Foto: Paul Kelly / Heavenly / PIAS

SAINT ETIENNE – Home Counties

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„Home Counties“ – für manche der Inbegriff des Hinterwaldes, für mich gänzlich unbekanntes Terrain und Name des neuen Studioalbums von SAINT ETIENNE. St. – wer? Genau. Wer, wie ich, sich eher in der Gesellschaft langzotteliger Düstergestalten umtreibt, für den dürfte St. Etienne ebenso Neuland sein wie das Internet für Mutti. Vollgepackt mit 16 Songs kommt nun also das neue Werk des Trios, welches bereits seit 1990 sein Unwesen im Popgeschäft Britanniens treibt, um die Ecke.

St. Etienne sind beheimatet in London, seit 1991 leiht Sarah Cracknell der Bad ihre samtweiche Stimme. Bob und Pete wuchsen beide im Süden Londons auf und kennen sich seit ihrer Kindheit. Die beiden versuchten zu Beginn der Bandgeschichte, mit wechselnden Sängern Coverversionen bekannter Songs einzuspielen, so geschehen bei „Only love can break your heart“ – im Original von Neil Young. Erst 1991 sind die beiden dann auf Sarah aufmerksam geworden, mit der sie ihre erste selbstgeschriebene Single „Nothing can stop us now“ aufnahmen und mit der Sarah sich einen permanenten Platz in der Band sicherte.

Anstatt nun aber ewig in der Vergangenheit zu wühlen und sich nur unnötig alt zu fühlen, kümmern wir uns lieber mal ums Wesentliche und widmen wir unsere Aufmerksamkeit der „Home Counties„. St. Etienne selbst wollen mit den 16 Songs einen Tag im Leben am Stadtrand beschreiben, welches hin und wieder vom BBC Radio durchbrochen wird, um einen daran zu erinnern, wie spät es ist. Alles ist irgendwie verbunden durch kleine Fluchten, pendelnd auf den Haupt- und Nebenlinien.

Und genau hier holt „Home Counties“ einen ab – schon das Intro lässt vermuten: Hier darf entspannt werden. Ein Song dem nächsten folgend schwingt es relaxed vor sich hin dudelnd durch das Autoradio. Groovy wird es zeitweilen bei Song #5, welcher da „Dive“ heisst. Hier erreicht man melodisch allerdings auch schon den Höhepunkt des Albums. Der Rest folgt dem Prinzip des easy listenings, durch Sarahs ganz eigene Art gewinnt das Ganze einen gewissen Hauch Melancholie.

Positiv hervorzuheben ist an „Home Counties“ ist die Unaufgeregtheit. Das Album holt einen runter, entspannt den Kopf. Man muss seine Aufmerksamkeit nicht permanent der Musik widmen, es dudelt munter vor sich hin und zeitweilen gewinne ich den Eindruck, dass ich da wieder ankomme, wo ich abgeschweift bin. Das macht das Album indes auch nicht zu einem Kandidaten für die Dauerschleife – dazu mutet es doch einfach zu meditativ an.

Am besten lässt sich es meiner Meinung nach zu einem Roadtrip aufs Land einlegen. Gedanken schweifen lassen, während man den Trubel der Stadt hinter sich lässt und sich auf einen Tag am Strand freut. Darüber nachdenken, wo man herkommt, wo man hin will, wer man ist und wo seine Wurzeln liegen.


Mal was anderes – nach einem Tag, an dem man liebsten ausbrechen möchte, eine gute Ersatzbefriedigung. Holt einen runter und versetzt einen ins Heimatgefühl. Als Dauereinspieler nicht geeignet, es sei denn, man steht so richtig auf Pop und easy listening.



Am besten lässt sich es meiner Meinung nach zu einem Roadtrip aufs Land einlegen. Gedanken schweifen lassen, während man den Trubel der Stadt hinter sich lässt und sich auf einen Tag am Strand freut. Darüber nachdenken, wo man herkommt, wo man hin will, wer man ist und wo seine Wurzeln liegen.
INHALT / KONZEPT.7.5
TEXTE.7.5
GESANG.7
PRODUKTION.7.5
UMFANG.8
GESAMTEINDRUCK.7.5
LESERWERTUNG.0 Votes0
POSITIV.
Wunderbar entspannt und entspannend, ...
NEGATIV.
... kann aber auf Dauer bisschen dudelig werden
7.5
TOTAL.

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    Roman Jasiek
  • Rückblickend betrachtet hat mir das Museum irgendwie besser gefallen als...
    Roman Jasiek
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    Roman Jasiek
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