Eine Kreuzfahrt ist meist eine ziemlich chillige Angelegenheit. Meistens. Dennoch weiß wohl jeder, der ein solch schwimmendes Hotel besteigt, dass die See durchaus mal ziemlich rau und die Fahrt demnach zu einem wirklich unangenehmen, vielleicht auch gefährlichen Geschaukel werden kann. Die Reisenden, die Anfang des Jahres an Bord der NORWEGIAN BREAKAWAY unterwegs waren, werden bestätigen können, dass eine Fahrt mit so einem Schiff auch zu einem echten Höllentrip ausarten kann. Denn genau das ist hier passiert. Während sich an der Ostküste der Vereinigten Staaten sogenannte „Bomben-Zyklone“, bekannt als Wintersturm Grayson, austob(t)en, schipperte besagtes Kreuzfahrtschiff mit knapp 4000 Passagieren an Bord durch eben dieses Extremwetter. Es geistern, seit der zum Glück ohne schlimmere Zwischenfälle statt gefundenen Rückkehr des Schiffes, Fotos und Videos dieser Horrorfahrt durch das Internet. Nachfolgend eines dieser Videos, von denen Reedereien wohl hoffen, dass sie niemals entstehen – oder anderen zugänglich gemacht werden:

CRUISE SHIP CAUGHT IN A BOMB CYCLONE (Norwegian Breakaway)

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Bis auf die Beschädigungen am Inventar, die bei dem Geschaukel nicht ausbleiben, sowie massenweise Fälle von Seekrankheit bei Besatzung und Passagieren und dem Umstand, dass das Schiff beim Einlaufen in New York von einer Eiskruste überzogen war, ist nichts passiert. Was vermutlich mehr Glück als Verstand gewesen sein dürfte. Denn dass der Sturm die Reiseroute passieren würde, war bereits im Vorfeld durch Vorhersagen und Warnungen durch die US-Regierung und private Wetteranstalten bekannt gewesen. Und trotzdem fuhr das Schiff durch den Sturm. Wer sich Details zu dieser „Kreuzfahrt des Schreckens“ durchlesen möchte und der englischen Sprache mächtig ist, kann das hier (Weiterleitung, beim Öffnen dieses Links werden personenbezogene Daten wie bspw. die IP-Adresse an den Anbieter übertragen) tun. Oder etwas reißerischer hier (Weiterleitung, beim Öffnen dieses Links werden personenbezogene Daten wie bspw. die IP-Adresse an den Anbieter übertragen).

Nach Lektüre der verlinkten Artikel kann man wohl sagen: die Entscheidung, durch den Sturm zu fahren, war falsch. Zumal sie nicht zuletzt wohl einem straffen Zeitplan geschuldet war, um die anschließende Abfahrt nicht zu gefährden. Aber nicht nur diese Entscheidung ist fragwürdig, auch das Verhalten der Crew ist, wie man dem Artikel ebenfalls entnehmen kann, in Teilen ziemlich uncool. Wenn Ihr mich fragt, rückt diese Geschichte Norwegian Cruise Line gerade in kein sonderlich gutes Licht. Ein Sturm kann immer auftauchen, keine Frage, aber ein bewusstes Hineinfahren in etwas, das schon im Vorfeld als ein sehr schweres Unwetter bezeichnet wurde – hm. Möglicherweise sehen wir hier einmal mehr die Schattenseiten des Kreuzfahrt-Booms inklusive der allgegenwärtigen Gewinnmaximierung. Bleibt zu hoffen, dass die Fahrt der Norwegian Breakaway ein Warnschuss an die Reedereien ist, im Zweifelsfall lieber eine Verspätung oder gar das Ausfallen einer Fahrt in Kauf zu nehmen, als Menschenleben zu riskieren. Das letzte große Unglück eines Ozeanriesen, das der Costa Concordia nämlich, ist bei uns Reisenden schließlich noch nicht vergessen.