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NINE INCH NAILS – Hesitation Marks

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Immerhin gute fünf Jahre ist es still um NINE INCH NAILS gewesen. 2008 erschien „The Slip“, im Jahr darauf verkündete Obernagel Trent Reznor, NIN für eine Weile von der Bildfläche verschwinden lassen zu wollen. Was dann auch so geschah. Untätig war Reznor in der Zwischenzeit dennoch nicht. In den Jahren danach komponierte er mit NIN-Kollegen Atticus Ross zwei Soundtracks und gründete mit ihm und Reznors Frau Mariqueen Maandig die Band How To Destroy Angels. All das waren rückblickend quasi die Vorboten dessen, was am 3. September (in den USA, bei uns wenige Tage früher) das Licht der Welt erblicken sollte: „Hesitation Marks“, das 8. Studioalbum der Band. Oder nach NIN Zählweise die 28. Veröffentlichung (Halo). Bei einer Band dieses Kalibers sind die Erwartungshaltungen für gewöhnlich sehr hoch. Es gibt einiges zu erzählen über dieses Album. Fangen wir an.

Man hört und liest immer wieder überraschte Kommentare, wie elektronisch, minimalistisch und vergleichsweise zugänglich, ja wenn nicht sogar popig „Hesitation Marks“ (oder auch Halo 28) geworden sei. Ehrlich gesagt verstehe ich die Aufregung nicht. Trent Reznor, seit jeher zentrales Element der Nine Inch Nails, geht schwer auf die 50 zu, ist inzwischen verheiratet, Vater und Oscar-Preisträger. Mit anderen Worten: sein Leben verläuft mittlerweile in deutlich geregelteren Bahnen. Dass die Zeit des großen Herumwütens irgendwann vorbei sein musste, lag doch auf der Hand, oder nicht? Sie wurde abgelöst von Selbstreflektionen. Reznors früheres Leben ist ganz offensichtlich ergiebig genug, auch heute noch große Songs hervorzurufen. Mehr dazu aber später. Dass das neue Album den Schwerpunkt auf Elektronik legt, dürfte eigentlich niemanden überraschen. Das Debütalbum „Pretty Hate Machine“ war ähnlich orientiert und immer wieder nahmen elektronische Spielereien einen hohen Stellenwert im Schaffen Reznors ein. Erinnert sich noch jemand an den Soundtrack des Computerspiels „Quake„? Das war manchmal gar nicht so weit weg davon mit seiner Ausrichtung auf elektronisches Ambient-Getüdel. Auch die Soundtracks für die Filme „The Social Network“ und vor allem „The Girl With The Dragon Tattoo“ hätte man schon als Signal dafür verstehen können, wohin sich Reznors musikalisches Interesse (wieder) hinverlagert hat. Allerspätestens aber mit How To Destroy Angels war die Marschrichtung offensichtlich.

Die oftmals eher minimalistische Ausrichtung der Musik selbst begründet Reznor in einem Guardian-Interview wie folgt: „Am inspirierendsten fand ich es, nur mit einer Drum-Machine in meinem Schlafzimmer oder Büro zu sitzen. Ohne Keyboard oder Gitarre, alles nur auf dem Pad gespielt. Ich sitze alleine mit buchstäblich nur einem Stück Ausrüstung und spiele einfach nur herum. Ich fand es aufregend.

Werfen wir doch mal einen genaueren Blick auf die 14 Songs des Albums.

Trent Reznor
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The Eater Of Dreams

Ein knapp einminütiges Intro. Neben dem atmosphärischen Getüdel ist es vor allem das Tap-Geräusch, das irgendwie hängen bleibt. Noch jemand, der hier an das Geräusch der Motion-Tracker aus „Aliens“ denken muss?

