Foto: PIAS Germany

ENNO BUNGER – Wo bleiben die Beschwerden? (Official Video)

Nächste Woche Freitag steht endlich das neue ENNO BUNGER-Album „Flüssiges Glück“ in den Läden. Die Wartezeit hat er bisher ganz vortrefflich mit einigen vorab veröffentlichten Songs/Videos überbrücken können. Zunächst war da „Neonlicht“. Es folgte „Renn!“. Und gestern kam „Wo bleiben die Beschwerden?“ – ein Song, der aktueller und bewegender momentan kaum sein könnte. Wir zitieren einfach mal Herrn Bunger bezüglich seiner Beweg- und der Hintergründe für dieses Lied:

Ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal so politisch werde, wie ich es heute bin. Aber ich kann nicht anders. Obwohl ich kein Hemdenträger bin, ist mir der Kragen geplatzt. Ich habe mich im Oktober 2014 gefragt, warum es kaum neue Lieder gibt gegen Fremdenfeindlichkeit und gegen Rassismus in Deutschland, denn Deutschland hat ein Rassismusproblem. Als dann im Dezember 2014 PEGIDA hochkam, habe ich mich gewundert, dass so viele Leute so still sind, dass so viele Leute nicht gegen Fremdenfeindlichkeit protestieren, dass wir die Menschen, die leiden und in Angst leben müssen, alleine lassen. Wer etwas verändern will, muss bei sich selbst anfangen. Darum habe ich dieses Lied geschrieben und habe mich auseinandergesetzt, mit dem NSU-Prozess, mit Oury Jalloh, mit Fällen rechter und rassistischer Gewalt in Deutschland. Nie war ich beim Schreiben eines Songs so bewegt, so traurig, so wütend. Dieses Lied ist das Ergebnis, eine Kritik an dem Land, in dem wir leben, an unserer Gesellschaft, und vor allem auch an mich selbst. Wir sind mitverantwortlich für das, was da passiert. Zum 25. Tag der Deutschen Einheit wünsche ich mir, dass Deutschland sich erst dann feiert, wenn es sein Rassismusproblem in den Griff bekommen hat. Und: ich will nicht nur nörgeln. Es gab in den letzten Wochen eine schöne große Welle der Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge. Das bringt Hoffnung und Wärme ins Kaltland. Von dieser Wärme brauchen wir allerdings noch viel mehr, um durch diesen Winter zu kommen. Es liegt also an uns – packen wir es an.“

Schön zu sehen, dass immer mehr Künstler den Mund aufmachen und sich klar und deutlich gegen den zunehmenden Rassismus positionieren. Nun gehört also auch Enno Bunger zur Riege derer, die aufstehen. Die etwas verändern, etwas bewegen wollen. Die kompletten Einnahmen dieses Songs spendet er Pro Asyl sowie an die Amadeu Antonio Stiftung. Schaut es Euch an und tragt vielleicht auch einen Teil dazu bei, dass Bungers Wunsch zum 25. Tag der Deutschen Einheit ein bisschen mehr Wirklichkeit wird. Gegen den Rassismus, für die Menschlichkeit.


Hinweis: Beim Öffnen dieses Videos werden personenbezogene Daten wie bspw. die IP-Adresse an den Anbieter übertragen.