Foto: Dependent Records

Ab Februar 2020 endlich auch auf Vinyl: Die legendären ersten drei Alben von mind.in.a.box

An Bands und Künstlern mangelt es dem elektronischen Teil der Düsterszene nun wirklich nicht. Aber seien wir doch mal ehrlich, Freunde – es gibt dort zahlreiche Vertreter, die ein einmal als erfolgreich etabliertes Konzept … nun… nennen wir es wohlwollend „nacheifern“. Echte Unikate hingegen sind ziemlich überschaubar. Zumindest war es das im letzten Jahrzehnt. Wir schreiben das Jahr 2020 und noch ist natürlich nicht abzusehen, was das neue Jahrzehnt musikalisch bringen wird. Gestandene Bands werden ihren Weg weitergehen, vielleicht auch zu neuen Ufern aufbrechen und ganz gewiss werden auch viele, viele bisher unbekannte Künstler auf den Plan treten. Und wer weiß, vielleicht ist da auch wieder die ein oder andere Kapelle dabei die es schafft, etwas völlig neues, etwas ganz eigenes zu erschaffen. Eine Band wie MIND.IN.A.BOX beispielsweise. Das düsterelektronische Projekt ist nicht nur musikalisch eine Ausnahmeerscheinung, sondern hat mit der Sci-Fi-Story rund um das Dreamweb, welche den Rahmen der jeweiligen Alben bildet und sie miteinander verbindet, ein ziemlich cooles Konzept geschaffen, das in seiner Konsequenz seinesgleichen sucht.

Das viele Geschwafel vorweg hat natürlich einen Hintergrund: Die ersten drei Alben von mind.in.a.box – „Lost Alone“, „Dreamweb“ und „Crossroads“ – sind zeitlose Klassiker geworden, die Connaisseuren das Herz erwärmt, wenn davon die Rede ist. Die Story funktioniert heute noch und auch die Musik ist ganz hervorrangend gealtert. Zeitlos eben. Und genau diese drei Alben erscheinen bei Dependent Records in wunderschönen Vinyl-Varianten, die entweder einzeln zu haben sind oder in einer auf 300 Exemplare limitierten Box. Folgendes schreibt das Label über die anstehende Veröffentlichung:

Foto: Dependent Records

Die ersten drei Mind.In.A.Box Alben nahmen die Elektronikszene im Sturm. Es fing 2003 an, als ein unscheinbares Musikdemo auf CD-R beim Elektrolabel Dependent eintrudelte. Die darauf enthaltenen fünf Songs elektrisierten Dependent A&R Stefan Herwig nachhaltig, denn sie hatten genau das, was der elektronischen Musikszene Anfang der 2000er Jahre abging: Originalität, großartiges komplexes Sequencing, hypnotische Harmonien und phantastische Vocals, teils verzerrt, aber teils auch aufwendig vocoderisiert. Diese Zutaten erschufen vor dem geistigen Auge des offenen Hörers ein eigenständiges Musikuniversum: Das Dreamweb von Mind.In.A.Box.

Hinter den Aufnahmen steckten der österreichische Teilzeit-Videospielkomponist Stefan Poiss (Music) und Markus Hadwiger (Lyrics), die mit Mind.In.A.Box erste Gehversuche für ein eigenes Musikprojekt machten. Ihr Debütalbum „Lost Alone“ fand sein Publikum schnell: der eigenständige Mix aus frischen Sounds und Vocals, irgendwo zwischen unterkühltem Technopop, Trance, 80s Eingängigkeit und moderner melancholischer Elektronik staubte nicht nur zurecht jede Menge „Album des Monats“-Veröffentlichungen ab, es etablierte auch gleichzeitig eine eigene musikalische Nische.

Zusätzlich unterfüttert wurde das Musikuniversum noch von der gelungenen Sci-Fi Story, die in den ersten Alben angerissen wurde, und auf der bandeigenen Website www.mindinabox.com fortgeführt wurde: „Dreamweb“, eine matrixgleiche Story über Überwachung und Eskapismus in andere Dimensionen passte hervorragend zu Musik und Vocals, und wurde in die Alben sogar in Form von kurzen Hörspielsnippets eingewoben. In den darauffolgenden Jahren gewann die bei „Lost Alone“ nur skizzenhaft eingeführte Storykomponente zunehmend an Profil und wurde auf den Folgealben „Dreamweb“ (2005) forgeführt und 2007 im Album „Crossroads“ mit dem Artwork des renommierten Grafikers Ingo Römling perfektioniert.

Diese ersten drei Alben von Mind.In.A.Box sind nun erstmals als Vinylveröffentlichungen aufgelegt worden: Einzeln als wunderschöne Doppel-Vinyle im Klappcover mit den Original-Albumdesigns in Vinylgröße. Oder als auf lediglich 300 Stück limitiertes, edles Boxset mit allen drei Alben in farbigem Vinyl, Bonustracks und Artprints in Vinylgröße. Ein würdiges Re-Release-Packet für diese außergewöhnlichen Meisterstücke….

Wer die Box-Sets von Dependent kennt, weiß: Die Teile sind mehr Fan-Service in edelster Darreichungsform als der Wille, damit das große Geld zu verdienen. Während wir also gespannt darauf warten, wie die Geschichte des Dreamwebs weitergeht und welche musikalischen Highlights Stefan Poiss uns als nächstes kredenzt, können Fans ihre Sammlung mit ein paar wahren Schmuckstücken aufwerten. Das erste Highlight des neuen Jahres bzw. Jahrzehnts kommt also aus der Vergangenheit. Zur Abwechslung macht das aber mal so rein gar nichts. Erscheinungstermin für diese Schätzchen ist übrigens der 14. Februar 2020. Wenn das nicht ein Zeichen ist.