Teaserbild zum Spiel Annapurna Interactive, in dem der Schriftzug des Titels die gleiche rote Schriftart vor schwarzem Untergrund verwendet wie die Filme.

Nach Katzen nun Replikanten: Annapurna Interactive („Stray“) kündigt „Blade Runner 2033: Labyrinth“ an

Foto: Annapurna Interactive

Das letzte Mal, dass sich eine Softwareschmiede daran versuchte, aus „Blade Runner“ ein Spiel zu machen, war im Jahre 1997. Die damals noch existierenden Westwood Studios (unter anderem Schöpfer der legendären „Command & Conquer“-Reihe) lieferten in jenem Jahr ein vier CD-ROMs umfassendes Point & Click Adventure ab, das zu Recht viel Lob bekommen hatte. Anstatt den Film nachzuerzählen, konzentrierten sich die Westwood Studios auf eine Erzählung, die parallel zum Film verlief, viele Elemente daraus aufgriff, ein paar Charaktere des Films einstreute und ansonsten unheimlich viel „Blade Runner“-Charme versprühte. Beinahe wie ein Film, der nie gedreht wurde. Nun, der Kultfilm aus dem Jahr 1982, den der Autor dieser Zeilen zu seinen absoluten Lieblingsfilmen zählt, erfuhr als Buch eine Fortsetzung und dank Denis Villeneuve auch eine filmische – und im Zuge dessen auch ein paar animierte Kurzfilme. Aber eine weitere Umsetzung als Spiel? Bis dato Fehlanzeige. Fans konnten nur in Spiele mit ähnlichem Setting und/oder Feeling abtauchen, „Deus Ex: Human Revolution“ oder „Cyberpunk 2077“ seien hier als Beispiele genannt. Doch nun zeichnet sich spielerischer Nachschub ab, der zeitlich zwischen „Blade Runner“ und „Blade Runner 2049“, unmittelbar nach dem Black Out angesiedelt sein soll.

Annapurna Interactive, das Studio hinter dem sehr gelungenen, futuristischen Cyberpunk-Katzenabenteuer „Stray“, hat auf einem eigenen Showcase kürzlich verkündet, an einem Spiel zu arbeiten, das sich mit dieser Thematik befasst. „Blade Runner 2033: Labyrinth“ ist der, wie ich finde, unnötig sperrige Titel des kommenden Spiels, das Annapurna Interactive mit einem sogenannten Reveal Trailer ankündigte. Schaut am besten direkt mal rein:

BLADE RUNNER 2033: LABYRINTH | Reveal Trailer

Beim Klick auf das Video wird eine Verbindung zu Youtube hergestellt und damit Daten an Youtube übertragen. Mehr Informationen in unserer Datenschutzerklärung.

Sieht für mich erst einmal sehr stimmungsvoll aus, auch wenn hier noch überhaupt nicht klar wird, um welche Sorte Spiel es sich handelt. Wird es ein Third-Person-Spiel so wie „Stray“? Oder wird es eher eine Art interaktiver Film wie die „The Walking Dead“-Spiele von Telltale? Oder, interaktiver und doch filmisch, so wie „Life Is Strange“ von Dontnod? Weiß man nicht. Die Verpflichtung von Chelsea Hash als Entwicklungsleitung lässt aber die Vermutung in Richtung interaktiven Film gehen bzw. in Richtung eines Spiels, in dem klar die Erzählung im Vordergrund steht. Hash hat in der Vergangenheit unter anderem „What Remains of Edith Finch“ zu verantworten gehabt.

In einem Interview, das IGN anlässlich der Ankündigung des Spiels führte, gibt Hash zu Protokoll: „Als ich von der Möglichkeit erfuhr, ein Blade Runner-Spiel zu leiten, hat mich das völlig aus meinem sprichwörtlichen Flugplan geworfen. Ich hatte alle Hände voll zu tun, um an zwei Projekten zu arbeiten, und war dabei, Entwürfe für einen neuen Pitch zu erstellen – aber diese Chance konnte ich mir nicht entgehen lassen. Ich habe mir den Originalfilm jedes Jahr angesehen, seit ich wahrscheinlich noch zu jung war, und ich erinnere mich, dass ich mich mitten in der Auslieferung eines großen Projekts davonschlich, um 2049 zu sehen. Die Arbeit an Edith Finch war wirklich eine lebensverändernde Erfahrung für mich, und ich habe so viel über das Erzählen von Geschichten in der einzigartigen Sprache von Spielen gelernt. BR2033 ist ein sehr erzählerisches Spiel, daher kann ich mich oft auf meine Erkenntnisse aus Edith Finch stützen. Auf der anderen Seite haben uns Projekte wie Solar Ash und unsere Arbeit im Bereich der interaktiven Musik eine unglaubliche Vorliebe für den Einsatz fortschrittlicher Grafiken als Spielwerkzeuge vermittelt. Unser Wunsch, ein breites Spektrum an Disziplinen als Ausdrucksmittel zu nutzen, wird sich definitiv im endgültigen Spiel widerspiegeln.“

Darüber hinaus erfährt man, dass schon seit etwas mehr als einem Jahr an dem Projekt gearbeitet wird und man die bisherige Zeit unter anderem damit verbrachte, die nötigen Tools und das Team selbst zusammenzustellen. Das Spiel soll sich auf die Inhalte und die Ästhetik der Filme stützen, durchaus aber wohl auch Elemente des zugrundeliegenden Buches „Träumen Androiden von elektronischen Schafen“ von Philip K. Dick aufgreifen.

Und viel mehr wissen wir derzeit auch nicht, sieht man davon ab, dass es für PC und Konsolen erscheinen soll. Aber wann genau, das ist genauso wie vieles andere noch unbekannt. Es heißt also, sich in Geduld zu üben. Grundsätzlich stehen für „Blade Runner“-Fans aber möglicherweise gute Zeiten ins Haus, denn neben dem Spiel hat Lizenzinhaber Alcon Entertainment zusammen mit Amazon auch eine Fernsehserie in der Mache, die aller Voraussicht nach „Blade Runner 2099“ heißen wird.

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