Foto: Roman Jasiek / AVALOST

VORBEREITUNG UND VORFREUDE – IMPFUNGEN, DOKUMENTE UND DINGE, DIE MAN VOR EINER BALI-REISE WISSEN MUSS

Ich buche eine Reise und fliege nach Bali – so einfach hört sich das an. Je näher der gebuchte Reisetermin im Kalender angerückt kommt, umso größer sind verständlicherweise Aufregung und Vorfreude. Aber ein paar Dinge gibt es da schon noch, die man im Vorfeld beachten muss. Was das alles ist, habe ich nachfolgend kurz zusammengefasst. Natürlich ist der Artikel speziell auf unseren Bali-Trip bezogen, lässt sich aber in einigen Punkten auch auf andere Reisen in den südostasiatischen Raum ummünzen.

Reisepass und Visum

Wichtig: Neben den Unterlagen, die Ihr von Eurem Reiseveranstalter bekommt, braucht Ihr auch unbedingt einen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate nach Eurer Rückkehr gültig ist. Es empfiehlt sich also, bei Buchung noch einmal zu checken, ob der Reisepass noch den Anforderungen genügt. Falls nicht – schnell noch einen beantragen. Unserer Erfahrung nach wartet man auf einen neuen Reisepass ungefähr drei Wochen, gegen Aufpreis kann man zur Not auch einen Express-Reisepass beantragen. Um mal die Kosten gegenüberzustellen: ein normaler Reisepass mit 32 Seiten für Reisende ab dem 24. Lebensjahr mit einer Gültigkeitsdauer von 10 Jahren kostet 59,- €. Ein Express-Reisepass, der innerhalb von 72 Stunden ausgestellt werden kann, kostet satte 91,- €! Puh, da geht man diese Dinge wohl besser rechtzeitig klären. Details dazu sieht man hier.

Seit dem 13.06.2015 gibt es auf Bali ein kostenloses Visum („Visa Free Entry“), das Euch direkt bei der Einreise ausgestellt wird. Dieses Visum ist 30 Tage lang gültig und kann nicht verlängert werden. Der Reisepass muss neben der oben erwähnten Gültigkeit noch über wenigstens zwei freie Seiten verfügen, wenn Ihr den Beamten vor Ort vorstellig werdet. Weiterhin solltet Ihr die Bordkarte des Fluges, der Euch gerade auf Bali abgesetzt hat, griffbereit haben. Ggf. auch das Rückflugticket. Schon im Flugzeug erhaltet Ihr ein Zollformular, das Ihr ausfüllen und bei der Immigration abgeben müsst. Falls Ihr – so wie wir – das im Flieger buchstäblich verpennt – keine Panik! Auch auf dem Flughafen in Denpasar besteht noch die Möglichkeit, diesen Schein auszufüllen. Es ist übrigens ratsam, für alle Fälle einen Kugelschreiber parat zu haben, denn Schreibgriffel waren zumindest während unserer Einreise Mangelware. Dieses Visa Free Entry dürfte wohl für viele Urlauber ausreichend sein. Wer sich länger auf Bali aufhält, der kann sich auch um ein „Visa On Arrival“ (kostet 35 US Dollar, ist ebenfalls 30 Tage lang gültig, kann aber um weitere 30 Tage verlängert werden) oder um ein „Visa Visit“ (Gültigkeit 60 bis 180 Tage) bemühen. Wie das im Detail funktioniert, könnt Ihr bei Bedarf bei Indojunkie nachlesen.

Weitere Dokumente brauchten wir nicht. Wer beabsichtigt, sich vor Ort einen Roller oder ein Auto zu mieten, benötigt zusätzlich einen internationalen Führerschein. Ein solcher ist ab Ausstellung drei Jahre lang gültig, kann ggf. verlängert werden und ist bei Bedarf über Eure lokale Führerscheinstelle zu beziehen. Die Kosten hierfür sind mit 15,- € (Stand 2017) noch überschaubar, die Bearbeitungszeit von ca. 2 Wochen ist es ebenfalls.

