HOCICO – Forgotten Tears

Viel Vorgeplänkel brauche ich bei HOCICO nicht machen. Die Band, die bereits seit 1993 existiert, erfreut sich auch hierzulande großer Bekannt- und Beliebtheit und Fans des mexikanischen Aggrotech-Duos werden ihr handnummeriertes Exemplar, der auf 999 Stück limitierten Maxi-CD „Forgotten Tears“, sicher schon bestellt und in Händen haben. „Forgotten Tears“ ist mit Abstand der bekannteste Song von Erk Aicrag (Lyrics und Gesang) und Racso Agroyam (Sequenzing) und wurde garantiert bereits in jedem schwarzen Club gespielt. Auf der Maxi befinden sich nun 2 Versionen und 4 Remixe des Kultsongs, sowie eine Coverversion der Jäger 90 von „Untold Blasphemies“ und die beiden bisher unveröffentlichten Titel „Limbotic“ und „Never Be Tamed“.

Den Anfang auf der Maxi macht „Forgotten Tears“ in einer Re-covered Version, die Erk und Racso eigens für diese limitierte Maxi produziert haben. Der Track wirkt frischer und prägnanter als das Original, erinnert schon beinahe ein wenig an [S.I.T.D.] oder Neuroticfish.

Darauf folgt der Industrial-Track „Never Be Tamed“, bei dem ich spontan an Jürgen Engler und die Krupps denken musste, hatte ich doch gerade erst das Vergnügen, deren Rückkehr zu alten Wurzeln zu verkünden. „Never Be Tamed“ geht nach einem kurzen EBM-Intro gleich richtig ans Werk. Die Gitarre und der Gesang fühlen sich ein wenig 90er an, was ich absolut großartig finde. Im Presse-Text zur B-Seite abgestempelt, hat „Never Be Tamed“ potential zu einem weiteren Tanzflächen-Füller zu werden.

Der dritte Song auf der Maxi ist das Original „Forgotten Tears“. 2002 wurde der Titel auf dem Album „Signos De Abberacion“ erstmalig veröffentlicht und verhalf Hocico zu ihrem Durchbruch in der Szene. Nach der Re-covered Version wirkt er nicht so verspielt, eben der Klassiker.

Der erste Remix von „Forgotten Tears“ stammt von Blutengel. Chris Pohl hat hier nur moderat an den Reglern geschraubt und dem Titel noch immer seinen ursprünglichen Charakter gelassen. Bis auf einige ruhigere instrumentale Einschübe, die entfernt auf Blutengel hinweisen könnten, ist und bleibt „Forgotten Tears“ der Klassiker im Stil des Originals.

Der zweite Remix stammt aus der Feder von Leaether Strip. Es handelt sich um eine sehr treibende Variante von „Forgotten Tears“, die allerdings wenig von der Dynamik des Originals besitzt. Dafür wartet der hypnotisch anmutende Titel mit ergänzenden Wortsamples auf.

Als nächstes folgt der instrumentale Track „Limbotic“, der mehr als Intro zu interpretieren ist und die Überleitung zur Coverversion von „Untold Blasphemies“ von den Jäger 90 darstellt. Nun, dieser Coverversion ein Intro zu spendieren hat schon ironische Züge. Ihrem Stil treu, tragen die Rostocker also „Untold Blasphemies“ vor und nehmen dem ursprünglich mächtigen Song einfach jede Energie und vielleicht auch die Würde. Sicherlich werden die EBM-Freunde protestieren und das „Oldschool-hafte“ im Jäger 90-Cover herausstellen. Schön und gut (naja, genau darüber streiten sich wohl die Geister), der Track passt nicht zu den übrigen 8.

Also fahre ich lieber schnell mit dem als ONT_1129 bezeichneten Remix von „Forgotten Tears“ fort. Der Remix klingt von der Instrumentierung etwas klassischer und doch klingen die verzerrten Gitarren synthetischer, als in der Original-Fassung, beinahe wie aus einer MIDI-Spur extrahiert. Der Gesang hingegen wirkt kraftvoll, doch geht er leicht im Piano unter. Eine spannende und mal ganz andere Interpretation von „Forgotten Tears“, sehr interessant.

Der letzte Titel auf der Maxi ist der Devil Sight-Remix von „Forgotten Tears“. Er erinnert mich ein wenig an die niederländische Band Grendel und wirkt doch weniger hart, schon beinahe in Richtung Future-Pop. Dancefloor-tauglich ist der Remix auf jeden Fall und bildet einen runden Abschluss.


Mit „Forgotten Tears“ würdigen Hocico ihrem Kassenschlager endlich eine eigene Veröffentlichung. Ihre Re-covered Version verpasst dem Titel gleich noch einen modernen Anstrich und die Remixe sind alle sehr gelungen. Dank der Zugabe „Never Be Tamed“ wird das Warten auf die folgende Single „Bienvenido a la Maldad“ und das Album „Ofensor“ nochmal richtig spannend, doch ich denke, Hocico werden ihre Fans nicht enttäuschen. Okay, zur Enttäuschung würde mir noch was einfallen, doch ich verkneife mir die Blasphemie, der Track passt einfach so gar nicht in den Kontext.



Mit „Forgotten Tears“ würdigen Hocico ihrem Kassenschlager endlich eine eigene Veröffentlichung. Ihre Re-covered Version verpasst dem Titel gleich noch einen modernen Anstrich und die Remixe sind alle sehr gelungen. Dank der Zugabe „Never Be Tamed“ wird das Warten auf die folgende Single „Bienvenido a la Maldad“ und das Album „Ofensor“ nochmal richtig spannend, doch ich denke, Hocico werden ihre Fans nicht enttäuschen.
INHALT / KONZEPT.6.5
TEXTE.7
GESANG.6.5
PRODUKTION.7.5
UMFANG.7.5
GESAMTEINDRUCK.7
LESERWERTUNG.0 Bewertungen0
POSITIV.
Für Fans eine lohnende Anschaffung, ...
NEGATIV.
... für alle anderen nur bedingt
7
TOTAL.

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