SNAKESKIN - Music For The Lost
Foto: Snakeskin / Hall of Sermon

SNAKESKIN – Music For The Lost

Da soll noch mal einer sagen, in der Szene gäbe es keine Überraschungen mehr: seit Juni bringen die Electro-Tracks „Melissa“ und „I Am The Dark“ die Tanzflächen zum Beben. Und alle Welt fragt sich: Wer steckt dahinter? Wir haben uns das zugehörige Album vorgenommen und lüften die vielleicht größte Sensation dieses Jahres!

Wer schon mal in den Genuß der oben genannten Tracks kam, weiß in etwa schon, was ihn mit „Music For The Lost“ erwartet.

Allen anderen sei vorweg schon mal folgendes gesagt: Dieses Album entspricht kaum etwas, mit dem der gewöhnliche Musikkonsument seine Gehörgänge bisher durchgespült hat. Dementsprechend fällt eine Kategorisierung in ein bestimmtes Genre schwer. Denn – es gibt einfach bisher kaum passendes! Ungewöhnlich, unkonventionell, originell – schlicht und ergreifend sensationell. So und nicht anders kann man „Music For The Lost“ umschreiben.

Wo bei anderen Alben der Gesang eine tragende Rolle spielt, ist er hier – aufgrund teilweise bis zur Unkenntlichkeit verzerrter Vocals – kein entscheidendes Element, sondern fügt sich perfekt in die ungewöhnlich komponierten und arrangierten Tracks ein. Wie ein organisches Instrument beinahe. Wer das Album zum ersten Mal hört, auf den stürzen Klangteppiche unbekannter Intensität ein – düster, grollend, bedrohlich. Der Titel des Albums ist im wahrsten Sinne des Wortes Programm.

Bei manchen Tracks kommen einem unweigerlich Assoziationen an wütendes, verzweifeltes Geschrei eines sterbenden Tieres – oder aber einer geknechteten Seele auf dem Weg ins Fegefeuer ewiger Verdammnis. Es ist also keine bequeme Musik, die ohne weiteres den Weg in die Gehörgänge findet und auch genauso schnell wieder daraus verschwunden ist. „Music For The Lost“ beinhaltet ausnahmslos Musik, die beeindruckt und hängen bleibt. In welcher Form auch immer.

Da wären zum einen der bereits erwähnte, clubtaugliche Song „Melissa„, der neben dem groovigen „Cinderella“ noch am ehesten den Otto-Normal-Hörer erreichen dürfte. Aber es gibt auch Tracks wie das knallharte „Symphony Of Pain„, dass wahrlich keine Freude beim Hören bereitet. Oder auch „Furious Stars„, dass den Hörer mit seiner absolut düsteren Stimmung und den gehauchten/gegrollten Vocals gnadenlos überrollt und in einer finsteren Stimmung zurücklässt. Alles in allem merkt man dem Album die sorgfältige Gestaltung und Umsetzung an allen Ecken und Enden an. Hier wird ein wahres Feuerwerk ungehaltener Aggressionen, tiefer Emotionen, aber auch ungebändigter Spielfreude abgebrandt, dass es für den, der es zu schätzen weiss, eine wahre Freude ist.

Dieses Album ist in seiner Komposition, seinen Arrangements, der technisch perfekten Produktion, der konsequenten Eigenwilligkeit – ja selbst durch das edel gestaltete Artwork der Verpackung – den Alben einer anderen Band sehr ähnlich. Kein Wunder, haben doch beide Bands den selben Komponisten, Arrangeur, Sänger und Produzenten: Tilo Wolff!


Vor knapp 13 Jahren hat Wolff der Szene schon einmal neue Impulse durch bis dato ungewohnte Musik gegeben. Jetzt hat er erneut bewiesen, dass er zurecht als Ausnahmekünstler gefeiert werden darf – denn ein solches Album wie Music For The Lost hätte in letzter Zeit garantiert niemand von ihm erwartet. Für uns die Sensation des Jahres. Dennoch will ich mit einem Zitat aus einer Zigarettenreklame schließen: gefällt nicht jedem. Und das ist auch gut so!


Snakeskin - Music For The Lost


Vor knapp 13 Jahren hat Wolff der Szene schon einmal neue Impulse durch bis dato ungewohnte Musik gegeben. Jetzt hat er erneut bewiesen, dass er zurecht als Ausnahmekünstler gefeiert werden darf - denn ein solches Album wie Music For The Lost hätte in letzter Zeit garantiert niemand von ihm erwartet. Für uns die Sensation des Jahres. Dennoch will ich mit einem Zitat aus einer Zigarettenreklame schließen: gefällt nicht jedem. Und das ist auch gut so!
INHALT / KONZEPT.8
TEXTE.6.5
GESANG.5.5
PRODUKTION.8.5
UMFANG.7.5
GESAMTEINDRUCK.8.5
LESERWERTUNG.0 Bewertungen0
POSITIV.
Frische, neue Sounds für die düstere Elektro-Szene
Überraschung gelungen: Lacrimosa-Mastermind Tilo Wolff kann EBM
7.4
TOTAL.