Foto: Carsten Arnold

PLANETARIUM – Raus (Official Video)

Den Begriff PLANETARIUM gehört, ploppen vor dem eigenen geistigen Auge sofort Bilder eines kugelförmigen Gebäudes auf, in dem man sich im abgedunkelten Saal über Sterne und Weltall informieren kann. Wie beim Blick auf den echten Sternenhimmel, an einem Sommerabend im August mit vorbeirauschenden Sternschnuppen, so kann man sich auch in diesen Planetarien bei entsprechenden Programmen ganz schön klein fühl und sich im Labyrinth der eigenen Gedanken verlaufen. Aber weder geht es mir jetzt um Sternenhimmel noch um ein Planetarium als solches, sondern viel mehr um das Newcomer-Quartett aus Köln, das sich selbst als Band diesen Namen gegeben hat. Und die mit ihrem Tun ähnliche Empfindungen wecken. Julia, Martin, Alex und Uwe haben sich in der wunderschönen Dom-Stadt zusammengefunden, um ihre ganz eigene Vision von Musik umzusetzen. Sie positionieren sich dabei im deutschsprachigen Indie-Pop, mixen auf ihre Weise Gitarren und elektronische Spielereien. Junge Menschen, in deren Musik sich allgegenwärtige Zweifel und Sinnsuche mit schwebender Leichtigkeit und Sorgenfreiheit vermischt und für interessante Kontraste sorgt. Ihre Texte entstehen mitunter aus Schnipseln oder erfundenen Wörtern. „Manchmal weiß der Song mehr als ich selbst, und erst im Nachhinein wird mir klar, worum es geht“, erklärt Sängerin Julia. Interessante Randnotiz: auch wenn sie musikalisch meilenweit davon entfernt sind – immer wieder ist es Rap-Musik, die Inspiration liefert. „Rap kann extrem lyrisch und intelligent sein – mich fasziniert auch der Reimfluss und wie man mit viel Text umgehen kann“, sagt sie und erklärt weiter, wie ein Treffen mit Markus Berges von Erdmöbel für eine Verfeinerung ihres lyrischen Stils führte: „Durch diese Begegnung kam der Mut zum Skurillen und die Faszination am bildhaften Schreiben – ich traue mich seitdem mit Wörtern zu spielen, sie auszukosten und mit ihnen Bilder zu malen“.

Die Single „Raus“ ist das erste amtliche Lebenszeichen der Kölner, die zuvor schon mit einigen Auftritten erstes Aufsehen erregten. Für den Herbst ist ihre erste EP „Versilberte Welt“ angekündigt. Zu „Raus“ wurde auch ein sehenswertes Video veröffentlicht, das Ihr Euch nachfolgend angucken könnt. Ich würde sagen, dass da in Köln eine vielversprechende Band an den Start gegangen ist, bei der es sich lohnt, die weiteren Entwicklungen im Auge zu behalten. Vor allem und ganz besonders dann, wenn das Herz für Indie mit deutschen Texten schlägt.


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