Foto: Sony Pictures

ELYSIUM

Vor etwa vier Jahren hat die Stunde von Regisseur Neill Blomkamp geschlagen. Er sollte die Videospielserie „Halo“ auf die Leinwand bringen und dort zum Erfolg führen. Selbstverständlich ist alles anders gekommen. Das Projekt scheiterte an der Finanzierung und liegt bis heute auf Eis. Da ein gewisser Peter Jackson jedoch das Potential des jungen Regisseurs erkannte, bot er ihm den Stuhl von „District 9“ an. Der Rest der Geschichte ist bekannt – „District 9“ wurde nicht nur ein Sensationserfolg, sondern auch mehrfach für den Oscar nominiert. Seitdem wurde es ruhig um Neill Blomkamp, bis er jetzt seinen neuen Film „Elysium“ veröffentlichte. Ob auch dieser Film zu den besseren Vertretern des Science-Fiction Genres gehört oder nicht, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

© 2013 Sony Pictures Digital Inc
© 2013 Sony Pictures Digital Inc.

Wir befinden uns im Jahr 2154, die Erde ist zu einem Müllhaufen verkommen, Los Angeles gleicht einem Mega-Slum. Vollkommen marode Wolkenkratzer, Armut an jeder Ecke und eine hohe Kriminalitätsrate sorgen nicht unbedingt für das Wohlbefinden der Bürger. Ganz anders auf Elysium, einer großen Raumstation, die von jedem bewohnt wird, der genug Geld hatte, sich einen Platz an diesem besseren Ort zu kaufen. Max da Costa (Matt Damon) träumt seit seiner Kindheit davon, mit seiner Jugendfreundin Frey eines Tages auf Elysium zu wohnen, um dem Elend zu entfliehen. Die Realität sieht leider anders aus. Max ist ein mehrfach vorbestrafter Verbrecher, der unter miesen Arbeitsbedingungen sein Geld verdient und so versucht, sich über Wasser zu halten. Frey ist schon lange aus seinem Leben verschwunden. Bedingt durch einen Arbeitsunfall hat er jedoch nur noch fünf Tage zu leben. Die einzige Möglichkeit dem Tod zu entrinnen besteht darin, einen Weg nach Elysium zu finden, um eine der Medizinbänke zu nutzen, die jede Krankheit diagnostiziert und vollständig heilt…

© 2013 Sony Pictures Digital Inc
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Bei District 9 gab es die Rassentrennung, bei Elysium ist es die Trennung der Gesellschaftsschichten. Das Setting ähnelt sich, die Hauptfigur ähnelt sich – ein Loser, der mehr oder minder plötzlich zum Helden avanciert. Haben wir es also mit einem District 9 Teil 2 zu tun? Bedingt. Parallelen sind nicht zu leugnen, doch leidet Elysium eher unter den typischen Hollywood-Krankheiten. Der Film beginnt stark, Optik und Sound sind klasse. Die Einführung ist smart, auf der Erde die armen Bewohner, auf Elysium die versnobten Reichen unter dem Kommando von Verteidigungsministerin Jodie Foster. Es fällt nicht schwer der Handlung zu folgen, die Rolle der bösen steht Jodie Foster zu Beginn wie die Faust aufs Auge. Kurz: Der Zuschauer hat durchaus das Gefühl, es mit einem anderen, einem besseren Film zu tun zu haben. Dieses Gefühl vermindert sich jedoch mit zunehmender Laufzeit. Elysium verläuft sich zunehmend in den typischen Hollywood-Mustern. Die Geschichte um den kranken Max da Costa, die armen Erdlinge, ein krankes Kind und schließlich der Versuch, die ganze Menschheit zu retten. Klar – die Zuschauer wollen Happy-Endings sehen, Romantik, Theatralik und Gefühle – doch muss es immer in jedem Film sein? Die von Blomkamp geschaffene Dystopie reißt mit und wirkt ungemein realistisch, der Weg zum Hollywood-Standard Film aber auch.


Wo es District 9 noch geschafft hat, anders, erfrischender und neuer zu sein und zu bleiben, schafft es Elysium nur bis zur Hälfte das absolute Hit-Potential zu halten. Dieses gewisse Besondere wird durch vorhersehbare Handlungen und den immer gleichen Entscheidungen der Charaktere – Jodie Foster verkauft sich im Laufe des Film mit dem immer gleichen Gesichtsausdruck völlig unter Wert – nicht gehalten. Versteht mich nicht falsch, Elysium ist ein guter Film, der gut unterhält, das gewisse Etwas zum Top-Film fehlt jedoch. Vielleicht auch nicht zuletzt aufgrund diverser Logiklöcher in der Handlung. Für einen Freitagabend gibt es einen Film mit guter Action und einem gewissen Unterhaltungswert. Wird jedoch ein Film gesucht, der in dieser Form nicht irgendwie schon 17-Mal gesehen worden ist, liegt man bei Elysium dann jedoch daneben.