Es kann übrigens nicht Schaden, von allen wichtigen Dokumenten Kopien mitzuführen bzw. sich Scans davon auch an die eigene Mailadresse zu schicken, damit man im Falle eines Verlustes nicht in etwaige Schwierigkeiten gerät. Und ein Blick auf die Webseite des Auswärtigen Amtes, etwaige Reise- und/oder Sicherheitshinweise betreffend, ist ebenfalls nicht verkehrt. Alleine schon der aktiven Vulken wegen, die auf Bali wohnen.


Impfungen

Eine in Facebook-Gruppen u.ä. sehr häufig gestellte Frage ist die nach Impfungen. Wir können und wollen hier keine allgemeingültigen Empfehlungen aussprechen, wir sind schließlich keine Mediziner oder Experten auf diesem Gebiet. Wir können Euch aber erzählen, wie wir vorgegangen sind. Unser erster Besuch war bei unserem jeweiligen Hausarzt. Dort haben wir unseren Grundimpfungen wie Tetanus oder Polio auf den aktuellen Stand bringen lassen. Weiterhin haben wir uns über die bereits erwähnte Webseite des Auswärtigen Amts sowie beim Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin angeschaut, welche Impfungen für Indonesien empfohlen oder gar erforderlich sind. Da liest man eine relativ lange Liste von Impfungen, die gemacht werden können. Anschließend sind wir wieder beim Hausarzt bzw. beim Gesundheitsamt unserer Stadt vorstellig geworden und haben uns beraten lassen, welche Impfungen denn nun tatsächlich ratsam wären. Schließlich galt es zweierlei zu bedenken: Zum einen wollten wir uns nicht „überimpfen“, zum anderen saß uns auch irgendwann ein bisschen die Zeit im Nacken. Wirkstoffe benötigen ja gerne mal mehrere Stiche mit der Nadel über einen längeren Zeitraum verteilt, bis die Immunisierung einsetzt.

Wenn man, wie ich, die Impfungen im örtlichen Gesundheitsamt durchführen lässt und sich dafür die Impfstoffe selbst aus der Apotheke holt, ist man schon mal mit so einer dramatisch großen Kühlbox unterwegs. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Letztendlich sind es bei uns die folgenden Impfungen geworden: Hepatitis A und B, Cholera, Typhus, Tollwut (bei den vielen freilaufenden Hunden auf Bali wohl in jedem Fall ein heißer Tipp!). Malaria stand auch auf unserem Zettel, hier hatten wir ein „Stand-by“-Medikament aus der Apotheke mit. Kalkuliert für etwaige Impfungen Kosten in Höhe von bis zu 500 € zusätzlich ein. Vor allem die Tollwutimpfung, sofern man nicht nur eine Auffrischung braucht, geht richtig ins Geld. Sprecht auf jeden Fall mit Eurer Krankenkasse. Was man sich in punkto Reiseimpfkosten erstatten lassen kann, ist von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich. In unserem Fall waren es immerhin 100,- €, die wir von der Barmer innerhalb weniger Tage zurück bekamen. Eine Aufstellung, welche Krankenkasse was übernimmt, findet Ihr hier. Somit beliefen sich die Ausgaben für alle Impfungen inklusive der Nebenkosten bei mir auf „nur noch“ 300 Euro.

Wie man hier recht gut erkennen kann, kosten Impfungen ordentlich Geld. Hinzu kommen ggf. noch Beratungskosten durch Euren Arzt sowie Kosten für die Durchführung der Impfung selbst. Einen Teil Eurer Ausgaben könnt Ihr Euch aber von Eurer Krankenkasse zurückholen. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Wichtig für die eigene Gesundheit sind aber ein paar ganz grundlegende Tipps, die einfach zu befolgen sind. Da wären:

