Foto: Michael Kanzler / AVALOST

SUICIDE COMMANDO – X.20

20 Jahre SUICIDE COMMANDO geben dem Electro-Fan durchaus Grund zum Feiern. Zwar stand das Jubiläum schon im letzten Jahr an, was durch das ein oder andere Konzert auch standesgemäß gefeiert wurde; das Geburtstagsgeschenk in Form der X.20 betitelten Best-Of Box wurde jedoch erst im (zeitlichen) Rahmen des WGT nachgereicht. Und soviel sei schon mal gesagt: Ein dickeres Paket hätte Johan den Fans kaum schnüren können.

Wenn irgendwann, irgendwo in einem Gespräch der Fokus auf (härtere) elektronische Musik gerichtet wird, fällt früher oder später auch beinahe zwangsläufig der Name Suicide Commando. Das EBM-Projekt des Belgiers Johan van Roy hat es durch Gassenhauer wie „Hellraiser“ oder „Dein Herz, meine Gier“ geschafft, Suicide Commando nicht nur zu einer Art Markennamen werden zu lassen, sondern war überdies hinaus auch noch stilprägend für ein ganzes Subgenre der EBM, in der sich heute eine Unzahl Bands tummeln, die das bewusste oder unbewusste Vorbild aber nicht verleugnen können. Suicide Commando sind, wenn man so will, der Übervater des Hellectro.

Und wenn man so lange im manchmal sehr schnelllebigen Musikbusiness dabei ist wie Suicide Commando, dann darf so ein 20. Geburtstag entsprechend gefeiert werden. Wie zum Beispiel bei dem Konzert in der Reithalle in der Strasse-E in Dresden, das filmtechnisch festgehalten und kurzerhand auf einem DVD Silberling verewigt wurde – zusammen mit einigen anderen Konzerthighlights wie etwa „Evildoer“ vom Auftritt auf dem Zillo-Festival.

Nun beschränkt sich Suicide Commando aber nicht allein auf eine DVD. 20 Jahre im Musikgeschäft wollen auch noch einmal Revue passiert werden lassen, was in diesem Falle in Form einer Best Of CD passiert, welche dann CD Nummero 2 dieses Box Sets ausmacht. Hier finden sich neben dem aktuellen Übertrack „Bind, Torture, Kill“ auch Klassiker wie „Hellraiser„, „Love Breeds Suicide“ und natürlich „Dein Herz, meine Gier“ selbstverständlich auch ältere Stücke wie „Necrophilia“ oder „Murder„. Ein gefälliger Querschnitt durch das musikalische Schaffen Suicide Commandos.

Zu einer Geburtstagsparty gehört es sich nun aber auch, das man Freunde einlädt um mit ihnen zu feiern. Nun, genau das hat Suicide Commando auch getan und diverse, sehr namhafte Künstler an die eigenen Tracks gelassen, damit diese dem ein oder anderen Song ein neues Gewand verpassen. Auf der 3. CD von X.20 finden wir also ausschließlich Remixe. Ob sich nun SITD an „Body Count Proceed“ auslassen, Agonoize dem Klassiker „Hellraiser“ ihren ganz typisch-markanten eigenen Stempel aufdrücken, „Bind, Torture, Kill“ von Joakim Montelius in ein Covenant’sches Klangkostüm gesteckt wird oder gar „Love Breeds Suicide“ von Anthoni Jones als Klavierballade neu interpretiert wird – hier hatten die Leute hörbar Spaß daran, Suicide Commando neu abzumischen. Spaß, der sich dann im Endeffekt auf den Hörer überträgt.

Um das Box-Set mit einem vierten Silberling abzurunden, enthält X.20 die Maxi-CD „Fuck You Bitch„, die erste Single-Auskopplung aus dem letzten Album „Bind, Torture, Kill„, die einzig und allein in X.20 enthalten sein wird und unter anderem mit einem Combichrist-Remix des Titelstücks daherkommt.

Abgerundet wird das ganze X.20 Box-Set durch ein knapp 40seitiges Booklet mit haufenweise Fotos aus 2 Dekaden Suicide Commando.


Wie eingangs erwähnt: noch mehr hätte Johan Van Roy in dieses Geburtstagsgeschenk an die Fans kaum packen können. Was hier (für einen vergleichsweise) günstigen Preis unter das Volk gebracht wird, ist schon eine grenzgeniale Sensation. Ganz klar, Suicide Commando Fans kommen an der X.20 nicht vorbei; Neu- und Quereinsteiger sollten sich aufgrund der Limitierung auf 5000 Exemplare weltweit allerdings beeilen. In diesem Sinne wünschen wir alles Gute nachträglich und freuen uns auf die nächsten 20 Jahre Suicide Commando!