brennende Quintett und hoffe, die Mädels geben auch zukünftig so Vollgas und liefern weiterhin so ab, wie es mit ihrem Einstand getan haben. Das Album steht den Etablierten in Nichts nach und reiht sich wunderbar ein in dieses bislang doch mehr von den Männern dominierte Genre.


Fazit: Die Burning Witches haben keinen Grund sich zu verstecken oder gar Welpenschutz in der Szene einzufordern. Geballte Frauenpower, die ihr Pulver hoffentlich noch lange nicht verschossen hat. Ich bin gespannt, was da zukünftig noch kommt und wünsche den Mädels viel Erfolg und eine allzeit treue Fanbase.


BURNING WITCHES - Burning Witches


Steffi – klein, laut, chaotisch. Treibt seit mehr als 15 Jahren ihr Unwesen in der Düsterszene, marschiert auch mal härtere Gangarten und mutiert in Sachen Musik gern mal zum Schwamm. Kunstinteressiert, fotografiebegeistert, zerstreut geht sie mit Leidenschaft an ihre Leidenschaft. Singen, fotografieren, schreibseln, philosophieren und dem Papst ein Doppelbett anzudrehen sind die Dinge, die neben dem schnöden Bürojob ihr Freizeit füllen. Neuling bei den Avalosts, dadurch aber nicht weniger motiviert.