FAITH NO MORE: Neues Album "Sol Invictus" erscheint am 15. Mai!
Foto: Dustin Rabin Photography

FAITH NO MORE – Sol Invictus

Ich war gerade 15 Jahre alt, als FAITH NO MORE meiner Meinung nach ihr bestes Album veröffentlichten. Es gibt keinen Song auf „The Real Thing“, den ich nicht auswendig kenne oder auf der Gitarre begleiten kann. Mit dem 1992 folgenden „Angel Dust“ tat ich mich da schon schwerer, doch nach einiger Zeit hab ich das Album auch lieb gewonnen, mit Songs wie „Midlife Crisis“ und „Kindergarten“ blieb die Band doch ihrer Linie treu und brachte mit „Be Aggressive“ nochmal richtig Schwung in die Szene. 1995 folgte „King For A Day, Fool For A Lifetime“, 1997 „Album Of The Year“, beides Alben, mit denen ich wieder sofort klar kam. Ob das totale Brett von „Collision“ oder das monumentale „Ashes To Ashes“, alles ging sofort ins Ohr und passte auf den Indie-Metal-Floor. Dann ward es, bis auf vereinzelte Shows zwischen 2009 und 2012, ruhig um die Band aus San Francisco.

Mittlerweile sind 18 Jahre seit dem „Album Of The Year“ vergangen, wer hätte da noch mit einem neuen Album von Faith No More gerechnet? Gibt es die überhaupt noch? — Jawohl und ihr neues Album hört auf den Namen „Sol Invictus“ und zehn neue Titel sind drauf, die ich mir jetzt schon ein paar Tage anhöre. Was ihr erwarten könnt, hab ich mal zusammen geschrieben.

Der erste Song trägt den Titel des Albums „Sol Invictus“ und ist als nettes Intro zu verstehen. Erst mit „Superhero“ drehen Mike Bordin, Bill Gould, Roddy Bottum, Mike Patton und Jon Hudson wieder in gewohnter Manier auf. Der Song deutet auf die alte Stärke von Faith No More hin. Für „Sunny Side Up“ kann ich mich auch nach mehrmaligem Hören nicht begeistern, trotz Funk-Einlage finde ich den Track wenig originell. Ähnlich geht es mir mit „Separation Anxiety“, der zwar sehr treibend ist, doch irgendwie klingt, als ob man ihn schon lange kennt. „Cone Of Shame“ präsentiert alles, nur kein Mittelmaß. Wer auf eine Ballade hofft, der irrt gewaltig, denn nach zwei Minuten nimmt der Song eine gewaltige Wendung. Für „Rise Of The Fall“ kann ich mich allerdings eher begeistern, erkennt man doch Muster aus den alten Tagen der Band wieder. „Black Friday“ macht es auch sehr spannend. Von einer Akustik-Gitarre in die Irre geführt, offenbaren sich plötzliche Klanggewitter, Jim Morrison lässt grüßen. Der Song „Motherfucker“ klingt ein wenig nach 1992, geht dem Faith No More-Fan gut ins Ohr, hat aber eine geringe Halbwertszeit. „Matador“ stelle ich mir als 6 minütige Faith No More Opera vor. Der Song wandelt ein wenig durch verschiedene Stile, bis die Band dann zu einem gemeinsamen großen Finale kommt. Lediglich den Background-Chor empfinde ich als etwas dick aufgetragen. „From The Dead“ ist eine Akustik-Ballade erster Güte, höre ich da nicht sogar jemanden ein Bottleneck benutzen? Mike Patton and Friends verabschieden sich also mit sehr seichten Tönen von ihren Zuhörern.


Ich musste meinen ersten Eindruck von dem Album ein paar Male korrigieren. Nach dem ersten Hören wollte es mich so gar nicht überzeugen. Alles neu und doch irgendwie schonmal gehört. Ja, was denn nun? Neu? Originell? Oder alles ein alter Hut? Ich habe festgestellt, dass ich einfach mit dem Material überfordert war. Auch noch nach dem zehnten Mal durchhören entdecke ich plötzlich Elemente in den Songs für mich, die ich vorher nicht mochte. Mein Tipp: Dem neuen Album ohne Erwartungen eine Chance geben. Die Tracks sind mit viel Liebe zum Detail arrangiert und überfrachten den eiligen Hörer einfach schlichtweg. Bleibt mir nur abschließend zu sagen: Faith No More are back in town.


Faith_No_More_-_Sol_Invictus


INHALT / KONZEPT.7.5
TEXTE.7
GESANG.7.5
PRODUKTION.7.5
UMFANG.7.5
GESAMTEINDRUCK.7
LESERWERTUNG.0 Bewertungen0
POSITIV.
Das kann man positiv oder negativ sehen: "Sol Invictus" holt seine Hörer möglicherweise nicht sofort ab
NEGATIV.
Es wirkt manchmal etwas überfrachtet
7.3
PUNKTE.
FAZIT.
Ich musste meinen ersten Eindruck von dem Album ein paar Male korrigieren. Nach dem ersten Hören wollte es mich so gar nicht überzeugen. Alles neu und doch irgendwie schonmal gehört. Ja, was denn nun? Neu? Originell? Oder alles ein alter Hut? Ich habe festgestellt, dass ich einfach mit dem Material überfordert war. Auch noch nach dem zehnten Mal durchhören entdecke ich plötzlich Elemente in den Songs für mich, die ich vorher nicht mochte. Mein Tipp: Dem neuen Album ohne Erwartungen eine Chance geben. Die Tracks sind mit viel Liebe zum Detail arrangiert und überfrachten den eiligen Hörer einfach schlichtweg.