Copy Of A

Einer der Songs, die im Vorfeld schon mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Ein im wahrsten Sinne klassischer NIN-Song, der ganz gekonnt die Brücke zum ersten NIN-Album „Pretty Hate Machine“ schlägt. Seinerzeit waren NIN auch noch vornehmlich elektronisch orientiert unterwegs, das große Gitarrengeschrammel kam erst Jahre später hinzu. In der Zeit nämlich, als sich „Mr. Self-Destruct“ auf seinen fatalen Trip begab. Zwar geht der Song zunächst erstaunlich chillig ins Ohr, dass man es sich dennoch nicht zu bequem einrichtet, dafür sorgen die experimentellen Spielereien in der Liedmitte. Als erste Wortmeldung Reznors auf diesem Album mehr als gelungen.

Came Back Haunted

Das allererste Lebenszeichen nach der Pause von NIN. Die Überraschung, die durch die Netzgemeinde ging, war groß, als sich Reznor und Kollegen mit diesem recht minimal gehaltenen Electro-Song, bei dem die analogen Synthies förmlich wabern, zurückmeldeten. Mancherorts erwähnte Dubstep-Einflüsse kann ich hier übrigens keine entdecken. Nicht alles, was wobbelt, ist zwangsläufig Dubstep. Gitarren gibt es zwar auch, sie sind aber nicht das dominierende Element dieses Songs. Inhaltlich lässt sich eine Aufarbeitung von Reznors Vergangenheit gut hineininterpretieren, wenn es beispielsweise heißt: Everywhere now reminding me / I am not who I used to be / I’m afraid this has just begun / consequences for what I’ve done.

Find My Way

Wie so oft auf diesem Album geht es auch hier reichlich minimalistisch zur Sache. „Find My Way“ lebt von dem atmosphärisch geschickten Einsatz synthetischer Tasteninstrumente und erinnert in seiner Art stark an „Right Where It Belongs“ vom Album „With Teeth“. Auch hier könnte man abermals eine Aufarbeitung seiner Vergangenheit sehen, wenn Reznor schreibt und singt: I have made a great mistake / pray the lord my soul to take / the ghosts of who I used to be / I can feel them come for me / It ooks as though they’re here to stay / I’m jhust trying to find my way. Ich gehe jede Wette ein, dass die allermeisten von Euch ebenfalls ihr Päckchen zu tragen haben aufgrund von Entscheidungen, die früher in diesem Leben getroffen wurden. Dafür ist es nicht mal nötig, sich beinahe den Verstand aus dem Kopf gekokst zu haben. Manchmal ist es auch „einfach nur“, den richtigen Lebenspartner im falschen Moment aus den falschen Gründen gehen gelassen zu haben.

All Time Low

Groovy, Baby! Das gehört wohl zu den ersten Assoziationen, die einem zu diesem Song einfallen. Nicht nur das psychedelische Geklimper im Hintergrund legt die Vermutung nahe, dass es für einstige Suchtopfer vermutlich nicht immer einfach ist, dem Teufel zu widerstehen…

Disappointed

Erinnert ebenfalls stark an das Frühwerk Nine Inch Nails, nicht nur weil Reznors Stimme hier ein wenig verfremdet und wie aus weiter Ferne ans Ohr des Hörers dringt. Die Enttäuschung, die sich ausbreitet, wenn Dinge nicht zutreffen, kennen wir alle. Egal, ob uns etwas versprochen wird, was unsere Situation verbessert, egal wie, oder ob jemand, an dem uns etwas liegt Versprechungen macht, um dessen Situation zu verändern.

Everything

Diese ungewohnt gitarrenlastige, irgendwie popige und beinahe fröhliche Nummer fällt deutlich aus dem Rahmen. Reznor sagte in einem Interview, dass dieser Song ein Überbleibsel aus dem Vertrag mit seiner alten Plattenfirma Interscope sei, für die er noch ein Best-Of-Album abliefern sollte und in diesem Zuge ein, zwei neue Songs beisteuern wollte. „Everything“ sei einer davon. Hätte durchaus auch gut ans Ende dieses manchmal ziemlich selbstreflektierenden Albums gepasst. Die vergleichsweise fröhlichen Arrangements und die zu Beginn gemachte Aussage, Reznor habe alles überlebt, wären ein gutes Schlusswort gewesen.