    • Mückenschutz! Die erste Amtshandlung morgens nach dem Duschen sollte das Auftragen von Sonnencreme sowie Mückenschutz sein. Noch bevor Ihr beispielsweise Euer Hotelzimmer verlasst, um frühstücken zu gehen. Die Tigermücken, die auf Bali zahlreich vertreten sind, übertragen gerne mal das sogenannte Dengue-(„Knochenbrecher-„)Fieber. In Deutschland ist dagegen noch kein Impfstoff zugelassen. Zudem empfiehlt sich helle Kleidung, die möglichst viel bedeckt. Wir wechselten immer mal zwischen No-Bite, Off, Repel und mit Zitronensäure getränkten Pflastern, die man sich an die Kleidung kleben kann. Bis auf zwei Mückenstiche, die zum Glück ohne weitere Folgen geblieben sind, kamen wir damit gut durch die zwei Wochen unseres Aufenthalts. Wir hatten für alle Fälle auch noch ein Moskitonetz und ein paar Tesa-Klebehaken im Gepäck, um im Zweifelsfall unser Bett damit absichern zu können. Je nachdem, wo Ihr Euch auf Bali einquartiert, kann das durchaus ratsam sein.

  • Kein Wasser aus der Leitung, Obacht bei Obst und Gemüse! Versucht bei Getränkebestellungen, auf Eis zu verzichten. Unserer Erfahrung nach sind die meisten Getränke ohnehin gekühlt, sodass man das Risiko verunreinigten Eiswassers locker dadurch minimieren kann. Soft-Drinks und Bier beispielsweise wird dann in Flaschen bzw. Büchsen serviert. Bei Früchten und dergleichen gilt die alte Tropenweisheit: wash it, peel it or leave it. Bestellt in Warungs idealerweise Gerichte, bei denen Ihr sicher sein könnt, dass eventuelle Erreger zerkocht worden sind.

Manchmal ist das schon ein bisschen anstrengend, auf all das zu achten. Vor allem, wenn man nach stundenlanger Anreise mit Jetlag und dem ungewohnt heiß-feuchten Tropenklima zu kämpfen hat. Wenn man aber ein bisschen umsichtig ist, kommt man eigentlich ziemlich locker und problemlos durch den Urlaub. Und das mehrmalige Einschmieren mit Sonnen- und Mückenschutz wird irgendwann ein Automatismus, über den man nicht mehr weiter nachdenkt. Oh und wir empfehlen das Tragen eines Hutes. Gerade in der Mittagszeit ballert einem die Sonne ziemlich unerbittlich aufs Dach, sodass immer auch die Gefahr eines Hitzschlags besteht. Falls Ihr keinen Hut habt oder keinen mehr in den Koffer bekommt – macht nichts, vor Ort gibt es mehr als genug Gelegenheiten, Kopfbedeckungen aller Art für überschaubares Geld zu kaufen. Letzter, aber genauso wichtiger Hinweis: viel, viel Trinken! Das werdet Ihr bei den tropischen Temperaturen ohnehin immerzu wollen, aber gesagt werden muss es dennoch. Es gibt eigentlich überall Mineralwasserflaschen zu kaufen. Wir hatten immer eine Flasche im Zimmer zum Zähneputzen, ansonsten lag unser durchschnittlicher Flüssigkeitskonsum bei drei bis fünf Litern pro Person täglich. Unsere Nieren waren wohl nie so gut durchgespült wie auf Bali!


Piepen, Moneten, Zaster, Schotter

Das Leben auf Bali ist für unsere Verhältnisse günstig, aber nicht umsonst. Will sagen: Logischerweise braucht Ihr Geld vor Ort. Hier bieten sich mehrere Möglichkeiten. ATMs, also Geldautomaten, findet man eigentlich überall dort, wo Touristen in größeren Mengen herumschleichen. Wechselstuben ebenfalls. Für einen Euro bekommt Ihr knapp 16.000 Indonesische Rupien. Das schwankt immer mal ein bisschen, aber mit der Größenordnung könnt Ihr kalkulieren. Wie wir vor Ort hörten, ist der Kurs wohl schon seit einer ganzen Weile so. Es gibt Restaurants bzw. Warungs, da könnt Ihr mit Kreditkarte bezahlen (Visa scheint auf Bali die bevorzugte Karte zu sein), aber in vielen, vor allem kleineren Geschäften und Restaurants eben auch nicht. Am einfachsten ist es, mit Kreditkarte oder EC-Karte mit Maestro-Aufdruck Geld abzuheben und einfach Bar zu bezahlen. Die höchste Summe, die wir abheben konnten (und das wird wohl für alle zutreffen), waren 1,5 Millionen Rupien, was umgerechnet knapp 94 Euro entspricht. Damit kommt man schon eine Weile gut hin.

