Foto: Columbia / Sony Music

ANTJE SCHOMAKER: Das Debüt „Von Helden und Halunken“ erscheint am 23. Februar

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Spontan (und ohne genauere Überprüfung dieses Bauchgefühls) würde ich sagen, dass im Hinblick auf schicken Singer-/Songwriter-Pop das letzte Jahr nicht übermäßig üppig ausgefallen ist. Ich meine ok, da waren Gloria mit ihrem ganz famosen, leider aber auch genauso viel zu kurzen Album „Da“, aber sonst? 2017 war diesbezüglich gefühlt eher dünn. 2018 aber schickt sich an, in diesem Punkt direkt vom Start an wieder mehr bieten zu wollen. Olli Schulz beispielsweise kommt Anfang Februar mit einem neuen Album um die Ecke. Aber nicht nur die gestandenen Musiker sind es, denen Fans und Freunde besagter Liedkunst ihre Aufmerksamkeit schenken sollten, sondern auch spannenden Newcomern. Wie beispielsweise ANTJE SCHOMAKER. Die Wahlhamburgerin spielte unter anderem mit Gloria oder Bosse, während sie an ihrem Debütalbum „Von Helden und Halunken“ arbeitete. Über besagtes Album, das am 23. Februar veröffentlicht werden wird, steht folgendes in der offiziellen Ankündigung:

Wäre ANTJE SCHOMAKER unsere beste Freundin, würde sie uns vielleicht ein Lied schreiben, wenn das Leben die rosa Brille in die Ecke pfeffert. Sie würde vermutlich einen Refrain für die Ewigkeit singen, noch bevor die Sonne wieder aufgeht und ziemlich sicher würde sie das perfekte Wort erfinden, um diesen einen geilen Sommer für immer festzuhalten. Wenn man „VON HELDEN UND HALUNKEN“ hört, ist es aber irgendwie gar nicht mehr so wichtig, an wen genau Antje gedacht hat, als diese elf Songs entstanden sind – denn sie klingen allesamt, als kämen sie direkt aus dem Zimmer nebenan.

„Gute Menschen ziehen gute Dinge an.“ Der Satz muss stimmen, denn für Antje laufen ein paar Sachen erst mal rund: Es fängt mit einem Geburtstagslied für ihre Schwester an und hört an einer mallorquinischen Promenade auf, weil sie Flatrate-Saufen nicht so spannend findet. Und genau genommen fängt es da auch wieder an, denn die Jungs, die sie dort zufällig kennenlernt, sind heute ihre Manager. Dabei war das vorher gar nicht deren Baustelle, als Produzententeam. Ähnlich war das mit ihrem Booker, der ein anderes Veranstaltungs-Spezialgebiet hatte bevor er Antje traf und mittlerweile ihre komplette Tour bucht. So tickt eben das Schomaker-Universum: Freundschaft ist das Stichwort, nicht Business.

Deswegen ist es auch nicht wild, dass ihr Debüt ein paar Extrarunden dreht: Theater spielen, Einladung nach Hamburg, vor Ort merken, dass Coversongs nichts für sie sind. An irischen Straßenecken singen, im Studio ackern, irgendwann checken, dass sie auf dem Holzweg ist. Bei besagten Jungs anrufen, von vorne anfangen, plötzlich wissen, dass es das jetzt ist. Mit Bosse, Oerding und Gloria auf Tour gehen, mit einer Plattenfirma Steak und Tofu grillen, aus dem Bauch raus auf „VON HELDEN UND HALUNKEN“ anstoßen. „Man hätte hier und da vielleicht pokern können, aber es hat sich einfach richtig angefühlt.“ Verdammt gut fühlen sich auch ihre kleinen, feinen Indiepop-Songs an, in denen man sich dauernd über funkelnde Kostbarkeiten wie: „Wo die Liebe hinfällt, schlägt sie ihre Knie auf“ oder „Ich werfe meine liebsten Menschen in beide Herzkammern, verschließ die Klappen mit braunem Klebeband“ freuen kann.

„Ich hinterfrage wenig, bin so ehrlich wie möglich und dass das auf Deutsch passiert, war ganz selbstverständlich. Ich sammle überall Worte, z.B. wenn jemand etwas besonders Schönes sagt, und benutze manche Worte nie, weil ich sie hässlich finde.“ Vielleicht ist es die ungenierte, echte Liebe, die dafür gesorgt hat, dass Antje kaum Co-Writer für „VON HELDEN UND HALUNKEN“ brauchte. Sie will 100% hinter allem stehen, was sie singt und was sie tut, denn Authentizität ist ihr so wichtig, wie unabhängig zu sein. „Ich bin z.B. diesen ‘Pärchen-Druck’ leid. ‘Bessere Hälfte’ und so. Jeder Mensch kann doch auch allein ein wichtiger Teil der Gesellschaft sein. In meinen Songs geht’s oft um die andere wichtige Sache: Freundschaft und gemeinsame Erlebnisse. Ich möchte nicht so sehr festhalten – wenn mich etwas ärgert, versuche ich es zu ändern, und wenn ich etwas anpacke, gebe ich mich voll rein. Multitasking ist nicht so meins.“

Aber natürlich ist Antje genau wie du und ich: Auch ihr Leben schlägt manchmal Haken, die man sacken lassen muss, bevor man sich daran erinnern kann, an welcher Kreuzung man seinen Weg denn eigentlich verlassen hat. Sie hat „VON HELDEN UND HALUNKEN“ für sich, für uns und all diese Zeitlupenaugenblicke geschrieben. Weil ihre Songs ohne leeres Gerede mit uns am Küchentisch sitzen, wird jedes noch so kleine Gefühl für bare Münze genommen – und wenn überhaupt nichts hilft, schnappen sie sich ihren Parka und ziehen mit uns um die Häuser bis die Welt wieder anders aussieht.

Das veröffentlichte „Still-Video“ zu „Auf und davon“, der kürzlich veröffentlichten neuen Vorab-Single, gibt einen guten Eindruck davon, was auf dem kommenden Album zu erwarten ist. Mich erinnert ihre Musik ein bisschen an das Tun von Enno Bunger oder Lilou – definitiv nicht die schlechtesten Assoziationen.


Antje Schomaker – Auf und davon (Still Video)

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