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KONZERTBERICHT: Still Collins, 16.03.2013 Meier Music Hall Braunschweig

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Warum denn nicht einfach mal etwas anderes ausprobieren? Konzerte, die im weiten Umfeld der Düstermucke zu verorten sind, habe ich theoretisch schon mehr als genug gesehen. Und auch wenn es mich immer wieder zu solchen Veranstaltungen hinzieht und diesen für gewöhnlich mit Genuss beiwohne, so weiß ich im Prinzip vorher schon, was mich erwartet, wenn Band Sowieso am Aushang angeschlagen steht. Was mich bei einer Phil Collins – / Genesis – Coverband erwartet, das wusste ich bis dato jedoch nicht. Grund genug für mich, in meine Wohnzimmerverlängerung, die MEIER MUSIC HALL, nach Braunschweig zu düsen und mir STILL COLLINS anzugucken. Eine Band, die seit etwa 18 Jahren durchs Land tourt, Songs von Collins und Genesis zum Besten gibt – und den Originalen dabei in nichts nach steht. So viel kann ich Euch jetzt schon verraten: die Fahrt nach Braunschweig hat sich gelohnt!

Still Collins – Foto: Michael Kanzler (www.facebook.com/Sideshowmick)
Still Collins – Foto: Michael Kanzler (www.facebook.com/Sideshowmick)

Warum eigentlich Phil Collins Coverband, fragt Ihr? Warum denn nicht, frage ich. ;) Horizonterweiterung tut ja nicht weh, zudem bin ich mit unter anderem dieser Mucke aufgewachsen. Und wenn sich die Jungens und Mädels vom Meier allwöchentlich hinstellen, um Braunschweigs Nachtleben zu bereichern, dann kann und sollte man das durchaus mit Anwesenheit honorieren, woll? :)

Zurück zum Thema: Aus jobtechnischen Gründen erreichte ich das Meier leider erst kurz nach 20 Uhr. Das Intro ging also an mir vorbei. Später hätte ich da aber auch wirklich nicht aufschlagen dürfen, denn die 6 Musiker, die zusammen Still Collins bildeten, hielten sich nicht lange auf und zündeten mit „No Son Of Mine“ gleich den ersten Knaller. [highlight highlight-color=“eg. #F96E5B“ font-color=“eg. #f8f8f8″]Bei Coverbands ist es ja immer so eine Sache: können die Figuren, die ihren großen Vorbildern nacheifern, diesen auch gerecht werden? Zumal wenn es sich um eine so markante Stimme handelt wie die von Phil Collins? Keine Ahnung wie das bei anderen Cover- bzw. Tribute-Bands zu diesem Thema aussieht, aber zu Still Collins sei gesagt: jepp, können sie.[/highlight] Sänger Sven Komp kommt dem Original stimmlich so nahe, dass es mehr als beeindruckend ist. Still Collins haben schon Recht, wenn sie in ihren Werbetexten (z.B. auf Facebook) behaupten, dass man nur die Augen zu schließen bräuchte um sich komplett der Illusion hinzugeben. Und in noch einem weiteren Punkt haben sie Recht: mit geschlossenen Augen würde man tatsächlich eine unterhaltsame Show einer erstklassigen Live-Band verpassen.

 

Still Collins – Foto: Michael Kanzler (www.facebook.com/Sideshowmick)
Still Collins – Foto: Michael Kanzler (www.facebook.com/Sideshowmick)

Neben dem bereits erwähnten Song spielten Still Collins so ziemlich alle Collins-/Genesis-Klassiker, die irgendwie relevant sind und/oder Spaß machen: „Sussudio“, „Another Day In Paradise„, „Something Happened On The Way To Heaven“ oder „Mama“ fehlten hier genauso wenig wie etwa“Home By The Sea„. Auch Ausflüge in Peter Gabries Alleingang wurden gemacht: „Solsburry Hills“ und „Sledgehammer“ sorgten für die gleiche gute Laune beim Publikum wie das eigentliche Programm. Dabei legte die Band eine bemerkenswerte Spielfreude an den Tag, bei der mir Uli Opfergelt an der Gitarre, Martin Littfinski am Schlagzeug und Wolfgang Braun am Keyboard am deutlichsten in Erinnerung geblieben sind. Gerade bei den instrumentalen Passagen schien es immer wieder so, als wollten sich die Herren gegenseitig an die Wand spielen. Aufgelockert wurde das Geschehen durch unterhaltsame Zwischenansagen. Titel mittels eines alten analogen Kassettenrecorders oder eines alten Plattenspielers einzuleiten, das kam schon gut. Genauso gut, wie mitten in einem Song in Van Halens Jump umzuschwenken oder ein wenig Queens „We Will Rock You“ zu intonieren.

Das Konzert teilte sich in zwei etwa gleich lange Teile, unterbrochen von einer ca. 10-minütigen Pause. Abgerundet wurde das tolle Konzert durch eine kleine Zugabe, bei der die Band mit albernen Masken zurück auf die Bühne kam. Passend und nur konsequent, wenn man „Land Of Confusion“ vortragen möchte. Nach etwa zweieinhalb Stunden war dann aber Schluss und ein sehr gemischtes Publikum aller Altersstufen wurde in die Nacht entlassen in der Gewissheit, gerade einem großartigen Ereignis beigewohnt zu haben.

 

Still Collins – Foto: Michael Kanzler (www.facebook.com/Sideshowmick)
Still Collins – Foto: Michael Kanzler (www.facebook.com/Sideshowmick)

[highlight highlight-color=“eg. #F96E5B“ font-color=“eg. #f8f8f8″]Abschließend kann ich nur festhalten: Ich war schon öfter im Meier um mir dort Konzerte anzugucken, als dass ich mich noch daran erinnern könnte, wie oft. Still Collins aber werden mir als eines der besten Konzerte überhaupt in Erinnerung bleiben.[/highlight] Die Herren auf der Bühne waren spielfreudig – und talentiert! -, die Chemie zwischen Band und Publikum stimmte und so hatten alle Anwesenden eine Menge Spaß. So muss das sein. Einzig etwas mehr Gäste hätten Still Collins verdient, dann wäre es wohl perfekt gewesen. Ich hoffe, Still Collins beehren uns einmal mehr im Meier. Und Euch, die Ihr es vielleicht verpasst habt, sei an dieser Stelle mit auf den Weg gegeben: es lohnt sich.

Zum Schluss geht mein Dank wie immer an dieser Stelle an Thorsten von Advanced Music für diese sehr gelungene Horizonterweiterung, dem Team der Meier Music Hall für den wie immer gewohnt reibungslosen und entspannten Ablauf, der Band Still Collins für ein großartiges Konzert und an sideshowmick für die Fotos.

PS: Spotify-Nutzer klicken bei Interesse einfach mal auf die in diesem Text erwähnten Lieder. Die meisten sind, sofern vorhanden, mit Spotify verlinkt. :)


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MEIER MUSIC HALL: Schließung spätestens Ende April 2015!