Foto: Stars Crusaders

STARS[+]CRUSADERS – New Horizons

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Der Weltraum. Unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs… ach, das ist Mist. Nächster Versuch. Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie… Hm, nee, das ist auch nix. Es ist gar nicht so einfach eine Einleitung zu schreiben, die Euch idealerweise zum Weiterlesen verleiten soll und dabei naheliegende Albernheiten zu umschiffen, wenn die Band der Betrachtung STARS CRUSADERS heißt. Darum versuche ich es jetzt einfach mal kurz und knackig. Thema heute ist eine „Electro Sy-Fy“ Band aus Italien, deren Debütalbum „New Horizons“ in Kürze bei uns erhältlich ist und bei denen Fans von mind.in.a.box ganz besonders gut hinhören sollten. So. Vorhang auf für die Stars Crusaders. Puh!

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass der Sound den Stefan Poiss mit seinen Projekten THYX und mind.in.a.box erschafft, schubladenübergreifend in der Electro-Welt seinesgleichen sucht. Bei mind.in.a.box ist der Science-Fiction-Anstrich aufgrund der Hintergrundgeschichte klar, aber auch THYX glänzt durch ziemlich spacige Klänge. Wer sich „New Horizons“ anhört, wird sich so manches Mal auf ganz wunderbare Weise an das Tun des Österreichers erinnert fühlen. Das ist insofern auch nur wenig überraschend, da die Stars Crusaders von Stefan Poiss produziert werden. Somit wird die ein oder andere Anleihe nicht ganz zufällig sein. Weder im Klangbild noch im Konzept. Doch wer sind diese Sternenkreuzritter, die uns in ferne Schalluniversen entführen möchten?

Es handelt sich hierbei um ein Trio aus dem schönen Turin. Dass auch Gigi D’Agostino ein Kind dieser Stadt ist, soll übrigens nicht als Omen angesehen werden. Die Star Crusaders bestehen aus Yeda Furyan (Fabio Furlan), dem Storyteller. Oder eben: der Sänger. Des Weiteren aus Symorg (Simone Fornaro), die live die Tasten der Keyboards drückt sowie Gesänge und Texte beisteuert. Und dann ist da noch Davedax (Davide Gay), der „Grooveman“ und als solcher verantwortlich für die Mucke. Gefunden haben sich die drei erst 2014, um ein neues Musikgenre – Electro Sy-Fy – aus der Taufe zu heben. In ihrem Konzept sind die Stars Crusaders jedoch zeitlich schon ein bisschen weiter. Im Jahr 2514, um genau zu sein. Und da ist unsere Welt definitiv kein beschaulicher Ort. Mehr als 10 Milliarden Menschen leben hier unter extremen Bedingungen, hervorgerufen durch klimatische und geologische Umstände. Und wie das immer so ist: eine kleine, elitäre weil finanzkräftige Elite behaust eine komfortable Raumstation irgendwo draußen im All. Beide Gruppierungen warten auf ihr Vielbesserland. Ein neuer Planet, genannt Hydra. Allerdings braucht es eine epische Mission, um Hydra überhaupt zu erreichen. Aus diesem kühnen Grunde wurde eine Spezialeinheit erschaffen: die Stars[+]Crusaders. Sie müssen durch Raum und Zeit reisen und haben nur eine Chance, die Menschheit zu retten. Und, klar, Scheitern ist keine Option. Und jetzt ratet mal, wer die Auserwählten sind. Bingo! Davedax ist der Captain, der das Kommando über das Flagschiff Perseus V innehat. Symorg hingegen ist schon ein paar Tage älter. 2345 während des Projekts „The Runner“ in den Winterschlaf versetzt, wurde Symorg nun erweckt um für diese Mission quasi die Geheimwaffe zu sein. Yeda Furyan ist ein Kind der reichen Elite, ausgestattet mit rebellischem Geist. Seine Akte wird als „Cosmic Top Secret“ klassifiziert. Nun, diese illustre Mannschaft nimmt uns mit auf ihre Reise, ihre Mission namens „New Horizons“.

Die Idee, sich hinter einem Konzept „zu verstecken“ ist so neu nicht. Ich denke gerade an das-kollektiv.net oder My Friend Skeleton. Eine charmante Möglichkeit, das eigene musikalische Tun zu verpacken ist es aber dennoch. Zumal: eine Science-Fiction-Geschichte als Ausgangspunkt für ein Album zu nehmen funktioniert bekanntlich beim Bruder im Geiste, mind.in.a.box, schon seit mehreren Alben bestens. Die Stars Crusaders haben auf jeden Fall das Potential, in die Fußstapfen des Electro-Projekts aus Wien zu treten.