Satellite

Ungeachtet der Tatsache, dass wir es hier mit dem Song des Albums zu tun haben, das über den treibendsten und somit tanzbarsten Beat verfügt, ist es vor allem der Text, der hier Eindruck schindet. Ähnlich wie beim Album „Year Zero“ sind es hier scheinbar politische Überlegungen, die die Feder führten. Es sieht nämlich ganz danach aus, dass Reznor zum Thema Snowden-Enthüllungen, Datensammel- und Überwachungswahn durch Prism, Tempora und Konsorten auch ein paar Worte zu sagen hätte: Yes we can / yes we did / eliminate the spread / better watch / what you think / what was that you said? Prophetisch nahezu eingedenk des Umstands, dass dieser Song vor den Enthüllungen Snowdens entstanden sein muss. Eingebettet in die mächtigen Bässe, die das Markenzeichen dieses Albums sind und ganz dezenter Elektronik ist dies ein weiterer Volltreffer. Übrigens handelt es sich hierbei um den zweiten Song, der ursprünglich für die angedachte Best-Of-Zusammenstellung vorgesehen war.

Various Methods Of Escape

Hier wird es wieder persönlicher. Musikalisch hätte dieser Song auch gut auf dem letzten Album „The Slip“ stattfinden können, inhaltlich bieten sich reichlich Möglichkeiten zur Interpretation. Meine liebste: der Tanz auf dem Drahtseil, wenn man aufgrund einer gescheiterten Beziehung und damit einhergehend der Unfähigkeit, loszulassen, am Nervenzusammenbruch vorbeischifft.

Running

Dem Titel entsprechend wird dieser Song von Rhythmen angetrieben, die an eine Horde galoppierender Pferde erinnern. Ein bisschen wie das unangenehme Gefühl, unmittelbar nach dem Erwachen aus einem Albtraum. Das Herz rast und pumpt das Blut durch die Venen. Das man sich es nicht zu gemütlich einrichtet in diesem anfänglich so geschmeidig ins Ohr gehenden Song, dafür sorgt die letzte Minute. Einmal mehr verlagern sie die experimentellen Spielerein ins letzte Drittel.

I Would For You

Man kennt das: viel zu oft beginnen Dinge, die grundlegende Veränderungen bedeuten, am gleichen Tag. Morgen. Viel zu oft ist man in Verhaltensweisen gefangen, aus die man herauskäme, hätte man nur die entsprechende Motivation. Wenn beispielsweise eine Person ins eigene Leben träte, für die sich all der Aufwand und die Mühe lohnte, dann wäre die Motivation gegeben. So jedenfalls der gern genommene Selbstbetrug. Es gibt genügend Muster, aus denen es vielleicht nie ein Entkommen gibt. Lässt sich Depression wirklich behandeln? Ist man wirklich jemals komplett raus aus der Nummer, „nur“ weil man ein paar Jahre nichts getrunken oder eingeworfen hat?

In Two

Wem es bisher nicht experimentell genug zur Sache ging, wird mit „In Two“ womöglich gleich viel besser bedient. Von all den hier versammelten Songs klar der unbequemste weil experimentellste. Wenn sich der Song bald anderthalb Minuten Zeit lässt, um gemächlich und mit kreischenden, wenn auch hintergründigen Gitarren aufs Finale zugeht um dann, typisch NIN, abrupt zu stoppen, hat Reznor dem Hörer bis dahin Worte wie Fragmente um den Latz geballert. Hörer, denk dir deinen Teil.

