Abgebrannt und Spaß dabei: Band 1 von  „Green Lantern (Dawn of DC)“ ist die rasante Rückkehr von Hal Jordan

Foto: Panini Comics

Im Hause DC ist offensichtlich (mal wieder) die Zeit für Renovierungsarbeiten gekommen. Unter dem Motto „Dawn of DC“ erzählen neue Kreativteams frische Geschichten mit altbekannten Charakteren. Jim Lee, der Boss von DC, erklärt den Ansatz wie folgt: „Dawn of DC ist eine unserer ehrgeizigsten Initiativen überhaupt und ermöglicht uns, größere und mutigere Geschichten in unserer gesamten Produktpalette zu erzählen“. Ein Superheld, der im Rahmen dieses Projekts eine neue Serie auf den kostümierten Leib geschrieben bekommen hat, ist Hal Jordan. Landläufig auch bekannt als Green Lantern. Ist die erste Ausgabe von „Green Lantern (Dawn of DC)“ tatsächlich der Beginn eines zweiten (oder dritten oder vierten usw.) Frühlings der grünen Leuchte? Könnte sein.

Hal Jordan hat es aber auch nicht leicht. Seinen Ring, der ihm die wildesten Dinge ermöglicht, hat er nicht mehr, der Quadrant der Galaxie, in der sich auch unsere gute, alte Erde befindet, steht unter Quarantäne, einen Job hat er auch nicht und auf dem Konto sind noch ungefähr 50 Dollar. Seine Ex-Freundin Carol Ferris ist inzwischen verlobt und hat auf den vermeintlichen Slacker zunächst mal gar nicht so viel Bock. Zumal sie damit beschäftigt ist, ein erfolgreiches Luftwaffenunternehmen zu leiten. Alles also gar nicht mal so gut in dem Moment, in dem wir von Autor Jeremy Adams (u. a. Drehbuchautor der Serie „Supernatural“) ins Leben von Hal Jordan geworfen werden. Und natürlich wäre das keine Superhelden-Story geworden, wenn nicht irgendein Finsterling mit fiesen Absichten auf den Plan treten würde, um Jordans Tag noch weiter zu versauen. In diesem Fall ist es Sinestro, der unter anderem die Zerstörung von Coast City auf der To-do-Liste stehen hat – und später, weil das noch nicht reicht, die gleichzeitige Einäscherung von Washington und Moskau …

Es gibt so ein paar Begriffe, die mir während und nach der Lektüre dieses Auftakts als umschreibende Schlagworte durch den Kopf gingen. Rasant, actionreich, unterhaltsam sind ein paar davon. Es gibt beispielsweise ein paar Szenen, in denen Pilot Hal Jordan sich in Kampfjets mit anderen Piloten misst. Das ist derart flott umgesetzt, sowohl dramaturgisch als auch zeichnerisch, dass man sich direkt in Filme wie „Top Gun“ versetzt fühlt. Erfreulicherweise ohne den gleichen Patriotismus und/oder Waffenfetisch zu bedienen. Auch die leicht augenzwinkernde Art und Weise, wie Hal Jordan in diesem Auftakt dargestellt wird, gefällt mir gut. Die schicken und dynamischen Zeichnungen von Xermanico stehen dem in nichts nach. Dass der Comic bei allen Dramen, die da so aufgetischt werden, bei all den Bedrohungen, mit denen sich Hal Jordan konfrontiert sieht, nicht übermäßig ernst wirkt, ist ein Pluspunkt. Popcorn-Kino ist auch so ein Begriff, der mir diesbezüglich durch den Kopf geht.

Alles in allem lässt sich also Folgendes festhalten: Der unter dem Banner „Dawn of DC“ präsentierte Neustart von Green Lantern hat zahlreiche positive Dinge auf der Haben-Seite, erlaubt sich keine wirkliche Schwäche und kann sich somit eine Empfehlung ins Mutti-Heft stempeln. Sieht gut aus, ist sehr temporeich, bietet viel imposant gezeichnete Action und unterhält von der ersten bis zur letzten Seite. Mehr kann man eigentlich nicht verlangen, oder?

Erscheinungsdatum
23. April 2024
Verlag
Panini Comics
Zeichnungen
Scott Godlewski, Xermanico
Inhalt
Jeremy Adams
Storys
Green Lantern (2023) 1-6
Seiten
164
Unsere Wertung
3.3
Fazit
Der unter dem Banner „Dawn of DC“ präsentierte Neustart von Green Lantern hat zahlreiche positive Dinge auf der Haben-Seite, erlaubt sich keine wirkliche Schwäche und kann sich somit eine Empfehlung ins Mutti-Heft stempeln. Sieht gut aus, ist sehr temporeich, bietet viel imposant gezeichnete Action und unterhält von der ersten bis zur letzten Seite.
Pro
Vergnüglicher, zumal sehr rasanter Auftakt zur neuen Serie rund um die grüne Leuchte
Ist nicht so ernsthaft, wie es vielleicht hätte sein können
Kontra
Die Motivation des Bösewichts ist eher semi-gut heraus- gearbeitet
3.3
Wertung
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