ASP – Per Aspera Ad Aspera – This Is Gothic Novel Rock

An Werkschauen aus dem Hause ASP mangelt es nicht. Bereits 2004 erschien das „Interim Works Compendium“, 2008 mit „Horror Vacui (The Eeriest Tales Of ASP So Far)“ die erste offizielle Retrospektive, 2011 wurde der Zyklus um den schwarzen Schmetterling in einer kompletten Sammlung nochmals veröffentlicht – und nun sitzen wir hier und können uns über „Per Aspera Ad Aspera“ unterhalten, die bis dato jüngste Werkschau. Bei einer Band, die derart viele tolle Geschichten zu erzählen weiß, wie es im Falle ASPs nun einmal der Fall ist, kann man die Glanzpunkte der letzten 15 Jahre auch ruhig noch einmal vor Augen (oder besser: Ohren) geführt bekommen.

15 Jahre – Kinder, wie die Zeit vergeht… Zeit einmal inne zu halten und auf das zu schauen, was in den letzten anderthalb Jahrzehnten seit Beginn des Bestehens von ASP auf die Beine gestellt worden ist. Und das war eine Menge! Mit ganzem Herzblut wie bei jedem neuen Album hat sich die Band um den charismatischen Frontmann Alexander „Asp“ Frank Spreng in ihrem Jubiläumsjahr an die Zusammenstellung ihrer Werkschau gesetzt. „Per Aspera Ad Aspera“ („Über das Raue zu dem Rauen“) heißt das gute Stück. Angelehnt an das Lateinische Sprichwort „Per aspera ad astra“ („Durch das Rauhe zu den Sternen“) wird hier darauf hingewiesen, dass manchmal nach all der Mühe doch auch nur noch weitere Mühen bleiben. Nicht immer sind die Sterne gleich in greifbarer Nähe. Aber Aufgeben? Nein, das tun wir nicht! Und so haben sich vielleicht auch die Mannen um Asp das ein oder andere Mal gefühlt. Als dann aber bereits im Juli des Jahres mit Euphorie das Novum verkündet wurde, den geplanten Veröffentlichungstermin vom 10. Oktober auf den 26. September vorzuverlegen, verstanden sie es, die Neugier ihrer Fans durch Aktionen und Snippets stetig weiter zu schüren. Seither warteten wir von Woche zu Woche auf das was denn da kommen möge. Nun ist es endlich soweit! In edlem Gewand kommt allein schon die Standard Ausgabe mit zwei CDs und einem 64-seitigem Booklet daher. Die in Leinen gebundene Deluxe Fan-Edtion legt, unter anderem, noch eine weitere Silberscheibe mit Bonusmaterial oben drauf. Eine schöne Idee, dass diese limitierte Box dann auch ausschließlich nur über den eigenen Shop, und nicht im Handel, zu beziehen ist und damit die Band unmittelbar unterstützt. Und natürlich werden auch die Vinyl Liebhaber nicht vergessen.

Darauf zu finden sind magische Vertonungen der verschiedensten Geschichten aus allen Alben seit 1999. Da ist der „Wechselbalg“ aus dem Fremd-Zyklus, der „Zaubererbruder“ aus der Krabat-Reihe oder der „schwarze Schmetterling“ aus gleichnamigen Zyklus. Da ist der Wanderer aus dem zweiten Teil des Fremd-Zyklus oder das „schwarze Blut“ aus dem vierten Teil der schwarzen Schmetterling-Sammlung – um nur einen sehr kleinen Auszug zu nennen. Die verschiedenen Versionen der Stücke geben da sicherlich noch ihren eigenen weiteren Reiz dazu. Selbstverständlich fehlen auch die üblichen Gassenhauer wie „Ich will brennen“, „Werben“, „Ich bin ein wahrer Satan“ oder der Klassiker „Sing Child“ nicht auf dieser liebevollen Zusammenstellung. Bei den Überschneidungen mit der „Horror Vacui“ wurden für diese Werkschau die dereinst für „Horror Vacui“ angefertigten, klanglich besseren weil neu abgemischten bzw. neu aufgenommenen Versionen verwendet. Macht ja Sinn. Kurzum alles, den langjährigen Fans sehr vertraute Stücke, welche es immer wieder schaff(t)en, uns zu berühren und in neue, schwarzromantische Welten zu entführen. Für neue Fans, oder solche, die noch nicht wissen, ob sie zu selbigen gehören möchten, bietet die Anthologie einen schönen Querschnitt durch die vielfältige und spannende Welt des Gothic Novel Rock von ASP.

In all den Jahren ist Asp sich selbst stets treu geblieben und hat sich bewusst jedem Mainstream verweigert, um unabhängig zu bleiben. Der eigene, hohe Anspruch an Musik und Text ist gerade gut genug für seine Fans und er schreckt auch nie davor zurück, uns den Spiegel vorzuhalten, wachzurütteln und auch mal Unbequemes auszusprechen. In seinen Stücken wird nichts dem Zufall überlassen, um höchstes Niveau weiter zu aufrecht zu erhalten. Und das allein macht ihn schon zu einem Ausnahmekünstler. Ich finde diese Sammlung ein Muss für jeden Fan und bin schon jetzt wieder gespannt auf die nächsten Werke, die von ASP geschaffen werden. Darüber hinaus ist „Per Aspera Ad Astra“ wie erwähnt für Neuhörer ein ganz prima Mittel, um sich einen guten Eindruck über die Entwicklung der Band in den letzten 15 Jahre zu verschaffen, auch wenn die ganz frühen Sachen zugunsten ihres Mammutalbums „Zaubererbruder“ eine Spur zu kurz gekommen sind. Fans des „Zaubererbruders“ mögen dies womöglich anders sehen.

Somit bleibt mir an dieser Stelle nur noch zu sagen: Danke für die Musik und alles Gute für die nächsten 15 magischen Jahre und natürlich viel Erfolg weiterhin!


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