While I’m Still Here

Kurz vorm Ende noch mal ganz großes Kino! Hätte ebenfalls gut auf „Year Zero“ reingepasst. Hattet Ihr auch schon mal das Gefühl, Eure Welt zerbricht gerade, nur am Tag danach festzustellen, dass sie sich doch ganz überraschend weiterdreht? Einhergehend mit einem Gefühl hilfloser Ohnmacht? Der Text umschreibt es ganz gut. Verpackt wird es in extrem entspannte Grooves, bei der Lindsay Buckingham (Fleetwood Mac) Gitarrenparts beisteuerte und gesampelte Trompetenmomente dem ganzen Kurz einen Hauch von Ska verleihen. Einmal mehr abruptes Ende inklusive.

Black Noise

Komplett ohne Übergang knüpft dieses Outro an den vorhergehenden Song an und schließt den Kreis zur Einleitung. Das Intro erzeugte eine unangenehme Stimmung, mit einer eben solchen beschließen Nine Inch Nais Halo 28, wenn sich überlappende Elektroniksounds wie ein herannahendes Unwetter immer dichter zusammenziehen. Und kurz bevor es zu einer gewaltigen Eruption kommen kann, ist Feierabend. Der Vorgang ist gefallen, nach etwa einer Stunde Gesamtspielzeit ist das aktuelle Werk NINs beendet.

Abschließend: es würde mich nicht überraschen, wenn Euch „Hesitation Marks“ zu popig ist – angesichts der Tatsache, dass wir es hier mit einer Band zu tun haben, die einst mit Songs wie „Starfuckers, Inc.“ oder „March O The Pigs“ unsere Ohren zum Klingeln brachte. Man darf dabei allerdings auch nicht außer Acht lassen, dass das alles gut und gerne 20 Jahre zurückliegt. Und dass aus dem drogen- und alkoholsüchtigen Trent Reznor mit seinem sich selbst gegenüber gefährlichem Verhalten längst ein anderer Mensch geworden ist. Mit Frau und Kind und allem drum und dran. Und auch schwere Depressionen lassen sich manchmal in den Griff bekommen. Mit anderen Worten: für Album wie „Broken„, „The Downward Spiral“ oder „The Fragile“ bestand scheinbar einfach keine Grundlage mehr. Heute präsentiert sich das Leben aus einem anderen Blickwinkel. Und doch ist gerade „The Downward Spiral“ so etwas wie die andere Seite der Medaille, die uns Reznor hier zeigt. Tatsächlich hatte er besagtes Album im Kopf, als er mit den Arbeiten an „Hesitation Marks“ anfing. In einem Interview mit der New York Times sagte er: „Es war mir bewusst, dass 20 Jahre vergingen und ich immer noch dieser Kerl bin. Ich kenne diesen Typen und ich fühle mit ihm. Ich mag ihn nicht, ich vermisse ihn nicht. Aber wie würden sich Dinge jetzt, auf der anderen Seite, anfühlen? In einem wesentlich stabilieren Leben, physisch wie psychisch, und mit einer neuen Familie? Der Antrieb hat sich geändert. Es geht nicht mehr um „Ich werde mich selbst umbringen, wenn ich das nicht aus meinem Kopf bekomme“. Allerdings sind […] die Motivationen dahinter ähnlich.

Ähnlich äußerte sich Reznor auch in einem Interview mit dem Spin Magazin: „Als ich anfing, mich mehr mit „Hesitation Marks“ zu beschäftigen, fing ich aus irgendwelchen Gründen an, romantisch daran zurückzudenken, wer ich war, als ich „The Downward Spiral“ schrieb. Ich schaute mir an, wer ich damals war und wer ich heute bin und wie sich die Dinge entwickelt haben, zum besseren oder schlechteren. Ich warf einen Blick auf die andere Seite, darauf, wie ich nicht immer ehrlich darüber war, wer ich in den 90ern gewesen bin – und ich wusste dass ich nicht brav war – und wenn du diese negativen Gefühle mit ein paar Drogen und Alkohol berieselst, ist das nicht unbedingt eine Garantie für Erfolg.“

