Von Fledermäusen, Schildkröten und Peperoni-Pizza. Die Neuauflage von „Batman/Teenage Mutant Ninja Turtles“ in einem Wort: Cowabunga!

Reden wir doch noch einmal über das Thema (Comic-)Crossover. Das ist ein gern genommenes Mittel, um Figuren unterschiedlicher Verlage, manchmal aber auch nur innerhalb ein und desselben Verlagshauses, in einer in sich geschlossenen Erzählung aufeinandertreffen zu lassen. In vielen Fällen hat dieses Treffen, das nicht selten in einer anständigen Portion Klassenkeile endet, keine Auswirkungen auf die Kontinuität der jeweiligen Figuren und Serien. Bisher war der Dreh- und Angelpunkt der Crossover, die wir uns hier an dieser Stelle näher angeschaut haben, Batman. Batman, wie er auf Jackie Estacado bzw. die Darkness getroffen ist („The Darkness / Batman“). Batman, wie er mit Spawn eine dämonische Bedrohung aufzuhalten versucht („Batman / Spawn: Dämonenfluch“). Und unser Thema heute: das nun wieder erhältliche erste Aufeinandertreffen von Batman mit den Teenage Mutant Ninja Turtles. Ein gleichermaßen unwahrscheinliches, absurdes wie vergnügliches Abenteuer.

Die Geschichte von „Batman/Teenage Mutant Ninja Turtles“ ist schnell erzählt: Die Schildkrötengang ist, zusammen mit ihrem Lehrmeister Splinter, in Gotham City gelandet. Im Prinzip sind sie durch eine Art Dimensionstor von einer Welt in die andere gelangt. Und mit ihnen leider auch ihr Erzfeind Shredder, zusammen mit einer Horde seiner Food Ninjas. Shredder, gewiefter Oberfiesewicht, der er nun mal ist, hat zügig begriffen, wie in good old Gotham der Hase läuft und ist im Begriff, Gothams Unterwelt an sich zu reißen, um die Herrschaft über die Stadt zu übernehmen. Dabei bekommt er Unterstützung unter anderem von Ra’s al Ghul, der seinerseits aber ganz eigene Ziele zu verfolgen scheint. Das wäre an sich schon Problem genug. Aber reicht ja noch nicht, daher: In der Dimension, in der sich die Turtles nun befinden, lässt die Wirkung des Mutagens nach. Also von jenem Mittelchen, das aus handelsüblichen Schildkröten aufrecht gehende Ninja-Kämpfer mit Heißhunger auf Peperoni-Pizza machte. Viel Zeit bleibt nicht, um zu verhindern, dass sich die Turtles und Splinter wieder zurückverwandeln. Und als wäre das weiterhin nicht genug, gelingt es Shredder und seinen neuen Best Gangster Buddies, ebendieses Mutagen in Arkham zu verteilen. Mit dem Ergebnis, dass die ganze Bude nunmehr einem Zoo gleicht. Das zunächst ungleiche Team, bestehend aus Batman, den Turtles, Splinter und diversen anderen steht also vor einem riesigen Haufen ernster Probleme. Zeit für Pizza und Videospiele ist aber dennoch. Cowabunga!

Machen wir uns nichts vor: dieses erste Crossover von Batman mit den mutierten Ninja-Schildkröten gewinnt keinen Preis für die originellste Story. Aber auch hier müssen wir uns mal ehrlich machen und feststellen: das tun die wenigsten Crossover. Das sind, so würde ich es jetzt mal unterstellen wollen, schlicht gern genommene Marketing Gags, um die Absatzzahlen ein wenig anzukurbeln. Und doch ist es immer wieder eine vergnügliche Abwechslung. So auch in diesem Fall. „Batman/Teenage Mutant Ninja Turtles“ liest sich gut und flott in einem Stück weg. Und es sieht dank der Bilder von Freddie E. Williams II auch einfach wirklich gut aus. Wie so viele andere Crossovers ist auch dieses keines, das ich als Must-Have bezeichnen würde. Dennoch kann man damit sehr wohl viel Spaß haben. Und geht es nicht genau darum in erster Linie bei einem Comic? Um eine Stunde unterhaltsamer Lektüre, welche die Flucht aus dem Alltag ermöglicht?

Halten wir also mal fest: „Batman/Teenage Mutant Ninja Turtles“ ist sicher keine Pflichtlektüre, aber wer sich für die Fledermaus und/oder die Schildkröten begeistern kann, bekommt hier eine vergnügliche Comiclektüre geboten, auf die mehrere Dinge zutrifft. Sie ist warmherzig und mit Leidenschaft, Begeisterung und Respekt für bzw. vor den jeweiligen Helden erschaffen worden. Daher ist es schön, dass die Geschichte von Panini wieder neu aufgelegt wurde. Und Batman, der zusammen mit den Turtles eine Peperoni-Pizza in der Bathöhle mampft, während Alfred erste Anzeichen purer Verzweiflung zeigt – das ist schon ein kleiner, aber wunderbarer Moment für die Ewigkeit. Cowabunga!

Erscheinungsdatum
23. April 2024
Verlag
Panini Comics
Zeichnungen
Freddie E. Williams II
Inhalt
James Tynion IV
Storys
Batman/TMNT 1–6
Seiten
140
Unsere Wertung
3.3
Fazit
„Batman/Teenage Mutant Ninja Turtles“ ist sicher keine Pflichtlektüre, aber wer sich für die Fledermaus und/oder die Schildkröten begeistern kann, bekommt hier eine vergnügliche Comiclektüre geboten, auf die mehrere Dinge zutrifft. Sie ist warmherzig und mit Leidenschaft, Begeisterung und Respekt für bzw. vor den jeweiligen Helden erschaffen worden. Daher ist es schön, dass die Geschichte von Panini wieder neu aufgelegt wurde. Und Batman, der zusammen mit den Turtles eine Peperoni-Pizza in der Bathöhle mampft, während Alfred erste Anzeichen purer Verzweiflung zeigt – das ist schon ein kleiner, aber wunderbarer Moment für die Ewigkeit.
Pro
Unterhaltsame, manchmal witzige Klassenkeile von Fledermäusen, Schildkröten, Shredder, den Einwohnern Arkhams und so weiter.
Flott geschrieben
Sehr hübsch illustriert
Kontra
Sehr oberflächliche Story: tiefergehende Charakterzeichnungen oder eine hoch anspruchsvolle Geschichte gibt es hier nicht. Sollte man vermutlich aber auch nicht erwarten.
3.3
Wertung
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