Vor Genuss bitte anschnallen:In „Der unbesiegbare Iron Man 2: Mr. und Mrs. Stark“ geht die Post ab!

Foto: Panini Comics

Seit August des letzten Jahres mussten Fans von Tony Stark alias Iron Man warten, bis Panini Comics nach dem vielversprechenden Auftakt „Der unbesiegbare Iron Man: Das Leben des Tony Stark“ mit neuem Material um die Ecke kam. Aber nun ist es so weit und wir erfahren, wie es im Leben des einstigen Lebemanns weitergeht. Kurze Rückblende: Als wir Tony zuletzt in seiner eigenen Serie gesehen hatten, war er pleite. Aus noblem Grund, schließlich kaufte er alle Waffen vom Schwarzmarkt, die er bekommen konnte, um sie zu vernichten. Außerdem hatte er ein sehr ausgemachtes und sehr ernstes Problem mit Alkohol. Und weil das noch nicht reicht, war da dieser Feilong, der Tonys Firma mittels feindlicher Übernahme an sich gerissen hatte und nun, mit haushohen Sentinels und Stark-Technologie im Inneren, Jagd auf Mutanten und generell alle möglichen Superwesen macht. Und an diese ganz schön unerfreuliche Situation knüpft „Der unbesiegbare Iron Man: Mr. und Mrs. Stark“ an.

Die Situation ist für Tony jetzt nicht uuunbedingt besser geworden, sag’ ich mal so. Feilong macht ihm immer noch das Leben schwer, der akute Geldmangel sowie der Drang zum Trinken, weit über den Durst hinaus, sind nach wie vor sehr aktuelle Themen in seiner Biografie. Damit die meterhohen Sentinels, die seinen guten Namen (und somit auch den seines Vaters) nicht noch weiter beschmutzen, fasst Tony einen riskanten Plan. Zusammen mit seinem Kumpel Rhodey alias War Machine und gekleidet in einer neuen Tarn-Rüstung macht sich Tony auf den Weg, eine seiner Fabriken in die Luft zu sprengen. Die Fabrik explodiert zwar, aber sonst geht der Plan gehörig in die Hose. Rhodey wird verhaftet. Und obwohl zum Zeitpunkt der Explosion niemand mehr vor Ort war, wird ihm der Mord an einem Vorarbeiter in die Schuhe geschoben. Und schon wieder ist guter Rat teuer. Um die Verteidigung von Rhodey kümmert sich eine gewisse Jennifer Walters. Von Wilson Fisk hingegen kommt (nicht nur) finanzielle Unterstützung von sehr unerwarteter Stelle. Und dann ist da ja auch noch die Blitzhochzeit in Vegas, die dem vorliegenden Comic seinen Untertitel bescherte. Und schon geht sie ab, die Post!

Whoa! Was für ein wilder, action- und spannungsgeladener Ritt! Es passiert so viel in diesem zweiten Iron-Man-Comic, dass Panini folgenden Hinweis durchaus hätte anbringen können: Vor Genuss bitte anschnallen! Die Idee, diese ganze Story wie Eintragungen in die Biografie von Tony Stark, also quasi aus seiner Perspektive heraus, zu erzählen, funktioniert nach wie vor. Vielleicht sogar noch ein wenig besser als im ersten Teil. Gerade die Momente, in denen Tony, als offensichtlich Alkoholkranker, dem Drang, zur Flasche zu greifen, widersteht, sind schon ziemlich elegant geschrieben. Etwas muss ich an den Film „Leaving Las Vegas“ denken, auch wenn hier natürlich nicht die gleiche Schwere und Dramatik vorherrscht. Bei den vielen Dingen, die hier passieren, kann man schon von großem Können des Autors Gerry Duggan sprechen, dass die Dinge hier trotz allem nicht überfrachtet, schlüssig und jederzeit nachvollziehbar sind. Auch wenn hier in gewisser Hinsicht ein heimliches Crossover mit seiner anderen Serie, „Die furchtlosen X-Men“, stattfindet.

Auch optisch gibt sich dieser Band erneut keine Blöße. Inzwischen habe ich meinen Frieden damit gemacht, dass die erneut für die bildliche Umsetzung zuständigen Personen Andrea di Vito, Ig Guara und Juan Frigeri mit sehr klassischer Panel-Aufteilung arbeiten. Das notwendige Tempo, um den Adrenalinpegel steigen zu lassen, bringen sie innerhalb dieser gut rüber. Besser noch als im ersten Band. Was hier möglicherweise auch einfach dem Umstand geschuldet ist, dass so viel mehr passiert. Im Prinzip ist es auch vollkommen okay, nicht direkt das ganze Pulver schon zu Beginn zu verballern.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wer Iron Man bzw. Tony Stark mag, kann und sollte sich diese Serie nicht entgehen lassen! „Der unbesiegbare Iron Man“ verleiht dem Charakter, den man schon seit so vielen Jahren auf so vielen Abenteuern begleiten durfte, ganz viel zusätzlicher Tiefe. Es ist immer noch einer der schwersten Kämpfe, die Tony je bestreiten musste – und es ist vor allem großartige Unterhaltung! Wir steuern hier auf das Finale zu, denke ich, aber dieser Handlungsbogen hat das Potenzial, im kollektiven Gedächtnis der Fans einzuziehen. Chapeau!

Erscheinungsdatum
30. April 2024
Verlag
Panini Comics
Zeichnungen
Andrea di Vito, Ig Guara, Juan Frigeri
Inhalt
Gerry Duggan
Storys
Invincible Iron Man (2022) 1–6
Seiten
148
Unsere Wertung
3.8
Fazit
Wer Iron Man bzw. Tony Stark mag, kann und sollte sich diese Serie nicht entgehen lassen! „Der unbesiegbare Iron Man“ verleiht dem Charakter, den man schon seit so vielen Jahren auf so vielen Abenteuern begleiten durfte, ganz viel zusätzlicher Tiefe. Es ist immer noch einer der schwersten Kämpfe, die Tony je bestreiten musste – und es ist vor allem großartige Unterhaltung! Wir steuern hier auf das Finale zu, denke ich, aber dieser Handlungsbogen hat das Potenzial, im kollektiven Gedächtnis der Fans einzuziehen.
Pro
Furiose Fortsetzung des ersten Bandes!
So rasant erzählt, dass man sich möglicherweise ertappt, immer schneller lesen zu wollen, weil man wissen möchte, wie es weitergeht
Kontra
3.8
Wertung
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