Nach seinen Erfahrungen als Komponist für Soundtracks (egal ob für Filme oder Computerspiele) sowie den schwer elektronisch geprägten Unternehmungen in Form von How To Destroy Angels ist „Hesitation Marks“ die einzig logische Konsequenz, die sich förmlich aufdrängt. Zumal ganz ohne nostalgische Verklärung auch eingesehen werden muss, dass bereits zu Zeiten des letzten Albums „The Slip“ der Gitarrenanteil zurückgegangen bzw. in den Hintergrund gerückt war. Der Kreis schließt sich, führt man sich überdies vor Augen, dass der Albumstitel eine Anspielung auf die Narben sein könnte, die sich Menschen mit dem Hang zu selbstverletzendem Verhalten zufügen. Bei einer Figur wie Trent Reznor, der sich mit seinem Konsum von Rauschmitteln und dem daraus resultierenden Verhalten, kann man wohl von einer Form des SVV sprechen. Wer, wenn nicht Reznor, kann sich nun als verheirateter Familienvater zurücklehnen, eine für NIN-Verhältnisse relativ popige Platte aufnehmen und sagen: I survived everything / I have tried everything / everything / and everything…

Ein paar Worte zur Produktion: „Hesitation Marks“ ist nicht nur in verschiedenen Formaten mit unterschiedlichem Bonusmaterial erschienen, sondern auch in zwei unterschiedlich gemasterten Fassungen. Wer das Album direkt bei NIN bestellt, erhält Zugriff auf verlustfreie „audiophil gemasterte“ Versionen der Songs. Quasi die Bekräftigung der Band, den sinnlosen „loudness war“ der Musikindustrie nicht mehr gänzlich mitzumachen. Diese hat spätestens seit Erfindung der CD die Angewohnheit, Produktionen immer lauter werden zu lassen. Gerne auf Kosten der Klangdynamik und mit Inkaufnahme des Umstandes, dass Feinheiten eines Songs im ganzen Gedröhne untergehen. Die „Audiophile Mastered Version“ ist genau der Gegenentwurf dazu. Alan Moulder, der das Album abgemischt hat, erklärt: „Als wir „Hesistation Marks“ abmischten, entschieden wir uns, den Mastertungsprozess auf eine etwas andere Weise durchzuführen als gewöhnlich. Da wir eh versuchten, auch die restlichen Aspekte dieses Albums anders als sonst anzugehen, ergab das einen Sinn für uns. Wir mischten die Songs noch während der Produktion ab und wenn wir das Gefühl hatten, uns der Fertigstellung zu nähern, schickten wir den Song an Tom Baker, unseren langjährigen Masteringtechniker, damit sie ein paar Mastering-Behandlungen erführen. Normalerweise wartet man damit bis die Platte fertig ist, aufgenommen und abgemischt, und übergibt sie erst dann dem Mastering. […] Während wir das taten wurde uns bewusst, wieviel Tiefbassinformationen auf dem Album vorhanden waren. Da das festlegen kann, wie laut das Level des Masterings ausfällt, wurden wir mit einem Dilemma konfrontiert: behalten wir den Bass und haben dafür ein deutlich niedrigeres Level, oder opfern wir den Bass zugunsten einer wettbewerbsfähigeren Lautheit? Das größte Problem im Mastering heutzutage ist: wie laut kannst du deine Platte machen? Es ist ein Fakt, dass hintereinander gehört laute Aufnahmen mehr Eindruck schinden, langfristig opfert man dafür aber Qualität und Klangtreue. Daher entschieden wir uns nach langen Diskussionen, zwei Versionen zu machen. Auf der Hauptveröffentlichung leistete Tom außergewöhnliche Arbeit, um die Integrität unserer Mixe beizubehalten und die Tieftöne so gut wie möglich zu reproduzieren, dabei aber ein anständiges Level zu halten. Dennoch ist es nirgendwo so laut wie viele andere moderne Aufnahmen. Die Audiophile Mastered Version ist sehr viel näher an dem, wie die Mixe für uns im Studio klangen, als wir an den Songs arbeiteten. Hört es euch an, dreht die Anlage auf und genießt die Erfahrung!

