SCAREMEISTER - 31 Spirits

SCAREMEISTER – 31 Spirits

Den Namen cEvin Key erwähnt, schießt vor allem den Teilnehmern der Düsterszene ein Bandname in den Kopf: Skinny Puppy. Um die kanadische Industrial-Legende geht es hier nachfolgend aber nicht. Besagter cEvin ist seit geraumer Zeit zusätzlich auch mit einem anderen Projekt beschäftigt: SCAREMEISTER. Was es damit auf sich hat und wer das seit dem 7. Februar erhätliche Debütalbum „31 Spirits“ mal gehört haben sollte – oder auch nicht – das wollen wir nun herausfinden. Solltet Ihr Euch schon einmal gefragt haben, warum die Musik, die in Filmtrailern verwendet wird, nicht immer auch in den jeweiligen Soundtracks zu finden ist, dann bekommt Ihr hier vielleicht die Antwort.

Scaremeister besteht nicht nur aus cEvin Key. Diese Unternehmung wird weiterhin von Soundingenieur Ken „hiwatt“ Marshall und Traz Damji betrieben. Ich sage Unternehmung deshalb, weil von einer Band im klassischen Sinne hier nicht so richtig die Rede sein kann. Das Ziel von Scaremeister ist es nämlich nicht, Unterhaltungsmusik zu erschaffen, die dann auf Konzerten oder Parties abgefeiert werden kann. Viel eher geht es um das Erzeugen zumeist düsterer, Spannung erzeugender Klanglandschaften. Keine klassischen Songs mit dem üblichen Hin und Her aus Strophen und Refrains, keine Texte. Stattdessen bedrohlich aus den Boxen kriechende, unangenehme Konstrukte. Ken Marshall tat sich mit seinen besten Freunden und Langzeitkollegen Key und Damji zusammen und sie erschufen vor Jahren 31 Stück dieser unbequemen „Mini-Soundtracks“. Und diese, so zeigt es die Geschichte, waren ein voller Erfolg. Die Filmgemeinde war höchst entzückt von den Werken des Trios. „Inglorious Basterds“, „Transformers 2“, „My Bloody Valentine“, „Halloween 2“, „Book Of Eli“ – dies sind nur ein paar Beispiele von Filmen, in deren Trailern ein paar der 31 Geister heraufbeschworen worden sind. Aufgrund des anhaltenden Erfolges entschieden sich die drei Scaremeister, die Zusammenstellung auch als normales Album zu veröffentlichen. Damit sie auch außerhalb von Kinos oder Youtube gehört werden können. Mit Metropolis Records, sonst Vertrieb auch von Skinny Puppy, wurde der richtige Partner für dieses Unterfangen gefunden. Metropolis verspricht übrigens: dieses Album wird verstören.

Und richtig: wie sehr Musik sich auf das Empfinden und Erleben eines Films auswirkt, kann jeder herausfinden, der sich mal angsteinflößende Horrorfilme (oder halt auch nur die Trailer davon) anschaut und dabei den Ton abdreht. Die schockierende/verstörende/beängstigende Wirkung ist sofort dahin. Selbst wenn die Geräusche, die Sprache und ähnliches noch vorhanden wären – die gewünschte Wirkung eines Films oder einer Szene wird oftmals erst durch den wohl dosierten Einsatz der richtigen musikalischen Untermalung erzielt. Ihr könnt das Experiment auch anders angehen: nehmt einen beliebigen Trailer einer Komödie oder was weiß ich sonst noch gute Laune stiftet, dreht den Ton ab und lasst „31 Spirits“ laufen. Dürfte ein interessantes Ergebnis werden. Die 31 Songs klingen mal nach Horror, mal nach Action oder Drama, mal nach Sci-Fi. Anhand obiger Verwendungsbeispiele wird ersichtlich, dass die Scaremeister ihr Handwerk bestens verstehen.

Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass die „Songs“ – oder besser: die atmosphärischen Klangkonstruktionen dieses Albums zum überwiegenden Teil kaum länger als eine Minute sind. Selten erreichen sie knappe zwei Minuten Spielzeit. „The Apparition“ ist mit 2:29 Minuten bereits der längste Beitrag auf diesem Album. Logisch. Trailer, für deren Untermalung diese 31 Geister erweckt wurden, sind für gewöhnlich nicht länger. Daher ist es hier auch unmöglich, einen bestimmten Anspieltipp zu nennen. Man hört „31 Spirits“ entweder komplett am Stück, lässt es auf sich wirken und im Kopf den eigenen Film entstehen – oder eben gar nicht. „31 Spirits“ ist für die Zeiten im Leben geeignet, in denen man sich wahrlich düsteren Gedankengängen hingeben muss oder möchte. Eventuell auch noch für die Momente, in denen man Bock auf Soundtracks oder rein instrumentale Musik hat. Ansonsten aber werden die „31 Spirits“ wohl unbeschworen bleiben. Aller technischer und handwerklicher Perfektion zum Trotz.

Fazit

Höm… wem empfiehlt man denn diese 31 Geister des Scaremeisters nu? Zwar ist im Laufe des Textes ein paar Mal der Name Skinny Puppy gefallen und inzwischen klar, dass cEvin Key hier einen weiteren Spielplatz gefunden hat. Abgesehen davon hat Scaremeister mit Skinny Puppy nüscht zu tun. Allenfalls den Umstand, dass es sich in beiden Fällen stets um nicht so ganz bequeme Mucke handelt. Die typischen Skinny Puppy Hörer fallen also möglicherweise heraus. „31 Ghosts“ ist ein bemerkenswertes Leckerli für Horrorfilmfreunde und Liebhaber von Soundtracks. Aufgrund des logischerweise fehlenden roten Fadens allerdings selbst für diese eine optionale Anschaffung, ganz sicher aber kein Pflichtkauf.


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  • Medium: Audio CD (7. Februar 2014)
  • Label: Metropolis Records (Soulfood)
  • Anzahl Tonträger: 1

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  1. Personal Demons
  2. His Return
  3. Abaddon
  4. She’s Poissessed
  5. The Apparition
  6. Dark Skies
  7. Take Shelter
  8. Hellion
  9. State Of Neurosis
  10. Chamber Therapy
  11. Subject 22
  12. Burning Cities
  13. Omen In Black
  14. Unexplained
  15. The Fear Of
  16. Electroshmere
  17. The Tria
  18. From Within
  19. Torrent
  20. The Escape
  21. Undertow
  22. Continuum
  23. Razorlace
  24. Alchemist
  25. The Vanishing
  26. Battle Of Saints
  27. Nightmares End
  28. Soul Sale
  29. Bell Tower
  30. Ethology Of Canines
  31. Premature Obituary

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  • alle oder keines

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