Foto: Mark-Steffen Göwecke

NOYCE™ – Heimat (Official Video)

Zuletzt aktualisiert:

Es gibt immer wieder Dinge, für die finde ich keine Erklärung. Zum Beispiel ist es mir bis heute völlig schleierhaft, warum ich mich dem Ruhrgebiet so verbunden fühle. Ich mag die Gegend dort, verbinde ein paar der großartigsten Festivalerinnerungen mit der Region, kenne viele großartige Menschen in der Ecke und habe im Jahr 2010 nicht nur dort für eine Weile gearbeitet – also in so einem albernen Real-Life-Job, nicht gebloggt – und habe mich in jener Zeit vom Rummel um die Kulturhauptstadt 2010 anstecken lassen. Gewohnt habe ich dort nie, mich nur immer wieder mal mehr, mal weniger lang im Ruhrgebiet herumgetrieben. Sind diese Dinge in Summe die Erklärung für dieses unerklärliche Heimatgefühl, das mir in meiner Geburtsstadt Berlin beispielsweise inzwischen völlig fehlt? Keine Ahnung. Wird eventuell noch ein bisschen dauern, ehe ich die Ursache dafür herausgefunden habe. „Heimat“ ist übrigens auch das Thema dieses Beitrags hier. Die charmanten Herren von NOYCE™, bekanntlich aus der Düsseldorfer Ecke und damit nicht so weit von diesem Ruhrgebiet (dicht genug dran, um bei mir die gleichen Reaktionen auszulösen), haben im vergangenen Jahr ein wirklich tolles Album auf den Markt gebracht, das sie „Love Ends“ tauften. Wenn man in der Düster-Szene nach einem Beispiel für humanistische Musik suchte – „Love Ends“ wäre eines. Einer der stärksten Songs jenes Albums war „Heimat“ – und zu diesem haben NOYCE™ vor ein paar Tagen ein bemerkenswertes Video veröffentlicht.

Sie selbst schreiben über den Clip, der als Anheizer für die kommende Tour dient, folgendes:

Nachdem NOYCE™ schon im Jahr 2006, für das Video zu „Year 03“, mit dem Videokünstler Mark-Steffen Göwecke zusammengearbeitet haben, entstand nun in den letzten Monaten zu dem Song „Heimat“ ein weiteres bildgewaltiges Werk. Gedreht wurde in den Geisterstädten um die Braunkohle Abbaugebiete „Garzweiler“ und „Etzweiler“ in der niederrheinischen Bucht. Um die besondere Tragweite zu begreifen, sei erwähnt, dass von den „Heimat“-Drehorten wie Morschenich, Manheim, die alte A4, die Immerather Windmühle oder Immerath schon gut 70% verschwunden sind.

Ferner werden sich NOYCE™ auf „Heimat[reise]“ begeben und in ganz besonderen Locations spielen wie z.B. am 07.09.18 im Cinema Paradiso & Arte in Ludwigshafen, in der Vario Bar in Olten in Schweiz (08.09.18), am 21.09.18 im Berliner Maze oder am 22.09.18 im Müchner Milla Club. Tickets gibt es unter https://noycetm.de/ticket.htm

Schon mit dem Album „Love Ends“ zeigten NOYCE™ (einmal mehr), dass sie sich nicht mit den üblichen Düster-Szene-Klischees aufhalten und stattdessen ein ganz eigenes Süppchen kochen. Das sehenswerte Video, durchaus schon mit dokumentarischem Charakter versehen, unterstreicht ihren Anspruch, nicht einfach nur 0815 zu liefern. Diese unerklärliche Verbundenheit mit der Region, die ich eingangs erwähnte, dieses seltsame Heimatgefühl – nun, dieses Video trägt bei mir zweifelsfrei dazu bei. Ich rätsele noch ein bisschen über die Ursachen. Nun aber erst einmal genug der vielen Worte – lasst Euch einfach selbst beeindrucken.


Hinweis: Beim Öffnen dieses Videos werden personenbezogene Daten wie bspw. die IP-Adresse an den Anbieter übertragen.


NEUE KOMMENTARE.

  • Die Verlosung ist beendet, die Gewinner wurden per Mail benachrichtig...
    Roman Jasiek
  • Rückblickend betrachtet hat mir das Museum irgendwie besser gefallen als...
    Roman Jasiek
  • Die Kollegen bei Electrozombies haben auch eine schöne Review zu...
    Roman Jasiek
WEITERE STORY.
ANE TROLLE – Honest Wall