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SCHWARZ – The Others (Acoustic Version Rearranged by Enno Bunger)

Kürzlich erst war in Medien wie Zeit Online zu lesen, dass der Fall Oury Jalloh geschlossen bleibt. Ein Schlag ins Gesicht der Angehörigen, aber auch allen gegenüber, die an einer Aufklärung des Falls interessiert sind. Die ganze Geschichte stinkt zum Himmel, nach wie vor, und in dem Zusammenhang kommt mir Enno Bunger in den Sinn, der 2015 in seinem noch immer richtigen und wichtigen Song „Wo bleiben die Beschwerden?“ sang: Oury Jalloh war ein Zauberer laut Polizeibericht / Vollführte im Verborgenen sein größtes Meisterstück / Hat mit Händen und mit Füßen fixiert an Grund und Wand / Sich auf feuerfester Matte in Schutzhaft selbst verbrannt. Die Welt ist keine bessere geworden seit damals, die Frage nach Beschwerden, nach einem #Aufschrei gegenüber den immer weiter erstarkenden Rechten, gegenüber Fremdenhass und Rassismus ist noch immer aktuell und angebracht.

An Ennos letztem Album „Flüssiges Glück“ schrieb Roland Meyer de Voltaire mit, der zunächst als Voltaire und heute als SCHWARZ Musik macht(e) und auf vielfältige musikalische Kollaborationen (von Schiller über Craig Walker bis hin zu Robot Koch) zurückblicken kann. Anfang November veröffentlichte der Mann eine neue Single namens „The Others“ und passt mit dieser thematisch gut rein in das, was Freund und Kollege Bunger Jahre zuvor schon thematisiert hatte. Auch in „The Others“ prangert SCHWARZ die allgegenwärtigen gesellschaftlichen Brandherde Fremdenfeindlichkeit, Sexismus, Homophobie und Gewalt an. Anlässlich der neuen Single trafen sich Roland Meyer de Voltaire und Enno Bunger zu einer Akustik-Session, für welche Enno das Stück neu arrangierte – das Ergebnis seht und hört Ihr hier. Über diese Session sagt Enno übrigens folgendes: „Ich war schon immer Fan seiner Musik und über die Jahre sind wir Freude geworden. Bei meiner letzten Platte haben wir erstmals auch an einigen Songs zusammen geschrieben, auch an der nächsten arbeiten wir zusammen. Roland ist ein sehr guter Sänger, Produzent und Songwriter, finde SCHWARZ sehr interessant und als er mich fragte, ob ich bei ner Session Klavier spielen mag, kam für mich nur eine Antwort in Frage“. Schön, dass nach wie vor Musiker aufstehen und ihre Möglichkeiten nutzen, um auf gesellschaftliche Probleme hinzuweisen. Und wenn sie damit auch nur eine einzige Person dazu bringen, Dinge wenigstens zu hinterfragen, dann hat sich der Aufwand doch schon gelohnt.


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