Foto: AVALOST / Michael Kanzler

AESTHETIC PERFECTION – The Dark Half

Zuletzt aktualisiert:

„Wir arbeiten hart. Wir trinken härter“ – so jedenfalls verkündet es Daniel Graves auf der Facebookseite seines „Emo Body Music“ Projekts AESTHETIC PERFECTION. Ob der exzessive Vodkakonsum, von dem Graves und seine Live-Musiker stets auf Facebook berichten, wirklich der Wahrheit entspricht oder nur der Legendenbildung dient, kann ich nicht beurteilen. Was sich aber beurteilen lässt ist die aktuelle Single „The Dark Half“. Ja dann: Na sdorowje!

Möglicherweise schüttet sich Daniel Graves tatsächlich die Figur stets bis Oberkante Unterlippe voll. Kann er machen, meine Leber ist es ja nicht. ;) Solange seine Leistungen als Musiker nicht darunter leiden, ist mir das ehrlich gesagt ziemlich egal. Erst kürzlich konnte ich mich davon überzeugen, dass Graves und Kollegen trotz angeblicher Exzesse auf der Bühne 100% Vollgas geben. Im Vorprogramm von Covenants „Leaving Babylon“-Tour war Aesthetic Perfection DIE Band, die zumindest im Hannoveraner Musikzentrum am meisten überzeugte. Der übermittelten Energie, aber auch der fetzigen, treibenden Electro-Mucke wegen. Zwar liegt das letzte Album schon zwei Jahre zurück, dennoch legt Graves einigen Arbeitseifer an den Tag, den man sooo nicht ständig geboten bekommt. Seit „All Beauty Destroyed“ veröffentlichte er ein Remix-Werk besagten Albums sowie bisher zwei Singles („A Nice Place To Destroy“ und den Knüller „Antibody“). Mit „The Dark Half“ folgt nun die dritte Single, die Aesthetic Perfection Fans auf die im Februar 2014 startende, neue Tour vorbereiten soll. Ist ja nicht so, dass AP seitdem fürchterlich lange von den Bühnen verschwunden gewesen wären.

Die Single bietet zwei neue Songs: das Titelstück „The Dark Half“ sowie die B-Seite „Dead Ringer“. „The Dark Half“ ist ein peitschendes Stückchen Düsterelektro, das den aktuellen Sound Aesthetic Perfections gut widerspiegelt: Graves beweist hier, dass er Schreien und Singen gleichermaßen kann, während sich quietschige Synthies um treibende Beats schmeicheln. Schon ok, dieser Song, macht live aber mehr Spaß als aus der Konserve. Zumal: nach „Antibody“ ist es eh schwer, in Euphorie zu verfallen. ;) „Dead Ringer“ fetzt da schon etwas mehr, da schneller und tanzbarer. Einer dieser Songs, mit der sich Tanzflächen zum Beben bringen lassen. Musikalisch scheint man sich hier ein wenig an frühere Combichrist Werke orientiert zu haben. Wenn ich an das letzte AP Konzert denke, scheint Combichrist aber so manches Mal für das Treiben Daniel Graves‘ Pate gestanden zu haben. Wie soll ich sagen… gibt sicher schlimmeres.

Abgerundet wird die Single durch diverse Remixe des Titelstücks. Der Suicide Commando – Remix beispielsweise ist genau das brachiale Stück Dark Electro, das man erwarten kann. Knarzig, bedrohlich brodelnd zeigt dieser Remix auf, was das der eigentliche Song hätte sein können. Oder hört Euch den BlakOpZ Remix an. Viel verspielter in den Arrangements erzeugt diese Version ebenfalls eine unangenehme Stimmung. Interessant ist auch der BITES Remix. Dieser nämlich schwankt zwischen experimentellen, nur schwer zugänglichen Krachgewittern und zuckersüßem Synthiepop-Getüdel. Ziemlich abgefahren. Es bleibt abschließend der ∆AIMON Remix zu erwähnen. Von allen Varianten die ruhigste und langsamste. Dennoch drängt sich ausgerechnet diese Version förmlich für die nächsten Halloweenparty auf.
[section label=“Fazit“ anchor=“fazit“]

Fazit

Schon komisch: dass die Remixe eines Songs spannender sind als das Original, das passiert auch nicht alle Tage. Bei Aesthetic Perfections aktueller Single ist aber genau das der Fall. „The Dark Half“ höre ich mir gerne live an, zuhause kickt mich der Song nicht. Da können die Remixe deutlich mehr reißen. Spannender ist hier deutlich die B-Seite. Sie hat das Potential, mir morgens beim in die Gänge kommen zu helfen. Davon abgesehen war es fast zu erwarten, dass die nächste Veröffentlichung nach „Antibody“ wieder etwas abflacht. Wenn sich Herr Graves bis dahin nicht in die nächste Dimension gesoffen hat, dann wird die nächste AP Veröffentlichung sicher wieder eher ein Knaller. Bis dahin wird „Antibody“ wohl verdaut sein. In diesem Sinne: Cheers!


[section label=“Infos“ anchor=“infos“]
[su_tabs]
[su_tab title=“Cover“]Aesthetic Perfection - The Dark Half
[su_/tab]

[su_tab title=“Infos“]

  • Medium: mp3 (11. Oktober 2013)
  • Label: Out Of Line

[/su_tab]

[su_tab title=“Trackliste“]

  1. The Dark Half
  2. The Dark Half (Suicide Commando Remix)
  3. The Dark Half (Daimon Remix)
  4. The Dark Half (Bites Remix)
  5. The Dark Half (BlakOpz Remix)
  6. Dead Ringer

[/su_tab]

[su_tab title=“Anspieltipps“]

  1. The Dark Half (Daimon Remix)
  2. The Dark Half (Bites Remix)
  3. Dead Ringer

[/su_tab]

[su_tab title=“Spotify“]

[/su_tab]

[su_tab title=“Video“]

[/su_tab]

[su_tab title=“Links“]

[/su_tab]

[/su_tabs]

NEUE KOMMENTARE.

  • Die Verlosung ist beendet, die Gewinner wurden per Mail benachrichtig...
    Roman Jasiek
  • Rückblickend betrachtet hat mir das Museum irgendwie besser gefallen als...
    Roman Jasiek
  • Die Kollegen bei Electrozombies haben auch eine schöne Review zu...
    Roman Jasiek
WEITERE STORY.
THE CHEMICAL BROTHERS – Free Yourself (Official Video)