Ergänzend dazu sagt Tom Baker: „Ich glaube es war Trents Idee, das Album auf zwei unterschiedliche Arten zu mastern. Soweit ich weiß, wurde das nie zuvor gemacht. Die Standardversion ist „laut“ und agressiver und hat mehr Biss oder Kanten im Sound und dichtere Tieftöne. Die Audiophile Mastered Version unterstreicht die Mixe wie sie sind, ohne dabei die Dynamik oder die Tieftöne zu kompromittieren und ohne besorgt darüber zu sein, wie „laut“ das Album werden würde. Das Ziel war es, einfach in den Mixen die räumliche Beziehung zwischen den Instrumenten und dem robusten, grandiosen Klang beizubehalten.

Die Unterschiede werdet Ihr womöglich nur hören, wenn Ihr über eine entsprechende Highend-Anlage verfügt oder ein sehr feines Gehör. Idealerweise beides. Für die allermeisten Hörer wird wohl die Standardfassung ausreichen.


Eine ganze Weile habe ich hin und her überlegt, ob ich mich an dieser Stelle zum neuen NIN Album auslasse oder nicht. Wer mich kennt, weiß, dass Reznors Tun einen ganz besonderen Stellenwert für mich hat. Unabhängig sonstiger Lieblingsbands steht NIN irgendwo weit über allem – und doch außerhalb jeder Wertung. Daher werde ich „Hesitation Marks“ an dieser Stelle auch nicht weiter werten. Es kann zu einer besonderen, musikalischen Erfahrung für Euch werden – vor allem in der audiophilen Fassung – wenn Ihr Euch mit dem minimalistischen Ansatz, der hier verfolgt wird, anfreunden könnt. Damit und mit dem Umstand, dass sich seit dem indirekten Vorgängerwerk „The Downward Spiral“ die Welt viele Male weiterbewegt hat. Ganz besonders die von Trent Reznor. Für mich persönlich ist es ein extrem mächtiges Album, das jeden Tag mehrere Stunden dudelt, seitdem ich Zugriff darauf habe. Warum? Weil Nine Inch Nails auch 2013 noch das für mich sind, was sie schon immer waren: kaputte Musik für kaputte Typen.


Nine Inch Nails - Hesitation Marks


INHALT / KONZEPT.8.5
TEXTE.9
GESANG.8
PRODUKTION.10
UMFANG.8.5
GESAMTEINDRUCK.9
LESERWERTUNG.1 Vote9.7
POSITIV.
Gerade in der audiophilen Version ein echtes Erlebnis!
NEGATIV.
Wenn man unbedingt ningeln möchte: man könnte das Album als etwas zu poppig empfinden.
8.8
PUNKTE.
FAZIT.
Unabhängig sonstiger Lieblingsbands steht NIN irgendwo weit über allem - und doch außerhalb jeder Wertung. Daher werde ich "Hesitation Marks" an dieser Stelle auch nicht weiter werten. Es kann zu einer besonderen, musikalischen Erfahrung für Euch werden - vor allem in der audiophilen Fassung - wenn Ihr Euch mit dem minimalistischen Ansatz, der hier verfolgt wird, anfreunden könnt. Damit und mit dem Umstand, dass sich seit dem indirekten Vorgängerwerk "The Downward Spiral" die Welt viele Male weiterbewegt hat. Ganz besonders die von Trent Reznor. Für mich persönlich ist es ein extrem mächtiges Album, das jeden Tag mehrere Stunden dudelt, seitdem ich Zugriff darauf habe. Warum? Weil Nine Inch Nails auch 2013 noch das für mich sind, was sie schon immer waren: kaputte Musik für kaputte Typen.

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  • Die Verlosung ist beendet, die Gewinner wurden per Mail benachrichtig...
    Roman Jasiek
  • Rückblickend betrachtet hat mir das Museum irgendwie besser gefallen als...
    Roman Jasiek
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    Roman Jasiek
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