Foto: Roman Jasiek / AVALOST

KONZERTBERICHT: Welle: Erdball, 05.10.2012 Meier Music Hall Braunschweig

Inzwischen kann man hier wohl schon fast von einer guten Tradition sprechen: In regelmäßigen Abständen beehren die Damen und Herren von WELLE: ERDBALL uns in unserer Wohnzimmerverlängerung, der Meier Music Hall. Zuletzt so geschehen am 5. Oktober im Rahmen ihrer “Der Kalte Krieg” Tour. Ganz klar, dass wir uns das nicht entgehen lassen konnten. Somit folgt nun unser Bericht.

Es wird wohl niemanden überraschen wenn wir hier mitteilen, dass bereits gegen 19.30 Uhr der Parkplatz vorm Meier gut gefüllt war. Ein Blick auf die Nummernschilder zeigte, dass Welle: Erdball offensichtlich nicht nur Braunschweiger Publikum anzogen. Von überall her kamen die Gäste, so dass unsere Wohnzimmerverlängerung zum geplanten Start um 20 Uhr gut gefüllt war. Erfreulicherweise aber nicht sooo voll, dass man keinen Platz mehr hatte, sich zu bewegen.

Wer einmal einem Welle: Erdball-Konzert beigewohnt hat, weiß im Prinzip vorher schon, wie das nächste Konzert ausfallen wird. Man könnte sicherlich Ideenlosigkeit unterstellen, wir hingegen nennen es lieber Konsequenz. Wo Welle: Erdball dransteht, ist eben auch Welle: Erdball drin. Punkt. Eine Besonderheit, die wir in dieser Form noch nicht erlebt hatten, offenbarte sich im Vorfeld. Das Konzert teilte sich in zwei Teile auf. Für den zweiten Teil des Abends wurden am Eingang Kärtchen verteilt, auf denen die Gäste ankreuzen konnten, welche Songs Welle: Erdball spielen würden, nachdem der “Pflichtteil”, inhaltlich natürlich am letzten Album “Der Kalte Krieg” ausgerichtet, erledigt war. Ob letzten Endes tatsächlich die Besucherwünsche gespielt wurden oder die Setlist von Anfang an Feststand, können wir nicht beurteilen. Eine schöne Geste, die den Gästen ein gutes Gefühl vermittelte war es aber allemal.

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Foto: www.facebook.com/Sideshowmick

Pünktlich zum Ende der Tagesschau um 20.15 Uhr war der Anpfiff für Welle: Erdball, die ihr Konzert mit ihrer Version der “James Bond”-Titelmelodie einleiteten. Es folgten diverse Titel aus dem aktuellen, nicht ganz unumstrittenen Album. So unter anderem “Deutsche Liebe (C=64)”, “Vor all den Jahren” oder “Starfighter F-104″. Nach etwa einer Stunde war der Teil, den Welle: Erdball selbst als Schlagerteil betitelten, vorbei und die Band kündigte an, sich für etwa eine Viertelstunde von der Bühne zu verabschieden, um die Musikwünsche auszuwerten. Und das taten sie dann auch. Im zweiten Teil des Konzerts wurde ein Best-Of, quer durch all die Jahre, gespielt. Neben den üblichen Verdächtigen wie “Monoton und minimal”, “VW Käfer” oder “Arbeit adelt” fanden sich auch Stücke wie “Die Moorsoldaten” in der Setliste wieder. Auch kleinere technische Probleme konnten die Band nicht aus dem Konzept bringen. Da merkt man wieder, dass wir es hier mit Profis zu tun haben, die einfach immer 100% sind.

Von der Beteiligung der Besucher an der Programmgestaltung abgesehen war es ein Welle: Erdball-Konzert, wie man es kennt und schätzt. Es wurden wieder einmal Papierflieger und die berühmtberüchtigten, großen, weißen Ballons in die Menge geworfen, Wunderkerzen verteilt und auf dem obligatorischen Ölfass herumgetrommelt. Dem C64 Heimcomputer wurde abermals gehuldigt, so wie auch Frl. Plastique mit ihrer Version von “Ein bisschen Frieden” bezauberte. Die beiden Damen von Welle: Erdball schienen allerdings erst ab der zweiten Konzerthälfte so richtig in Fahrt gekommen zu sein. Anfangs wirkte es so, als wären sie nicht so gänzlich bei der Sache gewesen.

Aber das sind kleine Nebensächlichkeiten, die a) vermutlich nur den wenigsten aufgefallen sein dürften und b) das Konzerterlebnis in keiner Weise trüben. Alles in allem war es mit einer Spielzeit von mehr als zweieinhalb Stunden (ohne Vorband!) die volle Packung Welle: Erdball pur! Meine Damen und Herren Welle: Erdball, das haben Sie ganz toll gemacht, das war wie immer 100%. Extrapunkte bekommen Sie übrigens für die kleinen Seitenhiebe gegenüber Hannover.  Einen kleinen Kritikpunkt haben wir abschließend aber dennoch: es war dieses Mal deutlich zu laut. Wer in den ersten Reihen stand und versehentlich keinen Gehörschutz trug, hatte noch Tage später etwas von dem Konzert. Hier war der Tontechniker wohl etwas übereifrig am Werk.

Wir freuen uns auf die nächste Welle: Erdball-Übertragung im Meier und danken allen Beteiligten für diesen schönen Abend und das gelungene Konzert.