Indonesische Rupien. Wenn Ihr bei einer ATM vor Ort gewesen seid, schleppt Ihr für gewöhnlich einen ganzen Batzen Bargeld mit Euch herum. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Wir haben uns jeweils vor Abreise ein Konto bei der DKB angelegt. Bei dieser Bank gehört eine kostenlose Visa-Karte von Anfang an zum Leistungsumfang, zudem erspart Ihr Euch da etwaige Gebühren, die bei einem Einsatz im Ausland bei anderen Kreditinstituten durchaus fällig werden können. Die Beantragung und Einrichtung eines Kontos bei der DKB dauerte bei uns, inklusive Erhalt der Karten und aller Unterlagen, ca. zwei bis drei Wochen. Eine extra Freischaltung für das Ausland ist übrigens nicht erforderlich. Damit haben wir an allen Automaten Geld abheben können. Wenn Ihr aber innerhalb kurzer Zeit zu oft Geld von verschiedenen Orten innerhalb Balis Geld abhebt kann es schon mal sein dass der Automat sagt: Nö, du kriegst nüscht mehr. In dem Fall hilft eine Mail oder ein Telefonat mit der DKB. Einmal kamen wir sogar in die Gelegenheit, Geld bei einer Wechselstube zu wechseln. Entgegen manch anderslautender Gerüchte erhielten wir auch exakt den ausgeschriebenen Betrag zum tagesaktuellen Wechselkurs ohne zusätzliche Gebühren. Allerdings möchte ich an dieser Stelle keine allgemeingültige Aussage daraus machen. Das einzige Bargeld, dass wir bei der Einreise in der Tasche hatten, war ein 50€-Schein und aufgrund der Erfahrungen, die wir auf Bali gemacht haben, würden wir es beim nächsten Mal wieder so machen.

Dass man idealerweise seine Geldkarten und eventuelles Bargeld vor dem Zugriff eventueller Langfinger gut gesichert irgendwo am Körper bei sich trägt, vielleicht auch beides getrennt voneinander aufbewahrt, versteht sich bestimmt genauso von selbst, wie mehr als nur eine Karte mitzunehmen.


Reiseliteratur, Blogs und dergleichen

Natürlich haben auch wir uns im Vorfeld aus verschiedenen Quellen Infos zusammengesucht. Wenn man eine Reise ans andere Ende der Welt antritt, möchte man ja schließlich auch einigermaßen vorbereitet sein. Sich ein bisschen über die Sitten und Gebräuche informieren, damit man Fettnäpfchen oder wirklich unangenehme Situationen vermeiden kann und, darüber hinaus, sich auch schon mal ein paar Anregungen holt, was man sich alles anschaut, wenn man erst einmal da ist.

Unsere Infos bezogen wir aus folgenden Quellen: Dem „Bali und Lombok“-Reiseführer aus dem Stefan Loose Verlag. Es gibt sicher günstigere und auch welche mit mehr Bildern, dafür waren die Infos darin wirklich nützlich. Ganz groß ist auch der Blog Indojunkie. Umfangreicher kann man sich mit Bali und seinen Nachbarinseln wohl nicht auseinandersetzen. Fragen, die nach der Lektüre unserer Beiträge noch offen sind, werden ganz sicher dort beantwortet werden. Und wenn dann immer noch Dinge sind, auf die Ihr keine Antwort bekommen habt oder Ihr Euch nach Fahrern, Mitfahrgelegenheiten und ähnlichen erkundigen möchtet, dann bietet sich die Gruppe „Bali – Indonesien – Reisen Individuell“ auf Facebook an. Zusammen mit den genannten Webseiten des Auswärtigen Amtes und des Bernhard-Nocht-Instituts haben wir uns so einen Grundstock an Informationen beschaffen können, um nicht gänzlich blauäugig die Reise nach Bali antreten zu müssen.