AIDA CRUISES

AIDA Cruises ist eine Marke des britisch-amerikanischen Kreuzfahrtunternehmens Carnival Corporation & plc für den deutschsprachigen Markt. Als Logo dient ein „Kussmund“ mit Schriftzug AIDA aus Buchstaben in vier verschiedenen Farben, nach einem Entwurf des Grafikers Feliks Büttner aus dem Jahr 1996. Nach Konzernangaben ist die Marke in Deutschland Marktführer.


Eigentümer der Schiffe ist Costa Crociere, die Südeuropa-Tochter des Konzerns mit Sitz in Genua. Für den Betrieb der unter italienischer Flagge fahrenden Flotte der Marken Aida Cruises, Costa Crociere und Costa Asia ist die im Februar 2015 gegründete Carnival Maritime GmbH in Hamburg verantwortlich.


GESCHICHTE


DEUTSCHE SEEREEDEREI


Die Deutsche Seereederei (DSR) mit Sitz in Rostock war schon als Volkseigener Betrieb im „Feriendienst“ der DDR mit der Völkerfreundschaft ab 1960 und mit der Arkona ab 1985 als Kreuzfahrtveranstalter tätig. Im Jahr 1993 wurde das Unternehmen privatisiert, an die Investorengruppe Horst Rahe und Nikolaus H. Schües aus Hamburg verkauft und mit der F. Laeisz Schiffahrtsgesellschaft zur Reederei F. Laeisz verschmolzen.


Noch im gleichen Jahr beschloss das neue Management, das Kreuzfahrtgeschäft mit der Arkona durch einen Neubau zu erweitern. Erstmals am deutschen Markt sollte dabei nach amerikanischem Vorbild der „Fun Ships“ (deutsch: „Spaßschiffe“) von Carnival Cruise Lines das Konzept eines Cluburlaubs auf Schiffsreisen übertragen werden. Der Neubau wurde im Juni 1996 unter dem Namen AIDA (heute AIDAcara) in Dienst gestellt und unter der Marketingbezeichnung „Das Clubschiff“ intensiv beworben. Man wollte mit dem Namen an die anderen Schiffe der Reederei anknüpfen, deren Namen ebenfalls mit dem Buchstaben A begannen und endeten. Die Wahl fiel auf Aida, nach einer nubischen Prinzessin im alten Ägypten und einer Oper von Giuseppe Verdi, die fälschlicherweise oft mit der Eröffnung des Sueskanals in Verbindung gebracht wird, so dass ein Bezug zur Schifffahrt hergestellt war. Der Grafiker Feliks Büttner entwarf das Markenzeichen im Jahr 1996. Der „Kussmund“ mit großen Augen und blauem Lidstrich als Rumpflackierung kennzeichnet seither alle AIDA-Schiffe.


Trotz guter Buchungszahlen erzielte das Unternehmen mit der AIDA keinen Gewinn. Im Gegenteil kostete auch die Vermarktung der Kabinen durch den für diesen Zweck gegründeten eigenen Veranstalter Arkona Reisen zunächst viel Geld. Um die Liquidität des Unternehmens zu stärken, verkaufte man im August 1997 das Schiff für 324 Millionen DM an den Wettbewerber Norwegian Cruise Line (NCL). Durch einen gleichzeitig vereinbarten Charter-Vertrag blieb die AIDA jedoch im Betrieb der DSR-Tochter Deutsche Seetouristik, die ihren Namen im Jahr 1998 in Arkona Touristik änderte.


P & O


Im November 1999 überließ Arkona Touristik sein Kreuzfahrtgeschäft der britischen Reederei P&O, zu diesem Zeitpunkt weltweit die Nr. 3 im Kreuzfahrtgeschäft. Der Verkauf erfolgte durch Übertragung der Tochtergesellschaft Seetours International, die man im Oktober 1997 selbst erst von der TUI erworben und der man im Anschluss das operative Kreuzfahrtgeschäft und alle Rechte an der Marke AIDA anvertraut hatte. Arkona Touristik blieb mit einem 49-%-Minderheitsanteil an dem in London neu gegründeten Joint Venture AIDA Cruises Ltd. nur noch finanziell beteiligt. Da Seetours ein für Schiffsreisen gut eingeführter Name war, ergänzte ihn P&O als Namensbestandteil der deutschen Niederlassung zu Seetours – German Branch of Aida Cruises. P&O kaufte sofort das erste AIDA-Clubschiff von NCL zurück und gab zwei weitere Schiffe zur Auslieferung in den Jahren 2002 und 2003 bei der Aker MTW Werft in Wismar in Auftrag. Im Jahr 2000 tauschte Arkona Touristik vereinbarungsgemäß seinen Joint-Venture-Anteil gegen Aktien der P&O Princess Cruises International, in die P&O gerade sein gesamtes Kreuzfahrtgeschäft ausgegliedert hatte. Daraufhin änderte sich der Name der deutschen Niederlassung in Seetours – German Branch of P&O Princess Cruises International Ltd.