Was Euch hier erwartet sind große, sphärisch-atmosphärische Melodiebögen über einem electro-popigen Grundgerüst. In Ruhe (am besten über Kopfhörer) gehört beamt Euch die Platte weit weg. Quasi Euer Ticket zu einer persönlichen Gedankenreise durch Zeit und Raum zwischen den Sternen. Das Ziel war es, ein Genre namens Electro Sy-Fy zu schaffen. Da sich das ganze Album wie ein Science-Fiction-Film zum Hören anfühlt, ist zumindest diese Mission wohl gelungen. Die Einleitung erfolgt mittels des „Prologue“, in der Euch eine robotische Stimme die Hintergrundgeschichte kurz erläutert. Anschließend geht es mittels „Aeterna“ direkt los in das Klanguniversum der Stars Crusaders, das hier aus tanzbaren Beats, toller (wenn auch nicht ganz unbearbeiteter) stimmlicher Leistung und einer catchy Melodie besteht. Und bereits hier lässt sich eine musikalische Nähe zur Nachbargalaxie aus dem Hause Stefan Poiss nicht mehr wegleugnen. Macht nüscht. Eine absolut gelungene Clubnummer mit fiesem Ohrwurmpotential ist das direkt nachfolgende „In The Venusberg“. Das geht ins Ohr, das geht in die Beine, das geht in den Kopf. Eines der Lieder dieses Albums, die man immer und immer wieder hört – vermutlich so lange, bis man sie sich „kaputt“ gehört hat. Ganz große Nummer! FuturePop im wahrsten Sinne des Wortes. Von dem Kaliber gibt es aber noch ein paar mehr. „The Mothership“ sei hier noch genannt, „Supermarket Signs“ auch und „Trick“ sowieso. Und wenn die Stars Crusaders ihre Mission zu einem hoffentlich nur vorläufigen Ende bringen, dann ist der Hörer gerade Zeuge der Geburt eines neuen Sterns am Elektrohimmel geworden. Vielfältig und „spacig“ arrangiert, sauber produziert und insgesamt einfach sehr stimmungsvoll. Eine Art Dyson-Sphäre elektronischer Tanzmusik.


Bekanntlich halte ich unheimlich viel von der Mucke, die Stefan Poiss mit all seinen Projekten auf den Markt wirft. Und auch wenn der Mann nun schon jährlich veröffentlicht, so reicht es doch immer noch nicht, um den ewigen Hunger nach Nachschub zu stillen. Welch ein Glücksfall sind da doch die Stars Crusaders mit ihrem famosen Erstlingswerk „New Horizons“. Ein toller, neuer Klangkosmos der dazu einlädt, ihn immer und immer wieder neu zu entdecken. Ein zweites Universum, das neben mind.in.a.box schon jetzt seinen Platz im Herzen aller beansprucht, die auf spacige Electro-Songs stehen. Gerade Teilnehmer der Düsterszene, deren Musikherz elektronisch schlägt, sollten hier unbedingt mal reinhören. Der Begriff FuturePop wurde schon lange nicht mehr so treffend mit Leben gefüllt.


newhorizons


Bekanntlich halte ich unheimlich viel von der Mucke, die Stefan Poiss mit all seinen Projekten auf den Markt wirft. Und auch wenn der Mann nun schon jährlich veröffentlicht, so reicht es doch immer noch nicht, um den ewigen Hunger nach Nachschub zu stillen. Welch ein Glücksfall sind da doch die Stars Crusaders mit ihrem famosen Erstlingswerk „New Horizons“. Ein toller, neuer Klangkosmos der dazu einlädt, ihn immer und immer wieder neu zu entdecken. Ein zweites Universum, das neben mind.in.a.box schon jetzt seinen Platz im Herzen aller beansprucht, die auf spacige Electro-Songs stehen.
INHALT / KONZEPT.8
TEXTE.7.5
GESANG.6.5
PRODUKTION.9
UMFANG.7.5
GESAMTEINDRUCK.8
LESERWERTUNG.0 Votes0
POSITIV.
Produziert von Stefan Poiss, die klangliche Nähe zu mind.in.a.box ist zu hören - und ein Bonus
7.8
TOTAL.

NEUE KOMMENTARE.

  • Die Verlosung ist beendet, die Gewinner wurden per Mail benachrichtig...
    Roman Jasiek
  • Rückblickend betrachtet hat mir das Museum irgendwie besser gefallen als...
    Roman Jasiek
  • Die Kollegen bei Electrozombies haben auch eine schöne Review zu...
    Roman Jasiek
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