CARNIVAL CORPORATION & PLC


Seit Zusammenschluss der in Carnival plc. umfirmierten P&O Princess Cruises International mit der amerikanischen Carnival Corp. im April 2003 gehört auch die Marke AIDA Cruises zum neu entstandenen Weltmarktführer für Kreuzfahrten Carnival Corporation & plc.


Noch im Verlauf des Jahres 2004 übertrug der Konzern den Betrieb der AIDA-Marke von seinem britischen Unternehmensteil auf die italienische Konzerntochter Costa Crociere in Genua, eine bereits 1997 durch Carnival Corp. übernommene italienische Reederei. Das Eigentum an den Schiffen ging zunächst an die Società di Crociere Mercurio, ebenfalls in Genua, mit deutscher Niederlassung AIDA Cruises – German Branch of Società di Crociere Mercurio S.r.l., ab Juli 2010 dann direkt zur Costa Crociere, weshalb die deutsche Niederlassung seither als AIDA Cruises – German Branch of Costa Crociere S.p.A. firmiert. Ihre Geschäftsräume befinden sich in wiederaufgebauten alten Speicherhäusern am Rostocker Stadthafen.


Zwischen 2007 und 2013 investierte Carnival mehr als zwei Milliarden Euro in den Ausbau der AIDA-Flotte. In diesem Zeitraum wurde jedes Jahr ein neues Schiff in Dienst gestellt. Insgesamt wurden sieben Schiffe, die alle auf der Meyer-Werft in Papenburg im Emsland gebaut wurden, in Dienst gestellt.


Anfang August 2011 gab das Unternehmen die Bestellung zweier Neubauten bei Mitsubishi Heavy Industries in Japan bekannt. Die mit etwa 125.000 BRZ vermessenen und für 3250 Passagiere ausgelegten Schiffe sollten jeweils im März der Jahre 2015 und 2016 abgeliefert werden. Ihre Motoren ermöglichen auch den Betrieb mit umweltfreundlichem Flüssiggas und die Rümpfe verfügen über ein spezielles System zur Luftschmierung, was bis zu sieben Prozent Antriebsenergie einsparen soll. Beim ersten Neubau, der am 30. Juni 2013 auf Kiel gelegten AIDAprima, kam es zu Verzögerungen beim Bau. Die angekündigte 50-tägige Jungfernfahrt von Japan nach Dubai und Hamburg musste von März zunächst auf den 1. Oktober 2015 verschoben und am 4. August 2015 schließlich abgesagt werden. Die Schiffstaufe erfolgte am 7. Mai 2016 in Hamburg. Auch die Ablieferung der AIDAperla, des zweiten Neubaus verzögerte sich um mehr als ein Jahr bis Mitte 2017.


Im Februar 2015 gründete Costa Crociere die Tochtergesellschaft Carnival Maritime GmbH in Hamburg. Als neue Betreibergesellschaft übernahm diese unter Leitung von Jens Lassen das Management der bis dahin von Genua und Rostock betriebenen Kreuzfahrtschiffe der Marken AIDA Cruises, Costa Crociere und Costa Asia. Am 1. September 2015 ernannte die Costa-Gruppe Felix Eichhorn zum neuen „Präsidenten“ der AIDA Cruises. Michael Ungerer, der diese Position als Nachfolger von Michael Thamm seit 2012 innehatte, wechselte innerhalb des Unternehmens zu Carnival Asia.


Eine im März 2015 geschlossene Vorvereinbarung zwischen Mutterkonzern Carnival Corporation & plc und der Meyer Werft über den Bau von vier neuen Schiffen der Helios-Klasse zwischen 2019 und 2022 wurde drei Monate später in eine Festbestellung umgewandelt. Zwei der Schiffe sollen für AIDA Cruises in Fahrt kommen. Die Schiffe sollen mit 183.900 BRZ vermessen, 337 Meter lang und 42 Meter breit sein.] Das Typschiff AIDAnova wurde im Dezember 2018 in Dienst gestellt. Das zweite soll im Frühjahr 2021 abgeliefert werden. 2018 wurde ein drittes Schiff mit Ablieferung im Jahr 2023 bestellt.


QUELLE
Seite „AIDA Cruises“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 14. August 2019, 20:57 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=AIDA_Cruises&oldid=191346520 (Abgerufen: 17. August 2019, 07:41 UTC)


FOTO: ROMAN JASIEK

Mehr laden